MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Ulrichskirchen-Schleinbach

Eine 1971 vereinigte Marktgemeinde mit alten Ortsgeschichten und dem Himmelkeller in Kronberg

GEMEINDEKENNZIFFER31651
Pfarrkirche Sankt Ulrich in Ulrichskirchen, Gemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach
Pfarrkirche Sankt Ulrich in Ulrichskirchen, Gemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Ulrichskirchen - Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 630
01.01.2026
Fläche
26,52 km²
Bevölkerungsdichte
99,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2122
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ULRICHSKIRCHEN-SCHLEINBACH KENNENLERNEN

Ulrichskirchen-Schleinbach: Drei Orte an Bahn, Rußbach und Kellergassen

Ulrichskirchen-Schleinbach besteht aus den drei Katastralgemeinden Kronberg, Schleinbach und Ulrichskirchen. Die Marktgemeinde umfasst 26,52 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 2.630 Einwohner. Ihre Geschichte reicht von mittelalterlichen Herrschaftssitzen bis zur S-Bahn und zum Himmelkeller.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Chronikübersicht | Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach · Chronik Ulrichskirchen | Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach · Ulrichskirchen-Schleinbach | Weinviertel Tourismus

Zusammenschluss und Infrastruktur

Die drei selbstständigen Gemeinden Ulrichskirchen, Schleinbach und Kronberg schlossen sich 1971 freiwillig zusammen. In den folgenden Jahren wurden Gemeindewasserleitung und Abwasserkanäle ausgebaut. In Schleinbach entstanden ein neuer Kindergarten und ein Gemeindesaal; auch die Feuerwehr erhielt bessere Unterbringung und Ausrüstung. Der Ausbau der Schnellbahnlinie S 2 wurde 1983 abgeschlossen und verbesserte die öffentlichen Verbindungen. Ab 1995 folgten die flächendeckende Erdgasversorgung, ein Zubau zum Kindergarten Ulrichskirchen und eine achtklassige Volksschule im Zentrum des Gemeindegebiets.

Quellen: Chronikübersicht | Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach

Ulrichskirchen: Markt und Schloss

Ulrichskirchen liegt im Tal des Rußbachs. Eine Urkunde von 823 nennt den Namen „Nerden“, der mit Ulrichskirchen in Verbindung gebracht wird. Um 1230 ließ Irmfried I. von Himberg das heutige Schloss errichten. 1260 belagerte der ungarische König Béla IV. den Markt, nahm ihn aber nicht ein; damals bestand der Ort aus 65 Häusern und war zwischen Kirche und Schloss befestigt. Böhmische Truppen verbrannten den Markt 1458. 1529 wurde die Gegend von osmanischen Truppen heimgesucht. Kaiser Leopold I. erhob Ulrichskirchen 1695 erneut zum Markt und verlieh ihm ein Wappen.

Quellen: Chronik Ulrichskirchen | Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach

Schleinbach: Kirche, Schule und Bahn

Schleinbach ist 1187 mit Albrecht von Slinbach urkundlich belegt. Eine Pfarre bestand wahrscheinlich schon um 1382 und sicher 1429. Nach schweren Bedrängnissen während der Hussitenkriege ließ die Herrschaft einen Wehrturm errichten. 1574 wurde der Ort protestantisch; 1593 präsentierte die Herrschaft wieder einen katholischen Pfarrer. Schulunterricht ist seit 1610 belegt. 1687 wurde an den alten Wehrturm ein neues Gotteshaus angebaut. Die Bahnlinie Wien–Brünn wurde 1871 fertiggestellt; Elektrizität erhielt Schleinbach 1927/28.

Quellen: Chronik Schleinbach | Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach

Kronberg und die archäologischen Funde

Auf dem Scheibenberg wurden Spuren von Menschen aus der Zeit um 4000 vor Christus gefunden. Pfeilspitzen aus der Hallstattzeit und eine spätere keltische Nutzung des Hügels sind ebenfalls überliefert. Eine Pfarre ist für Kronberg 1330 belegt. Als 1821 Schlossmauern abgebrochen wurden, kamen Silbermünzen, ein Silbersporn, Pferdezaumzeug und ein vergoldetes Silberkreuz von zwölf Zentimetern Größe zum Vorschein. Die Chronik erwähnt auch mehrere kleine Kreuze. Das vergoldete Kreuz befindet sich heute in der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien. 1855 wurden die letzten Burgreste abgetragen.

Quellen: Chronik Kronberg | Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach · Hermann Bauch | Himmelkeller – Hermann Bauch Museum

Kunst und Kellergassen im Himmelkeller

In Kronberg gestaltete der Maler und Grafiker Hermann Bauch ab 1961 den Himmelkeller; 1971 verlegte er Atelier und Werkstätte dorthin. Sein Sohn Hannes führt das Museum seit dem Tod des Künstlers 2006 weiter. Das Ensemble umfasst zehn Gebäude und etwa 1.450 Objekte. Ein unterirdisches Labyrinth verbindet elf Lösskeller mit Ritzzeichnungen und einer Kellerkapelle. Im Schüttboden sind bäuerliche Geräte ausgestellt, im Weinmuseum steht die Schottenpresse. Das Museum liegt in einer kreisförmigen Kellergasse um einen ehemaligen Burghügel; laut Betreiber ist es von Mai bis Oktober sonntags und an Feiertagen ab 14 Uhr geöffnet.

Quellen: Hermann Bauch | Himmelkeller – Hermann Bauch Museum · Himmelkeller – Hermann Bauch Museum · Das Museum | Himmelkeller – Hermann Bauch Museum

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Ulrichskirchen-Schleinbach auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 589
31.10.2021 · Registerzählung2 633
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 630

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 332
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Ulrichskirchen-Schleinbach

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.