STAATZ KENNENLERNEN
Staatz: Burgberg, Steinbruchbühne und Schlosskeller
Staatz liegt im nordöstlichen Weinviertel am Fuß eines markanten Burgbergs. Die Marktgemeinde umfasst 42,64 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 1.940 Einwohner. Ihre Ortsgeschichte verbindet eine mittelalterliche Höhenburg mit Kulturangeboten in erhaltenen Teilen der späteren Schlossanlage.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte von Staatz | Marktgemeinde Staatz
Eine Burg über der Ebene
Die Burg Staatz entstand im 11. Jahrhundert; 1072 ist Pucho de Stoz erstmals urkundlich genannt. Im 12. Jahrhundert werden mehrere Herren von Staatz greifbar. Zwischen 1125 und 1137 wird Reginger von Staatz genannt. Herzog Heinrich II. nutzte die Burg 1176 als Quartier auf einem Kriegszug; Odalrich erscheint 1178 bis 1198 in den Quellen. 1234 verwüsteten Böhmen das Gebiet, 1246 standen hier die Heere Friedrichs des Streitbaren und Ulrichs von Kärnten einander gegenüber. Friedrich siegte und hielt Ulrich auf der Burg gefangen.
Vom Herrschaftssitz zur Ruine
Im 13. Jahrhundert starb das Geschlecht der Staatzer aus; später gelangte die Burg an die Maissauer. Nach wechselnden Pfandinhabern kam die Herrschaft in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts an die Roggendorfer. 1551 wurde sie den Breunern verpfändet, die die Burg ausbauten. Schwedische Truppen zerstörten sie 1645, und seither blieb sie Ruine. Am östlichen Fuß des Burgfelsens entstand zwischen 1645 und 1672 ein neues Schloss. Die Colloredo ließen es 1807 umbauen; 1945 brannte es aus und wurde abgetragen.
Berg und Ruine als heutiger Ausflugsort
Die Burg steht auf einer rund 100 Meter hohen Kalkklippe, die sich aus der Laaer Ebene erhebt. Der Staatzer Berg ist ganzjährig begehbar; ein Aufstieg beginnt am Schlossplatz. Von Mai bis Oktober bietet die Gemeinde nach Voranmeldung begleitete historische Wanderungen zur Ruine an. Für Familien gibt es eine eigene Betty-Bernstein-Wanderung mit Rittergeschichte. Beide Angebote treffen sich beim Schlosskeller.
Quellen: Staatzer Berg | Marktgemeinde Staatz
Musical am Felsen
Die Felsenbühne liegt am Fuß der Kalkklippe; Felsen, Bäume und die Ruine bilden die Naturkulisse für die mehrstufige Bühne mit 1.200 Sitzplätzen. Schauspieler und Regisseur Paul Robert gründete die Bühne. Von 1987 bis 1998 wurden dort Karl-May-Festspiele gespielt. Im Sommer 2000 wechselte die Intendanz zu Werner Auer, und die Spielstätte wurde systematisch zur Musicalbühne umgebaut. Seit der Spielsaison 2008 ist die Felsenbühne Mitglied im Theaterfest Niederösterreich. Der Betreiber bilanziert mehr als 330.000 Besuche bei den bisher 25 Musicalproduktionen.
Quellen: Die Felsenbühne Staatz
Kultur im Schlosskeller
Der frühere Schlosskeller beherbergt das Kulturprogramm „Kultakomben“. Seit 2000 bündelt das Kulturzentrum Staatz Veranstaltungen rund um den Berg; im Keller treten vor allem Musiker und Kleinkünstler aus der Region auf. Die monatliche Reihe pausiert im Juli und August. Der benachbarte Schüttkasten ist eines der wenigen erhaltenen Gebäude des Schlosses. Der Musikverein Staatz kaufte ihn in den 1950er-Jahren und richtete einen Konzertsaal ein. Nach einer späteren Sanierung dient das Gebäude als Veranstaltungszentrum.
Quellen: Kultur | Marktgemeinde Staatz · Kulturzentrum Staatz | Marktgemeinde Staatz
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Staatz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte von Staatz | Marktgemeinde Staatz
- Kultur | Marktgemeinde Staatz
- Kulturzentrum Staatz | Marktgemeinde Staatz
- Staatzer Berg | Marktgemeinde Staatz
- Die Felsenbühne Staatz
Stand der Angaben: 09.10.2026
