MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Neudorf im Weinviertel

Kirchstetten, Neudorf und Zlabern erzählen von Märkten, Kirchen und Umbrüchen

GEMEINDEKENNZIFFER31634
Ortszentrum mit Kirche in Neudorf im Weinviertel
Ortszentrum mit Kirche in Neudorf im Weinviertel · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Neudorf bei Staatz“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 344
01.01.2026
Fläche
40,14 km²
Bevölkerungsdichte
33,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2135
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

NEUDORF IM WEINVIERTEL KENNENLERNEN

Neudorf im Weinviertel: Dorfchroniken an drei Orten

Neudorf im Weinviertel liegt im nordöstlichen Weinviertel. Die Marktgemeinde hatte am 1. Jänner 2026 1.344 Einwohnerinnen und Einwohner und erstreckt sich über 40,14 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortschaften Neudorf im Weinviertel, Kirchstetten, Rothenseehof und Zlabern.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Neudorf im Weinviertel – Wikipedia, feste Artikelversion

Neudorf: Markt und Pfarrkirche

Neudorf wurde um 1190 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1508 das Marktrecht. 1713 und 1714 ließ die Pest zwei Drittel der Häuser leer stehen. 1724 wurde die Kirche errichtet. Gebmanns gehörte bis 1760 zum Pfarrsprengel; der Kirchturm kam 1770 hinzu. 1784 wurde Neudorf zur Pfarre erhoben, zuvor hatte der Ort zu Staatz gehört. Kirchstetten und Zlabern wurden eingepfarrt. 1809 hielten sich französische Soldaten acht Tage im Ort auf. Sie forderten Versorgungsgüter und plünderten den Ort. In den letzten Kriegstagen 1945 erreichten sowjetische Truppen Neudorf; die Gemeindegeschichte datiert die Kämpfe vom 17. April bis 8. Mai.

Quellen: Gemeinde Neudorf – Neudorf im Weinviertel · Gemeinde Neudorf – Gemeindegeschichte

Kirchstetten und das Schloss

Kirchstetten ist 1161 erstmals belegt. Die Heilig-Geist-Kirche hat ein romanisches Langhaus aus dem 13. Jahrhundert; Chor und Turm stammen aus einer gotischen Bauphase um 1400. Glocken aus den Jahren 1515 und 1535 gehören ebenfalls zur Kirche. Die Kanzel stammt aus 1800, Ignaz Reinold baute 1826 die Orgel. Die Rochuskapelle ließ Gräfin Daun 1679 aus Dank für ihre Rettung vor der Pest errichten. Von der 1794 abgetragenen Kapelle blieb die Apsis erhalten. Freiwillige restaurierten 2004 ihre Bildwerke. Das Schloss besitzt einen Kern aus dem 16. Jahrhundert. Matthias von Suttner erwarb es 1729 und ließ es nach Plänen Joseph Emanuel Fischer von Erlachs barock umbauen; aus der Vierflügelanlage wurde ein U-förmiger Bau, der sich nach Osten zum Park öffnet. Der Festsaal, der Maulpertsch-Saal, trägt ein Deckengemälde Franz Anton Maulbertschs aus 1750 bis 1752; an den Stirnwänden hängen Familienporträts von Franz Anton Palko.

Quellen: Gemeinde Neudorf – Kirchstetten · Schloss Kirchstetten – Über uns

Zlabern zwischen Schule und Dorfkirche

Zlabern wurde 1350 als "Zlaban" erwähnt und 1645 von schwedischen Truppen besetzt. Bis 1784 gehörte es zur Pfarre Falkenstein. 1789 erhielt der Ort die Bewilligung für eine eigene Schule, zunächst im späteren Gasthaus. 1831 entstand unter Dorfrichter Michael Zöbinger eine Kapelle; 1847 kam ein neues Schulhaus hinzu. Die Cholera forderte 1866 37 Todesopfer. Im folgenden Jahr entstand die Kirche anstelle der hölzernen Kapelle. 1888 zerstörte ein Großbrand 23 Häuser. Am 12. April 1945 warfen sowjetische Flugzeuge Brandbomben auf den Ort; zwölf Häuser, drei Scheunen, Stallungen und ein Fruchtkasten brannten ab. Nach einer Renovierung wurde die Kirche 1990 neu gesegnet.

Quellen: Gemeinde Neudorf – Zlabern

Zusammenschluss und Infrastruktur

1907 wurde bei Neudorf ein bronzezeitlicher Fund gemacht, der heute im Krahuletz-Museum in Eggenburg gezeigt wird. 1966 und 1967 wurden in Zlabern Güterwege ausgebaut und Windschutzgürtel angelegt; 1967 erhielt der Ort eine Wasserleitung. 1971 wurden Neudorf, Kirchstetten und Zlabern zur Großgemeinde zusammengeschlossen. 1986 erhielt sie ein Gemeindewappen. 1988 wurde in Zlabern der Gemeindekeller neu gebaut, 1991 das Gasnetz in Betrieb genommen. 1996 waren Hochbehälter, Kellerwasserleitung und Waldbrunnen fertiggestellt. 1998 erhielt Zlabern einen neuen Bildstock, gestaltet und errichtet von Christine und Johann Minarik.

Quellen: Gemeinde Neudorf – Gemeindegeschichte · Gemeinde Neudorf – Zlabern

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Neudorf im Weinviertel auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 425
31.10.2021 · Registerzählung1 394
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 344

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
709
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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