FALLBACH KENNENLERNEN
Fallbach: Kirchen, Schlösser und Spuren am Talrand
Die Gemeinde Fallbach umfasst fünf Ortschaften im nördlichen Weinviertel. Am Übergang von der Laaer Ebene zu sanften, teils bewaldeten Hügeln liegen Fallbach, Friebritz, Hagenberg, Hagendorf und Loosdorf. Zum 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 783 Einwohner; ihre Fläche beträgt 30,43 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gemeinde Fallbach – Geschichte
Fallbachs spätmittelalterliche Pfarrkirche
Die Pfarrkirche St. Lambert ist eng mit der Herrschaft Loosdorf verbunden. Die Pfarre ist seit 1147 belegt. Im 15. Jahrhundert ließen die Eitzinger das Gotteshaus zu einer spätmittelalterlichen Landkirche umbauen; zwei Wappen an der Kirche, eines mit der Jahreszahl 1483, erinnern an diese Bauphase. Die älteste Glocke trägt die Jahreszahl 1488. Auch eine Burg bestand im Ort, ihr Standort lag laut Ortsgeschichte jedoch nicht an der Kirche. 1590 verzeichnete die Chronik im Dorf eine Schule, einen Pfarrhof und 71 Häuser.
Quellen: Gemeinde Fallbach – Geschichte
Loosdorf: Burg, Schloss und Dreifaltigkeitskirche
Im Spätmittelalter wurde der Sitz der Grundherrschaft von Fallbach in die Burg Loosdorf verlegt. Ulrich Eitzing erwarb die Herrschaft 1443 von Friedrich III.; sein Bruder Sigmund ließ 1472 neben der Burg eine der Dreifaltigkeit geweihte Kirche errichten. Sie erhielt 1479 Pfarrrechte. Die Burg wurde 1645 während des schwedischen Feldzugs zerstört. Fürst Liechtenstein ließ um 1680 das heutige Schloss erbauen; um 1750 entstand daneben die heutige Kirche, nachdem der ältere Bau abgetragen worden war. Ein Wirtschaftsgebäude beherbergt heute das Kulturzentrum und Gasthaus Winkelau. Die Ruine Hanselburg gehört ebenfalls zu den historischen Zielen der Gemeinde.
Hagenberg auf dem Hügel
Hagenberg verbindet Schlossanlage, Pfarrkirche und einen befestigten Höhenpunkt. Schon 1616 wirkte hier der evangelische Pfarrer Wolfgang Khaltzer. Der frühere Tumulus wurde 1720 zum Kalvarienberg umgestaltet; 1724 weihte der Passauer Weihbischof Josef Lamberg die Kirche und ihre Altäre. Eine Beschreibung von 1775 nennt ein Schloss mit Garten, Teichgraben und Mauer, dazu eine Kirche mit ummauertem Friedhof, Pfarrhof, Meierhof und Ziegelofen. Der Festtag des heiligen Ägidius bestimmte danach auch den Termin des Kirtags. Die Ortsbeschreibung nennt außerdem den Weißenberg und einen gegenüberliegenden Hügel als markante Geländepunkte.
Dörfer, Museen und Vereinsleben
In Hagendorf liegen ein Dorfmuseum und ein Drechslermuseum; beide können nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden. 1938 verzeichnete das Adressbuch in Fallbach unter anderem Bäcker, Fleischer, Gastwirte, Schmied und Wagner. Im April 1945 fanden zwischen Fallbach und Altenmarkt schwere Kämpfe statt; am 21. April wurde Fallbach von sowjetischen Truppen besetzt. In Loosdorf dauerten die Kämpfe vier Tage; eine kleine Einheit hielt sich auf der Hanselburg bis zur Kapitulation am 8. Mai. Der USC Fallbach wurde 1970 gegründet, seine Fußball- und Tennisangebote sind in Hagendorf verankert. Die Frauenmannschaft errang 2021/22 den Meistertitel in der Frauengruppe Weinviertel. In der Gemeinde gibt es außerdem einen Kindergarten und eine Volksschule.
Quellen: Gemeinde Fallbach – Katastralgemeinde Hagendorf · Fallbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Fallbach – Dorfmuseum Hagendorf · Gemeinde Fallbach – Drechslermuseum Hagendorf
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Fallbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Fallbach – Geschichte
- Gemeinde Fallbach – Katastralgemeinde Loosdorf
- Gemeinde Fallbach – Katastralgemeinde Hagenberg
- Gemeinde Fallbach – Katastralgemeinde Hagendorf
- Gemeinde Fallbach – Dorfmuseum Hagendorf
- Gemeinde Fallbach – Drechslermuseum Hagendorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
