GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Gaubitsch

Eine Gemeinde mit drei Ortschaften südlich von Laa an der Thaya

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Kirchenhügel mit Aufgang und Pfarrkirche in Gaubitsch
Kirchenhügel mit Aufgang und Pfarrkirche in Gaubitsch · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Gaubitsch“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
945
01.01.2026
Fläche
22,48 km²
Bevölkerungsdichte
42,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2154
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GAUBITSCH KENNENLERNEN

Gaubitsch: Kellergassen, Kirchen und alte Marktspuren

Gaubitsch liegt am südlichen Rand der Laaer Ebene, rund sieben Kilometer südlich von Laa an der Thaya. Die Gemeinde zählt die Ortschaften Altenmarkt, Gaubitsch und Kleinbaumgarten. Zum 1. Jänner 2026 lebten hier 945 Menschen auf 22,48 Quadratkilometern.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gaubitsch - GEM2GO WEB - Home

Ein alter Pfarrort

Die Pfarre Gaubitsch ist seit dem 11. Jahrhundert belegt. Eine Urkunde von 1055 nennt den Ort als „villa Gevvatisprunnen“; 1147 erscheint die Form „Gawats“, die auf ein slawisches Wort für Schmied zurückgeführt wird. Bis ins 15. Jahrhundert war die Pfarre mit Großkrut verbunden; im 17. Jahrhundert reichte ihr Sprengel von Laa bis Staatz. Die Kirche liegt innerhalb des Friedhofs. Ihr ältester Teil ist der gotische Chor aus dem 15. Jahrhundert; das Langhaus wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erneuert. 1651 kam die Sakristei hinzu, 1875 ein neugotischer Hochaltar. Ein Beinhaus an der Nordseite könnte Gebeine aus der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen von 1278 aufgenommen haben.

Quellen: Pfarre Gaubitsch – Geschichte

Brände, Seuchen und Wiederaufbau

1685 zog eine Heuschreckenplage über Gaubitsch; 1703 forderte die Pest viele Todesopfer und der Markt wurde anschließend nach Stronsdorf verlegt. 1749 kehrten Heuschreckenschwärme zurück, richteten laut Chronik aber keinen Schaden an, weil die Bewohner sie von Feldern und Wiesen vertrieben. Ein verheerender Brand vernichtete 1834 insgesamt 34 Wohnhäuser samt Nebengebäuden. Nach einer preußischen Einquartierung brach 1866 die Cholera aus und tötete 67 Menschen. 2011 wurden 24 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu den Jahren 1938 bis 1945 interviewt; daraus entstand ein einstündiges Video.

Quellen: Gemeinde Gaubitsch – Ortsgeschichte und Sehenswürdigkeiten

Die heutige Großgemeinde

Altenmarkt und Kleinbaumgarten wurden mit 1. Jänner 1970 nach Gaubitsch eingemeindet. Zwei Jahre später vereinigte die Landesregierung Gaubitsch und Unterstinkenbrunn zur Gemeinde Gartenbrunn. Nach einem Gemeinderatsbeschluss wurden deren Gebiete mit Jahresbeginn 1995 wieder auf Gaubitsch und Unterstinkenbrunn aufgeteilt. Gaubitsch ist der Verwaltungssitz. Die Felder werden vor allem für Zwiebeln, Zuckerrüben und Getreide genutzt. Die Zentralfläche wurde 2014 im Zuge der Erneuerung von Kanal und Straßen umgestaltet. Drei erhaltene gotische Vierkopfpfeiler stehen im Gemeindegebiet; der vierte ging bei den Kämpfen von 1939 bis 1945 verloren. Der Rundweg „Bibelweg“ ist etwa siebeneinhalb Kilometer lang und führt an sieben Stationen vorbei.

Quellen: Gemeinde Gaubitsch – Zahlen und Fakten · Gemeinde Gaubitsch – Vierkopfpfeiler · Gemeinde Gaubitsch – Bibelweg, Rundweg-Folder

Kellergassen und Dorfkultur

Die Bergzeile in Gaubitsch ist eine rund 700 Meter lange Kellergasse mit 69 Presshäusern, die überwiegend giebelständig in zwei einseitigen Zeilen am Hang stehen. Am zentralen Platz steht ein gotischer Vierkopfpfeiler, den der Dorfrichter Wolfgang Trautman 1504 errichten ließ. Beim schwedischen Einfall 1645 wurden in Altenmarkt alle Häuser zerstört. Der Ort gehörte bis 1783 zur Pfarre Fallbach und wurde dann nach Gaubitsch eingepfarrt; die Kapelle auf einer kleinen Anhöhe wurde 1797 errichtet. Choleraausbrüche forderten 1832 sechs und 1855 dreizehn Tote; 1873 vernichtete ein Feuer fünf Scheunen und ein Presshaus. Die Kapelle wurde 1945 ebenfalls zerstört und 1951 von der Gemeinde wieder aufgebaut.

Quellen: Gemeinde Gaubitsch – Kellergasse Bergzeile · Gemeinde Gaubitsch – Vierkopfpfeiler · Gemeinde Gaubitsch – Katastralgemeinde Altenmarkt

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Gaubitsch auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung886
31.10.2021 · Registerzählung881
01.01.2026 · Bevölkerungsstand945

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
446
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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