DRASENHOFEN KENNENLERNEN
Drasenhofen: Renaissance im Weinviertler Grenzland
Drasenhofen liegt im nördlichen Weinviertel nahe der Grenze zu Tschechien. Die Gemeinde zählt 1.103 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 35,20 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehören Drasenhofen, Kleinschweinbarth, Steinebrunn und Stützenhofen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Drasenhofen – Wikipedia, feste Artikelversion
Schloss Fünfkirchen als Renaissanceanlage
In Steinebrunn ließ Johann Bernhard von Fünfkirchen 1602 ein neues Schloss als Verwaltungssitz seiner Herrschaft errichten. Der nahezu quadratische Bau misst rund 42,7 Meter pro Seite und besitzt vier Flügel sowie vier an den Ecken angesetzte Türme. Die Außen- und Turmmauern sind 130 bis 140 Zentimeter stark. Gräben, Bastionen und Erdwälle verstärkten den wehrhaften Charakter; ein Torbau im Westen schützte den Zugang. Im Innenhof sind Fensterrahmungen aus der Renaissance erhalten, ebenso Gewölbe im Erdgeschoss, teils mit Stuckrippen aus der Zeit um 1600. Die Keller erstrecken sich unter dem gesamten Schloss. Inschriften über West- und Osttor nennen den Bauherrn und seine Hofämter.
Quellen: Entstehung des Schloss Fünfkirchen
Umbau und barocke Räume
Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde das Schloss eingezogen und an Kardinal Dietrichstein übergeben, der dort Soldaten und eine Waffenkammer einrichtete. 1647 plünderten schwedische Truppen die Anlage. Johann Sigismund von Fünfkirchen erwarb die Herrschaft im selben Jahr zurück. Eine Sonnenuhr im Innenhof von 1665 markiert den Beginn der barocken Phase. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Graf Johann Adam das Stammschloss umgestalten: Im Ostflügel entstand ein neues Hauptportal mit Wappen, Giebel und Statuen. Im Südflügel wurde eine Sala Terrena eingerichtet, ein gewölbter Raum mit Muschelnischen, Pilastern, Bandelwerkstuck und Fresken. In den Fensternischen des ersten Stocks sind Reste spätbarocker Secco-Malerei erhalten. Der barocke Uhrturm, der auf einem Stich um 1700 erscheint, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts abgebrochen.
Die von den Bewohnern finanzierte Pfarrkirche
Die Pfarrkirche Drasenhofen entstand 1687 und wurde von den Bewohnern selbst finanziert. Die frühbarocke Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert; der klassizistische Hochaltar aus dem Jahr 1800. Um 1860 kam das Altarbild hinzu. Ende des 19. Jahrhunderts stifteten die Fünfkirchner eine neue Sakristei und ein Oratorium für die Kirche, das sogenannte Grafenkammerl; der Aufgang trägt ihr Wappen. Seitenaltäre wurden in den 1920er-Jahren ergänzt; aus derselben Zeit stammt die hölzerne, im Art-déco-Stil bemalte Kirchendecke.
Quellen: Pfarrkirche Drasenhofen
Landtechnik und Alltagsobjekte im Traktorium
Das Traktorium sammelt und zeigt Fahrzeuge und Gegenstände des 20. Jahrhunderts. Den Schwerpunkt bilden Traktoren: Viele stammen von Steyr und wurden zwischen 1949 und 1967 gebaut; zwei Lanz Bulldog stammen aus dem Jahr 1936. Hinzu kommen Traktoren anderer Hersteller, Motorräder, Roller und Fahrräder. Blech- und Emailschilder, beleuchtete Reklame, Zapfsäulen sowie Uniformen von Gendarmerie und Zollwache ergänzen die Sammlung. Im angrenzenden Herrnstadel, einem barocken Schüttkasten der Fürstenfamilie Trautson, wurde 2011 die Restaurierung abgeschlossen. Dort stehen unter anderem zwei Traktoren von 1934 und ein Feuerwehr-Spritzenwagen von 1894. Auf dem Freigelände beim Herrnstadel sind auf 100 Quadratmetern landwirtschaftliche Geräte zu sehen. Der 2015 eröffnete Köllabergstadl erweiterte die Ausstellung um eine Lohner-Sammlung. Besuche sind nach telefonischer Voranmeldung möglich.
Quellen: Traktorium Drasenhofen
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
