LEIBEN KENNENLERNEN
Leiben zwischen Schlossberg und Donau
Leiben liegt am Südrand des Waldviertels im Bezirk Melk. Die Marktgemeinde zählt am 1. Jänner 2026 1.346 Einwohner und umfasst 12,53 Quadratkilometer. Das Gebiet reicht vom Donautal bei Weitenegg in das Tal des Weitenbachs und auf die Höhen nördlich des Marktes.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Leiben – Wikipedia, feste Artikelversion
Burg, Markt und Herrschaft
Eine Schenkungsnotiz von 1113 nennt „Lupan“, das möglicherweise Leiben meint; gesichert ist die Nennung eines Ortolf von Luiben im Jahr 1196. Die Ritter von Leiben sind bis 1332 nachweisbar. 1402 ließ König Ruprecht die Feste belagern und zerstören. 1473 gelangte sie an Andreas Krabat von Lappitz. Kaiser Maximilian I. verlieh dem Dorf 1513 das Marktrecht samt Wappen und Jahrmarkt am Ulrichstag. 1531 wurden die Herrschaften Leiben und Weitenegg vereinigt, der Verwaltungssitz wechselte nach Leiben. Unter Hans Christian Geyer von Osterburg erhielt die Burg zwischen 1617 und 1659 ihre heutige Schlossgestalt. 1796 gelangte Schloss Leiben in den Besitz des Hauses Habsburg; nach dem Ende der Monarchie verwaltete es ab 1919 der Invalidenfonds. Nach 1945 verwalteten die Bundesforste das Schloss; die Gemeinde mietete Räume und erwarb es 1989.
Quellen: Marktgemeinde Leiben – Geschichte von Leiben · Marktgemeinde Leiben – Die Geschichte von Schloss Leiben
Weitenegg an der Mündung
Die Burg Weitenegg steht an der Mündung des Weitenbachs in die Donau. Ihre ältesten Bauteile stammen aus dem 12. Jahrhundert; 1236 fiel der Besitz an die Babenberger. Im Spätmittelalter wurde die mächtige Burganlage in den Auseinandersetzungen mehrfach erobert. Die Überfuhr über die Donau wurde 1637 vom Propst zu Ardagger erworben und bildete eine wichtige Einnahmequelle der Herrschaft. Am Fuß der Burg entstand eine Siedlung, die 1663 erstmals als Markt bezeichnet wurde. Die Anlage verlor ihre Wohnfunktion im späten 17. Jahrhundert und verfiel. Die weitläufige Ruine markiert bis heute den Übergang zwischen dem engen Bachtal und dem Donauufer.
Papier, Textil und Pigmente
Joseph von Fürnberg ließ im 18. Jahrhundert Meierhof, Schlosstaverne und Forsthaus errichten. Unter seiner Herrschaft entstand anstelle eines Eisenhammers und einer Mühle eine Papierfabrik, aus der später eine Textilfabrik hervorging. In Weitenegg übernahm die 1846 in Wien gegründete Farbenfabrik Habich 1921 die Ultramarinfabrik Setzer und verlagerte die Produktion an den Donau-Standort. Heute erzeugt Habich dort anorganische Bunt- und Korrosionsschutzpigmente sowie Pigmentpräparationen und -pasten.
Quellen: Marktgemeinde Leiben – Geschichte von Leiben · Habich – Über uns
Schloss Leiben als Kulturort
Die Restaurierung machte das Europaschloss zum Kultur- und Veranstaltungsort. Im Körnerbodentrakt und Gewölbekeller zeigt das Landwirtschaftsmuseum mehr als 30 fahrbereite Traktoren aus den Jahren 1920 bis 1960; im Westtrakt erläutern Hohenheimer Modelle die Entwicklung der Landtechnik; einige Modelle können bei Vorführungen in Bewegung gesetzt werden. Das Museum öffnet jährlich von Ostermontag bis Ende Oktober; im Oktober gelten Sonn- und Feiertage von 10 bis 17 Uhr, Gruppen können nach Voranmeldung auch außerhalb dieser Zeiten kommen. Zwei Innenhöfe strukturieren den Bau; der Haupthof ist fünfeckig. Schießscharten und massive Torbögen erinnern an die wehrhafte Anlage. Der kompakte Schlossblock steht auf einem Felsen über dem Ort und ist von der Donauseite weithin sichtbar.
Quellen: Marktgemeinde Leiben – Österreichisches Landwirtschaftsmuseum · Marktgemeinde Leiben – Das Schloss · Marktgemeinde Leiben – Österreichisches Landwirtschaftsmuseum
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Leiben – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Leiben – Geschichte von Leiben
- Marktgemeinde Leiben – Geschichte von Weitenegg
- Marktgemeinde Leiben – Die Geschichte von Schloss Leiben
- Habich – Über uns
- Marktgemeinde Leiben – Österreichisches Landwirtschaftsmuseum
- Marktgemeinde Leiben – Das Schloss
- Marktgemeinde Leiben – Österreichisches Landwirtschaftsmuseum
- Marktgemeinde Leiben – Kirche Leiben
Stand der Angaben: 08.10.2026
