KAUMBERG KENNENLERNEN
Araburg über dem Triestingtal
Kaumberg liegt dort, wo sich das Obere Triestingtal in die Voralpen öffnet. Die Marktgemeinde zählt 1.090 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 43,01 Quadratkilometer. Ihre Geschichte lässt sich an einer Höhenburg, einer befestigten Kirche und an technischen wie musikalischen Initiativen ablesen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Am Gerichtsberg
Der Gerichtsberg trennt die Einzugsgebiete von Triesting und Gölsen. Sechs amtliche Ortschaften verteilen sich auf sechs Katastralgemeinden; die Namen der Katastralgemeinden lauten Höfnergraben, Kaumberg, Laabach, Obertriesting, Steinbachtal und Untertriesting. Das Gemeindegebiet reicht damit über den engeren Ortskern hinaus. Steinbeil und Steinhämmer aus der Jungsteinzeit belegen frühe menschliche Präsenz im Gebiet.
Araburg und ihre Besitzer
Auf einem Höhenrücken steht die Araburg, deren Geschichte die Gemeinde ans Ende des 12. Jahrhunderts knüpft: Konrad von Arberg, ein steirischer Ministeriale, gilt als erster bekannter Burgherr. Während der Ersten Türkenbelagerung 1529 suchte die Bevölkerung dort Schutz. Eine Gemeindezeitung nennt 1626 als Kaufjahr für die Jörger-Besitzungen samt Araburg durch Abt Ignaz Kraft von Lilienfeld; 1683 wurde die Burg bei der Zweiten Türkenbelagerung teilweise zerstört. Kriegsfolgen des 20. Jahrhunderts beschleunigten den Verfall; in den 1960er-Jahren begannen Sicherungs- und Renovierungsarbeiten. Heute gehört die Anlage dem Stift Lilienfeld und wird von der Gemeinde verwaltet. Der 27 Meter hohe Bergfried bietet den Blick über das Voralpenland. Im Freiluftmuseum Szenarium zeigt ein Keramikexponat den Grundriss der Burg in verschiedenen Bauperioden; in der Kapelle vermittelt eine Audiostation ein Hörbild aus dem Leben der damaligen Bevölkerung.
Quellen: Geschichte der Araburg · Marktgemeinde Kaumberg aktuell, Ausgabe 3/2016 · Szenarium Araburg
Kirche am Taleingang
Die Pfarrgeschichte reicht bis ins späte 12. Jahrhundert zurück: Damals erhielt Conrad de Arberch die Kirche „Choumperch“ als Lehen des Passauer Bischofs. Nach einem Streit um das Patronatsrecht übernahm 1256 das Kloster Klein-Mariazell die Pfarre. Die Pfarrkirche St. Michael liegt erhöht am Eingang des Laabachtals und war eine Wehrkirche. Mauerreste umgeben Teile des Bauwerks. Das dreijochige gotische Langhaus mit Kreuzrippengewölbe und die Apsis stammen aus Bauphasen um 1400. 1580 setzte ein protestantischer Burgherr einen Prädikanten statt eines katholischen Pfarrers ein. Nach seiner Entmachtung gelangte die Pfarre 1625/26 an das Stift Lilienfeld. Im Ersten Weltkrieg wurden Glocken für Kriegszwecke eingezogen; nach einer erneuten Requisition im Zweiten Weltkrieg erhielt die Kirche 1949 fünf Glocken, die weiterhin läuten.
Quellen: Pfarrkirche St. Michael
Strom, Museum und Musik
Ein kommunales Elektrizitätswerk brachte 1928 elektrisches Licht nach Kaumberg. Bundespräsident Michael Hainisch nahm die Anlage im Herbst bei der Eröffnung in Anwesenheit der Bevölkerung in Betrieb. Das Heimatmuseum war von 1987 bis 2022 im früheren Wanderhäusl untergebracht, einem Gebäude, das zeitweise als Herberge, Gemeindeeinrichtung und Arrestzelle diente; derzeit ist das Museum vorübergehend geschlossen, ein neues Konzept wird vorbereitet. Ein weiteres Kapitel des Vereinslebens schreibt die Jugend- und Trachtenkapelle: Ihre Vorgängergruppen traten bereits in den 1950er-Jahren auf, offiziell angemeldet wurde die Jugendkapelle 1965. 1967 wurde beim ersten Kaumberger Bezirksmusikfest der Grundstein des heutigen Vereins gelegt. Das Neujahrsblasen gehört seit 1988 zum Jahreslauf; seit 2012 hat die Kapelle ein eigenes Musikheim.
Quellen: Kaumberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Heimatmuseum Kaumberg · Jugend- und Trachtenkapelle Kaumberg
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
