RUSSBACH KENNENLERNEN
Rußbach: Weingärten im südlichen Weinviertel
Im südlichen Weinviertel liegt Rußbach im Bezirk Korneuburg. Die Gemeinde zählt 1.372 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 30,65 Quadratkilometer. Weinbau und drei eigenständige Ortskerne prägen das Landschaftsbild.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Chronik – Gemeinde Rußbach
Urkundliche Anfänge und drei Ortsbilder
Die erste urkundliche Erwähnung Rußbachs wird auf 1171 datiert. Die heutige Gemeinde entstand 1970 aus den zuvor selbstständigen Gemeinden Niederrußbach, Oberrußbach und Stranzendorf; ihre Namen bezeichnen zugleich die drei Katastralgemeinden. Niederrußbach entwickelte sich aus den Siedlungen Hadersdorf und Rußbach. Die Ortsbilder unterscheiden sich deutlich: Oberrußbach ist ein Gassengruppendorf mit Haken- und Zwerchhöfen, Stranzendorf folgt als Straßendorf einer länglichen Dorfstruktur.
Quellen: Chronik – Gemeinde Rußbach · Niederrußbach – Gemeinde Rußbach · Oberrußbach – Gemeinde Rußbach · Stranzendorf – Gemeinde Rußbach
Weinbau und Kellergassen
Eine Eintragung der Ortschronik von 1898 berichtet von „1000 Viertel Weingärten“. Für das Gemeindegebiet nennt die Chronik rund 150 Hektar Rebfläche. Der Rebsortenspiegel reicht von Grüner Veltliner und Riesling über Chardonnay bis zu Sauvignon Blanc; bei den Rotweinen nennt die Chronik Zweigelt, Portugieser und Blauburger. Die Gemeinde führt auch die Herstellung von Sekt nach traditioneller Methode an. Historische Kellergassen erschließen die Weinbaurieden und verbinden Wege durch Weingärten und Wald. Die Untere Kellergasse in Niederrußbach umfasst etwa 48 Presshäuser entlang einer Hangkante; ihre Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück.
Quellen: Chronik – Gemeinde Rußbach · Kellergassen – Gemeinde Rußbach
St. Oswald und das Dorf Niederrußbach
Die Pfarrkirche St. Oswald wurde im 13. Jahrhundert errichtet und 1522 sowie 1832 erweitert. Zur Ausstattung des Friedhofs gehören Figuren aus dem 18. Jahrhundert, Überreste eines früheren Kreuzwegs. Der alte Pfarrhof stammt von 1773. Das älteste Flurdenkmal in der Umgebung ist ein Marterl auf der Ried Leben aus dem Jahr 1558. Die Pfarre gehört seit 2018 zum Pfarrverband Mittleres Schmidatal. Im Pfarrgebiet liegen außerdem die Filialkirchen Oberrußbach, der heiligen Margareta geweiht, und Tiefenthal mit dem Patrozinium Heiliger Geist.
Quellen: Niederrußbach – Gemeinde Rußbach · Pfarre Niederrußbach – Erzdiözese Wien
Kirchen am Hang und im Straßendorf
Oberrußbachs Filialkirche steht auf einem Hügel, an dem früher eine Wehranlage lag. Der Bau aus dem 13. Jahrhundert diente einst als Burgkapelle. Ein in die Außenwand gesetztes romanisches Relief zeigt ein Tier mit Menschenkopf; im Chor ist eine Sakramentsnische aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Der Hochaltar mit Opfergangsportalen datiert von 1695. In Stranzendorf entstand 1733 eine barocke Pfarrkirche nach Entwürfen Johann Lucas von Hildebrandts. Ihr schlanker Fassadenturm trägt das Wappen der Familie Schönborn; der Pfarrhof wurde 1712 errichtet. Im Kircheninneren liegen zwei kuppelartige Kreuzgewölbe mit ovalen Spiegeln; Johann Ranzi malte 1842 das Hochaltarbild.
Quellen: Oberrußbach – Gemeinde Rußbach · Stranzendorf – Gemeinde Rußbach
Offene Kirchen und gemeinsames Dorfleben
Die Pfarrkirche Niederrußbach ist laut Erzdiözese täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Innensanierung endete 2017 mit der Segnung des neu angeordneten Altarbereichs, der Grabkapelle und der Orgel. Die Gemeinde nennt Volksschule, Kindergarten, Fußball- und Tennisanlage sowie einen Musikverein als Einrichtungen des Ortes. Drei Freiwillige Feuerwehren und der ÖKB-Niederrußbach ergänzen das Vereinsleben. Kellerfest, Großkirtag, Theateraufführungen und Wandertage stehen im Gemeindekalender. Von den Weingartenrieden öffnen sich laut Gemeinde bei klarer Sicht Ausblicke über das Tullnerfeld bis zu Schneeberg und Ötscher.
Quellen: Pfarre Niederrußbach – Erzdiözese Wien · Chronik – Gemeinde Rußbach
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Rußbach (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Chronik – Gemeinde Rußbach
- Niederrußbach – Gemeinde Rußbach
- Oberrußbach – Gemeinde Rußbach
- Stranzendorf – Gemeinde Rußbach
- Pfarre Niederrußbach – Erzdiözese Wien
- Kellergassen – Gemeinde Rußbach
Stand der Angaben: 08.10.2026
