GROSSWEIKERSDORF KENNENLERNEN
Am Ausgang des Schmidatals
Am Ausgang des Schmidatals in das Tullnerfeld liegt Großweikersdorf zwischen Weinbergen, Feldern und bewaldeten Höhen. Die Marktgemeinde im Bezirk Tulln zählt 3.347 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 43,36 km². Sie setzt sich aus sieben Ortschaften zusammen, darunter Ruppersthal und Tiefenthal.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Großweikersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Sieben Orte und ein Bahnhof
Zur Gemeinde gehören außer Großweikersdorf die Ortschaften Ameisthal, Baumgarten am Wagram, Großwiesendorf, Kleinwiesendorf, Ruppersthal und Tiefenthal. Ackerflächen, Weinberge und bewaldete Höhen gliedern das Gebiet. Der Hauptort besitzt einen Bahnhof an der Franz-Josefs-Bahn und liegt an der Horner Straße B4. Eine frühere gemeinsame Bahnhaltestelle für Großwiesendorf und Tiefenthal wurde hingegen im Dezember 2015 aufgelassen. Der Bahnzugang ist somit innerhalb der Gemeinde unterschiedlich verteilt. Zum örtlichen Bildungsangebot gehören zwei Kindergärten, eine Volksschule und eine Mittelschule. Diese Einrichtungen ergänzen den Hauptort als Anlaufpunkt für alltägliche Wege aus den umliegenden Dörfern.
Arbeitsort und Pendelgemeinde
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Großweikersdorf 297 Arbeitsstätten mit insgesamt 851 Beschäftigungsverhältnissen. Dienstleistungen stellten mit 72,4 Prozent den größten Anteil der Standorte und mit 66,5 Prozent auch den größten Anteil der Beschäftigung. Auf Produktion und Bau entfielen 18,8 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse, auf den primären Sektor 14,7 Prozent. Die gesonderte Agrarerhebung 2020 hatte 85 land- und forstwirtschaftliche Betriebe gezählt. Trotz der örtlichen Arbeitsmöglichkeiten pendelten 2024 von den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in Großweikersdorf 78,3 Prozent aus der Gemeinde aus. Auch kulturelle Einrichtungen wie das Pleyel-Museum in Ruppersthal schaffen konkrete Angebote für Besucher in der Gemeinde.
Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse (Gebietsstand 2026) · Land Niederösterreich – Gemeindestatistik · Gemeinde – Pleyel-Museum · Großweikersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Musikgeschichte in Ruppersthal
Ruppersthal ist der Geburtsort des 1757 geborenen Komponisten und Klavierbauers Ignaz Joseph Pleyel. Das dortige Museum verbindet seine Lebensgeschichte mit erhaltenen Instrumenten. Zu sehen sind ein Hammerflügel aus Pleyels eigener Lebenszeit und ein Tafelklavier seines Sohnes Camille. Bilder und Dokumente erschließen darüber hinaus seine Arbeit als Verleger und Musiker. Die Instrumente gehören zu einem Haus, das auch als Aufführungsort genutzt wird: Die Pleyel-Gesellschaft veranstaltet hier Konzerte. So ist Musikgeschichte in Ruppersthal sowohl Gegenstand der Ausstellung als auch Teil eines heutigen Kulturangebots. Das Museum liegt an der Adresse Ruppersthal 108 und bildet einen eigenständigen kulturellen Anlaufpunkt abseits des Großweikersdorfer Hauptplatzes.
Quellen: Gemeinde – Pleyel-Museum
Ein Hauptplatz mit Marktgeschichte
Am Hauptplatz stehen Mariensäule, Pranger und Gemeindebrunnen. Die Pfarrkirche, nach ihrem Planer auch Fischer-von-Erlach-Kirche genannt, birgt ein Hochaltarbild von Martino Altomonte und ein „Heiliges Theater“ des Bühnenkünstlers Gallo Bibiena. Diese Zeugnisse lassen sich mit der Geschichte des Marktes verbinden: Im frühen 18. Jahrhundert brachte die Straße von Wien nach Prag zusätzlichen Verkehr nach Weikersdorf, später kam eine Poststation hinzu. Seit 1870 besteht die Bahnverbindung. Noch weiter zurück reicht der Weinbau, den bereits Urkunden des 12. Jahrhunderts für Wiesendorf belegen. Die heutige Gemeindeform entstand durch Zusammenschlüsse in den Jahren 1967 bis 1970.
Quellen: Gemeinde – Fischer-von-Erlach-Kirche · Großweikersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Großweikersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Land Niederösterreich – Gemeindestatistik
- Gemeinde – Pleyel-Museum
- Gemeinde – Fischer-von-Erlach-Kirche
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse (Gebietsstand 2026)
Stand der Angaben: 09.10.2026
