GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Stetten

Eine urkundliche Nennung von 1187, alte Weingärten und ein freigelegtes Austernriff verbinden die Ortsgeschichte.

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Pfarrkirche Sankt Ulrich in Stetten
Pfarrkirche Sankt Ulrich in Stetten · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Stetten - Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 371
01.01.2026
Fläche
7,74 km²
Bevölkerungsdichte
177,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2100
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

STETTEN KENNENLERNEN

Stetten: Weinbau und Urzeitmeer am Teiritzberg

Stetten ist eine Gemeinde im Bezirk Korneuburg. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.371 Menschen auf 7,74 Quadratkilometern. Der Ort am Teiritzberg verbindet überlieferte Weinbaugeschichte mit einem Fundplatz, an dem sich das tropische Meer des Miozäns untersuchen lässt.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gemeinde Stetten – Über die Gemeinde Stetten · Perlen- und Fossilienwelt

Stetin und die Klosterherrschaft

Die erste gesicherte Nennung des Ortes lautet „Stetin“ und stammt aus dem Jahr 1187; der Beleg steht im Salbuch des Stifts Klosterneuburg. Dort wird auch ein Geschlecht mit dem Namen Hugo de Stettin erwähnt. 1248 erhielt das Stift von Leutold, Graf von Hardegg, ein Lehen in Stetten. Die örtliche Überlieferung verknüpft auch Ottokars Heerscharen mit dem Ort: Um 1276 sollen sie hier gelagert haben. Seit 1345 wirkte ein eigener Priester im Ort, der zunächst noch von Leobendorf abhängig war. 1426 wurde die Pfarre dem Chorherrenstift Waldhausen übergeben. Eine kommunale Informationsschrift nennt 1685 als Jahr des Dorfrechts. Selbstständig wurde die Gemeinde am 17. Mai 1849.

Quellen: Gemeinde Stetten – Über die Gemeinde Stetten · Geschichte der Pfarre Stetten

Weinbau zwischen Klöstern und Buschenschank

Der Weinbau lässt sich laut Gemeinde bis in die Zeit Ottokars zurückverfolgen. Eine örtliche Überlieferung berichtet, „Gstetten“ habe den Zehent von 18 Weingärten abliefern müssen. Im 17. Jahrhundert regelten Dorfbestimmungen den Ausschank: Niemand durfte Wein ausschenken, und zum Laurentiustag am 10. August wurden zwei Weinhüter bestellt. Als damalige Weinbaufluren nennt die Gemeinde Neustiften, Guggenberg und Kirsnern. Um 1820 erreichte der Anbau seine größte Ausdehnung; einzelne Reben standen damals sogar im Schönkreuz-Feld und in den Hofäckern. Heute nennt die Gemeinde Grüner Veltliner und Welschriesling als Hauptsorten. Hinzu kommen unter anderem Weißer Riesling, Zweigelt und Blauburger.

Quellen: Weinbau und die Gemeinde Stetten · Das Weinviertel

Kirche und jüngere Pfarrgeschichte

Im Oktober 1946 feierte die Pfarre ein Jubiläum mit Erzbischof-Kardinal Theodor Innitzer. 1951 wurden neue Glocken geweiht. Johann Schneider verließ die Pfarre nach 14 Jahren; sein Nachfolger Robert Stoisek wirkte ab 1952 für 23 Jahre in Stetten. 1975 wurde Josef Levit zum Pfarrer ernannt. Während seiner Amtszeit wurden Bildstöcke und Kapellen renoviert, ein neuer Pfarrhof errichtet und die Kirche 1977 innen erneuert. Seit 1999 gehören Fatimamessen zur örtlichen Pfarrtradition; sie finden nach der Pfarrinformation von Mai bis Oktober am 13. des Monats statt.

Quellen: Kleine Kirchengeschichte von Stetten ab 1946 · Geschichte der Pfarre Stetten

Das Austernriff am Teiritzberg

Fossilien aus dem Korneuburger Becken wurden schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts beim Sand- und Ziegeltonabbau entdeckt. Systematische Fundortaufnahmen und Grabungen begannen 1975 mit dem Projekt Teiritzberg. Der Verein Freunde der Mineralien und Fossilien dokumentierte die Funde unter Leitung von Wolfgang Sovis; rund 40 Wissenschaftler werteten die Ergebnisse aus. Die Ablagerungen stammen aus einem tropischen Meer vor etwa 16,5 Millionen Jahren. 2006 legte die Gemeinde gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Wien einen Teil des Austernriffs frei; 2008 und 2009 entstand daraus ein Themenpark. Das heutige Erlebnismuseum wird von 1001 Themenwelten betrieben und wurde 2025 neu eröffnet. Für die Saison 2026 nennt die Betreiberinformation Öffnung von 27. März bis 1. November, Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen.

Quellen: Perlen- und Fossilienwelt · Fossilienwelt – Saison und Betreiber

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Stetten auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 256
31.10.2021 · Registerzählung1 354
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 371

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
636
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

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