STETTEN KENNENLERNEN
Stetten: Weinbau und Urzeitmeer am Teiritzberg
Stetten ist eine Gemeinde im Bezirk Korneuburg. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.371 Menschen auf 7,74 Quadratkilometern. Der Ort am Teiritzberg verbindet überlieferte Weinbaugeschichte mit einem Fundplatz, an dem sich das tropische Meer des Miozäns untersuchen lässt.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gemeinde Stetten – Über die Gemeinde Stetten · Perlen- und Fossilienwelt
Stetin und die Klosterherrschaft
Die erste gesicherte Nennung des Ortes lautet „Stetin“ und stammt aus dem Jahr 1187; der Beleg steht im Salbuch des Stifts Klosterneuburg. Dort wird auch ein Geschlecht mit dem Namen Hugo de Stettin erwähnt. 1248 erhielt das Stift von Leutold, Graf von Hardegg, ein Lehen in Stetten. Die örtliche Überlieferung verknüpft auch Ottokars Heerscharen mit dem Ort: Um 1276 sollen sie hier gelagert haben. Seit 1345 wirkte ein eigener Priester im Ort, der zunächst noch von Leobendorf abhängig war. 1426 wurde die Pfarre dem Chorherrenstift Waldhausen übergeben. Eine kommunale Informationsschrift nennt 1685 als Jahr des Dorfrechts. Selbstständig wurde die Gemeinde am 17. Mai 1849.
Quellen: Gemeinde Stetten – Über die Gemeinde Stetten · Geschichte der Pfarre Stetten
Weinbau zwischen Klöstern und Buschenschank
Der Weinbau lässt sich laut Gemeinde bis in die Zeit Ottokars zurückverfolgen. Eine örtliche Überlieferung berichtet, „Gstetten“ habe den Zehent von 18 Weingärten abliefern müssen. Im 17. Jahrhundert regelten Dorfbestimmungen den Ausschank: Niemand durfte Wein ausschenken, und zum Laurentiustag am 10. August wurden zwei Weinhüter bestellt. Als damalige Weinbaufluren nennt die Gemeinde Neustiften, Guggenberg und Kirsnern. Um 1820 erreichte der Anbau seine größte Ausdehnung; einzelne Reben standen damals sogar im Schönkreuz-Feld und in den Hofäckern. Heute nennt die Gemeinde Grüner Veltliner und Welschriesling als Hauptsorten. Hinzu kommen unter anderem Weißer Riesling, Zweigelt und Blauburger.
Quellen: Weinbau und die Gemeinde Stetten · Das Weinviertel
Kirche und jüngere Pfarrgeschichte
Im Oktober 1946 feierte die Pfarre ein Jubiläum mit Erzbischof-Kardinal Theodor Innitzer. 1951 wurden neue Glocken geweiht. Johann Schneider verließ die Pfarre nach 14 Jahren; sein Nachfolger Robert Stoisek wirkte ab 1952 für 23 Jahre in Stetten. 1975 wurde Josef Levit zum Pfarrer ernannt. Während seiner Amtszeit wurden Bildstöcke und Kapellen renoviert, ein neuer Pfarrhof errichtet und die Kirche 1977 innen erneuert. Seit 1999 gehören Fatimamessen zur örtlichen Pfarrtradition; sie finden nach der Pfarrinformation von Mai bis Oktober am 13. des Monats statt.
Quellen: Kleine Kirchengeschichte von Stetten ab 1946 · Geschichte der Pfarre Stetten
Das Austernriff am Teiritzberg
Fossilien aus dem Korneuburger Becken wurden schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts beim Sand- und Ziegeltonabbau entdeckt. Systematische Fundortaufnahmen und Grabungen begannen 1975 mit dem Projekt Teiritzberg. Der Verein Freunde der Mineralien und Fossilien dokumentierte die Funde unter Leitung von Wolfgang Sovis; rund 40 Wissenschaftler werteten die Ergebnisse aus. Die Ablagerungen stammen aus einem tropischen Meer vor etwa 16,5 Millionen Jahren. 2006 legte die Gemeinde gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Wien einen Teil des Austernriffs frei; 2008 und 2009 entstand daraus ein Themenpark. Das heutige Erlebnismuseum wird von 1001 Themenwelten betrieben und wurde 2025 neu eröffnet. Für die Saison 2026 nennt die Betreiberinformation Öffnung von 27. März bis 1. November, Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen.
Quellen: Perlen- und Fossilienwelt · Fossilienwelt – Saison und Betreiber
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Stetten (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Stetten – Über die Gemeinde Stetten
- Geschichte der Pfarre Stetten
- Weinbau und die Gemeinde Stetten
- Das Weinviertel
- Kleine Kirchengeschichte von Stetten ab 1946
- Perlen- und Fossilienwelt
- Fossilienwelt – Saison und Betreiber
Stand der Angaben: 08.10.2026
