ROSENBURG-MOLD KENNENLERNEN
Rosenburg-Mold: Burg, Kamp und Sommerfrische
Rosenburg-Mold verbindet das Kamptal mit dem Horner Becken. Die Gemeinde im Bezirk Horn zählt 848 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 30,66 Quadratkilometern. Ihre Geschichte verteilt sich auf fünf Ortschaften mit unterschiedlichen Landschaften und Bauwerken.
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Vom Wehrbau zum Renaissanceschloss
Die Rosenburg wird um 1150 erstmals erwähnt und entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Burganlage. Im späten 16. Jahrhundert ließ Sebastian II. Grabner sie zu einem Renaissanceschloss umbauen. Ein zweiter Hof kam hinzu; unter den Grabnern wurde die Anlage auch zu einem Zentrum des Protestantismus. Eine Druckerei auf der Burg stellte protestantische Literatur her. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte sie 1681 durch die Heirat Maria Regina Sprinzensteins mit Leopold Graf Hoyos an die Familie Hoyos. Der Turnierhof entstand im frühen 17. Jahrhundert und ist heute Teil des Schlossmuseums. Dort gehören Marmorsaal, Bibliothek, gotische Kapelle, Waffensaal und Falknereiausstellung zu den besuchbaren Räumen. Georg Matthäus Vischer hielt die Burg 1672 in einem Kupferstich seiner Topographie von Niederösterreich fest.
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Kamp, Bahn und frühe Siedlung
Der Kamp durchzieht das Tal bei Rosenburg; in der Ortsmitte mündet die Taffa in den Fluss. Unter der Leitung des Ingenieurs Engelmann wurde die Kamptalbahn 1888 und 1889 gebaut, die Eröffnungsfeier fand in Mold statt. Eine Haltestelle für Mold kam erst 1890 hinzu und war zunächst nur in den Sommermonaten in Betrieb. Beim Bahnbau wurde der Ziegelofen im Zaingruber Doppel verlegt und für Kohlenbrand neu errichtet; seine Ziegel gingen auch in Rosenburger Neubauten. Grabungen der 1980er und 1990er Jahre brachten in der Flur Hofmühle eine frühneolithische Siedlung und eine mittelneolithische Kreisgrabenanlage zutage.
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Sommerfrische und Gemeindebildung
Im Mai 1809 lagerten österreichische Truppen mit dem Hauptquartier Erzherzog Karls in Mold, während Kaiser Franz I. im Schloss Horn wohnte. Die Gemeindebaumschule beim Meierhof wurde 1883 aufgelassen; im Sommer 1884 entstand beim Platz „Schwemme“ ein Turnplatz. Rosenburg wurde im 19. Jahrhundert zur Sommerfrische, wovon Gründerzeitvillen im Kamptal zeugen. Mold, Mörtersdorf und Zaingrub blieben stärker landwirtschaftlich geprägt. Mit 1. Jänner 1967 wurden Mörtersdorf und Zaingrub der Gemeinde Mold angegliedert. Am 1. Jänner 1971 vereinigte sich Mold mit Rosenburg zur Gemeinde Rosenburg-Mold; das Gemeindeamt befindet sich in Rosenburg.
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Maria Dreieichen: vom Andachtsbild zur Basilika
Der Überlieferung nach begann die Wallfahrt 1656, nachdem eine Gebetserhörung den Horner Kürschnermeister Matthias Weingartner bewogen hatte, eine wächserne Pietà an einer dreistämmigen Eiche am Molderberg aufzustellen. 1680 schnitzte Matthias Sturmberger aus Horn das bis heute verehrte Gnadenbild aus Lindenholz. 1740 übernahm das Stift Altenburg die Wallfahrtsseelsorge. Um den Zulauf der Pilger aufzunehmen, ließ Abt Placidus Much zwischen 1744 und 1756 die barocke Kirche errichten. Paul Trogers Kuppelfresko gehört zu ihrer Ausstattung. 1782 wurde Maria Dreieichen eine selbstständige Pfarre; 1818 wurden die Türme fertiggestellt. 1957 erhob Papst Pius XII. die Kirche zur Basilika minor. In der Schatzkammer sind Votivbilder und Votivgaben aus der Pilgergeschichte verwahrt.
Quellen: Stift Altenburg – Pfarre und Wallfahrt Maria Dreieichen · Gemeinde Rosenburg-Mold – Tourismus und Freizeit
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Rosenburg-Mold – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
