HOHENWARTH-MÜHLBACH A.M. KENNENLERNEN
Hohenwarth-Mühlbach: Weinorte am Manhartsberg
Die Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg liegt im Bezirk Hollabrunn zwischen Wald- und Weinviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.344 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 43,59 Quadratkilometer. Die sieben Ortschaften verteilen sich über Weinland, Bachmulden und bewaldete Höhen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Marktort an alter Fernstraße
Hohenwarth ist der Hauptort der Marktgemeinde und liegt auf einer Geländestufe oberhalb der Weinberge. Eine Göttweiger Traditionsnotiz nennt den Ort 1060/70; eine Wehranlage sicherte hier den „Plekerten Weg“, eine wichtige Fernstraße nördlich der Donau. Die Herren von Hohenwarth sind vom 12. bis zum 15. Jahrhundert belegt. 1750 erhielt der Ort das Marktrecht. Die Jahrmärkte finden traditionell am Dienstag nach Judica und am Elisabethtag statt; die Markterhebungsurkunde datiert allerdings erst von 1819.
Quellen: Katastralgemeinden – Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach
Die Pfarrkirche über Hohenwarth
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Michael geweiht und steht erhöht über dem Ort. Ihr Bau vereint einen romanischen Kern mit gotischem Westturm und einem barockisierten Langhaus. Bei Straßenarbeiten kamen 1954 unweit der Kirche Teile eines Mastodon-Schädels zutage. Der Fund wird heute im Krahuletz-Museum in Eggenburg aufbewahrt.
Quellen: Katastralgemeinden – Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach · Tetralophodon – Krahuletzmuseum Eggenburg
Schloss Mühlbach und englischer Landschaftspark
Im Ortszentrum von Mühlbach erhebt sich das Schloss der Familie Gudenus. Die Gemeinde datiert die Ersterwähnung des Schlosses auf 1072. Es ist ein Wohnschloss der Spätrenaissance mit mittelalterlichem Kern. Die Bausubstanz besteht seit 1680 und wurde im 18. und 19. Jahrhundert ergänzt. Eine Besichtigung des Schlosses ist auf Anfrage möglich. Die Pfarrkirche St. Martin ist frühbarock mit gotischem Kern; zwei Nebenaltäre sind 1390 belegt, die Fresken stammen von Josef Keßler aus den Jahren 1868/69. Der angrenzende Park verbindet einen früheren barocken Ziergarten mit einem englischen Landschaftspark und einem Teich aus dem 18. Jahrhundert. Kornelkirsche, Sumpfzypresse, Platane, Ginkgo und Tulpenbaum stehen im Park; er ist durchgehend geöffnet.
Quellen: Schloss Mühlbach am Manhartsberg · Schlosspark Mühlbach am Manhartsberg
Joseph Misson und „Da Naz“
In Mühlbach am Manhartsberg wurde 1803 der Priester und Mundartdichter Joseph Misson geboren. Sein bekanntestes Werk, das Bauernepos „Da Naz“, schrieb er zwischen 1840 und 1850 mit Gänsekiel auf dreizehn beidseitig beschriebene Bögen handgeschöpften Papiers. Die Erstausgabe erschien 1850 in Krems. Das Geburtshaus ist ein Biedermeierhaus mit Holzschindel-Walmdach; die Sammlung zeigt neben dem Manuskript einen alten Backofen, einen Brunnen und einstige Stallungen. Misson verfasste das Epos in der „ui-Mundart“ und verband sie mit dem antiken Versmaß des Hexameters. Als Piarist unterrichtete er an Ordensschulen in Horn, Krems, Freistadt und Wien; zunehmende Schwerhörigkeit erschwerte seine Arbeit.
Wallfahrtskirche in Zemling
Zemling wird 1120 unter den Namen „Cemerleup“ und „Cemiliub“ erstmals genannt; die Katastralgemeinde liegt auf 373 Metern am Ostabfall des Manhartsberges. Eine Veste wurde im 15. Jahrhundert zerstört. Von 1680 bis 1830 war Zemling ein Marienwallfahrtsort. Die heutige Kirche Maria Heimsuchung entstand um 1760 auf dem Kern einer mittelalterlichen Burgkapelle. Eine eigenständige Pfarre gibt es seit 1784.
Quellen: Katastralgemeinde Zemling
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Katastralgemeinden – Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach
- Schloss Mühlbach am Manhartsberg
- Schlosspark Mühlbach am Manhartsberg
- Joseph Misson – Geburtshaus und Museum
- Katastralgemeinde Zemling
- Tetralophodon – Krahuletzmuseum Eggenburg
Stand der Angaben: 08.10.2026
