MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Nappersdorf-Kammersdorf

Sechs Ortschaften zwischen Lösshügeln, Weinkellern und historischen Dorfanlagen

GEMEINDEKENNZIFFER31028
Pfarrkirche in Nappersdorf, Gemeinde Nappersdorf-Kammersdorf
Pfarrkirche in Nappersdorf, Gemeinde Nappersdorf-Kammersdorf · Foto: GuentherZ · „GuentherZ 2011-03-19 0022 Nappersdorf Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 200
01.01.2026
Fläche
38,87 km²
Bevölkerungsdichte
30,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2033
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

NAPPERSDORF-KAMMERSDORF KENNENLERNEN

Nappersdorf-Kammersdorf: Kellergassen und alte Wege im Weinviertel

Die Marktgemeinde Nappersdorf-Kammersdorf liegt im nordwestlichen Weinviertel, zwischen Hollabrunn und Laa an der Thaya, im Bezirk Hollabrunn. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 1.200 Einwohner; ihre amtliche Fläche beträgt 38,87 Quadratkilometer.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Marktgemeinde Nappersdorf-Kammersdorf – Über die Gemeinde

Feldhügel und alte Wege

Nappersdorf-Kammersdorf liegt südöstlich des Laaer Beckens im Weinviertel. Kleine Wasserläufe sammeln sich im Gemeindegebiet zum Mottschüttelbach, der weiter zur Pulkau fließt. Bei Kammersdorf treffen historische Verkehrsachsen aufeinander: Der Wartberg am südlichen Ortsrand und ein Burgstall bei Kleinsierndorf markieren diese alte Wegelandschaft. Eine 1470 erwähnte Landstraße führte über den Wartberg; 1834 beschrieb ein Bericht die Verbindung von Stockerau nach Mähren als lebhafte Handelsstraße. Der pyramidenförmige Hausberg Ternberg in Haslach fällt steil ab und ist als archäologisches Denkmal geschützt. Funde am Ternberg lassen auf eine Befestigung schließen, die später im Mittelalter als Hausberg ausgebaut wurde. Burgstallberg und Galgenberg sind weitere bewaldete Naturinseln im offenen Ackerland.

Quellen: Nappersdorf-Kammersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2025

Nappersdorf und Kammersdorf in den Urkunden

Nappersdorf wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts als Nortprehtisdorf erwähnt, als Anshalm von Hetzmannswiesen Besitz dem Stift Göttweig übertrug. Kammersdorf ist 1252 als Camerstorff belegt. Der Ortskern folgt dem Typus eines Breitangerdorfes; spätere Wohnhäuser gingen teilweise aus Presshäusern hervor. Dürnleis erscheint 1209 als Durrenlitz, Kleinweikersdorf 1208 als Wichartesdorf. Kammersdorf hatte sich 1968 mit Kleinsierndorf verbunden. 1970 entstand die Großgemeinde Nappersdorf durch den Zusammenschluss mit Haslach und Kleinweikersdorf; 1971 folgte die Verbindung mit Dürnleis und Kammersdorf.

Quellen: Nappersdorf-Kammersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Kellergassen mit Hörstationen

Die Königliche Kellergasse in Dürnleis ist etwa 400 Meter lang und umfasst 42 Presshäuser. Zehn Hörstationen erzählen ihre Geschichte über QR-Codes in Deutsch, Englisch, Tschechisch und Weinviertlerisch. Der Weg durch die Kellerzeile ist frei zugänglich; Innenräume lassen sich im Rahmen einer Führung besichtigen. Eine Standardführung dauert mit Verkostung etwa 190 Minuten. Der leicht ansteigende Weg ist asphaltiert; auf der einen Seite reihen sich weiße Presshäuser, gegenüber spendet eine Baumzeile Schatten. Der barrierefrei erreichbare Kulturkeller enthält eine historische Baumpresse. In Nappersdorf liegt eine Kellergasse mit ungewöhnlich großen Presshäusern mitten im Ort. Von Juni bis September ist dort meist eine Kellertür geöffnet; Kellerinnenräume sind laut Tourismusinformation nur bei Veranstaltungen oder Führungen zugänglich.

Quellen: Marktgemeinde Nappersdorf-Kammersdorf – Königliche Kellergasse Dürnleis · Weinviertel Tourismus – Kellergasse Nappersdorf

Kirchen und Kapellen in den Dörfern

Die Pfarrkirche in Kammersdorf ist dem heiligen Bartholomäus geweiht, jene in Nappersdorf dem heiligen Stephanus. Zur Pfarre Kammersdorf gehören außerdem die Kapellen in Dürnleis und Kleinsierndorf sowie die Kapelle im Pfarrhof Kammersdorf. Die Maria-Schnee-Kapelle in Dürnleis und die Ortskapelle der heiligen Barbara in Kleinweikersdorf sind in der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts erfasst. Südlich von Kleinweikersdorf wurde 1832 ein Cholera-Friedhof angelegt, der auch in den Seuchenjahren 1836 und 1866 belegt wurde. In Kammersdorf führt die Liste außerdem die Figur des heiligen Florian und einen Nepomukbildstock; in Haslach stehen ein Bildstock und ein Tabernakelpfeiler unter Schutz. Zum Bestand in Nappersdorf gehören die Pfarrkirche und der Pfarrhof. Die Gemeindezentren in Kammersdorf und Kleinweikersdorf bilden heutige Treffpunkte für Betreuung, Einkauf und Veranstaltungen.

Quellen: Erzdiözese Wien – Pfarre Kammersdorf · Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2025 · Marktgemeinde Nappersdorf-Kammersdorf – Über die Gemeinde · Marktgemeinde Nappersdorf-Kammersdorf – Kleinweikersdorf

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Nappersdorf-Kammersdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 252
31.10.2021 · Registerzählung1 190
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 200

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
722
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Nappersdorf-Kammersdorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.