PERNERSDORF KENNENLERNEN
Pernersdorf: Dörfer, Weinberge und Spuren einer Burg
Die Marktgemeinde Pernersdorf liegt im Pulkautal im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Südlich des Ortskerns steigt der bewaldete Schlossberg auf 275 Meter. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.038 Menschen; die amtliche Fläche beträgt 25,84 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Marktgemeinde Pernersdorf – Katastralgemeinde Pernersdorf · Pernersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Im Tal der Pulkau
Die Pulkau durchzieht das Tal. Pernersdorf liegt etwas über 200 Meter hoch. Muscheln in den Feldweingärten bezeugen, dass das Gebiet einst von einem Meer bedeckt war. Bronzezeitliche und römische Funde zeigen, dass Menschen hier schon lange vor der ersten Urkunde siedelten. Die Marktgemeinde zählt fünf Ortschaften und liegt an der Weinviertler Weinstraße. Der zehn Kilometer lange Johannaweg ist als örtlicher Wanderweg ausgewiesen.
Quellen: Marktgemeinde Pernersdorf – Katastralgemeinde Pernersdorf · Marktgemeinde Pernersdorf – Marktgemeinde Pernersdorf
Burg, Aufstand und Mühle
Pernersdorf erscheint 1180 als Perhartstorf in einer Besitzbestätigung Papst Alexanders III. für das Augustiner-Chorherrenstift St. Pölten. Im Ort stand eine Burg, deren Reste laut Gemeindechronik in der alten Schmiede und in einem Haus erhalten sind. 1474 erstürmten aufständische Dorfbewohner die Anlage. Der abwesende Burgherr aus dem Geschlecht der Eizinger musste anschließend seine eigene Burg belagern; gefangene Aufständische wurden nach Wien gebracht und zum größten Teil hingerichtet. Beim Feldzug Matthias Corvinus’ wurde die Burg 1486 endgültig zerstört. Die heutige Marienkapelle stammt in ihrer jetzigen Gestalt aus der Zeit um 1700. Ein inzwischen verschütteter Gang führte von der Burg in den Unteren Ort. Die Mühle im Ort ist der Geburtsort des Dichters Walter Kainz. Nach den Eizingern folgten die Grafen von Hardegg, die bis 1848 ein stattliches Haus in Pernersdorf besaßen. Nach Aufhebung der Grundherrschaft scheiterte ein Versuch, Pernersdorf, Peigarten, Pfaffendorf und Ragelsdorf zu einer Großgemeinde zusammenzufassen, am Widerstand der Bevölkerung.
Quellen: Marktgemeinde Pernersdorf – Katastralgemeinde Pernersdorf
Peigartens romanische Kirche
Peigarten wurde 1141 in einer Schenkungsurkunde Bischof Reginberts von Passau genannt. Bronzezeitliche Siedlungsspuren und eine Kinderbestattung wurden im Teichfeld entdeckt. Die Kirche St. Radegund ist ein spätromanischer Quaderbau mit quadratischem Chor. Während der Reformation wurden hier katholische Gottesdienste gefeiert, obwohl die Pfarrkirche Pfaffendorf in protestantischer Hand war. Bei der Restaurierung 1955 kamen kleine romanische Fenster und ein inzwischen vermauertes Rundbogenportal zum Vorschein; 1998 erhielt das Langhaus wieder eine offene Holzdecke. An der Ostseite der Kirche sind verwitterte romanische Löwenfiguren eingemauert; der eingezogene Chor besitzt ein Kreuzrippengewölbe mit Schlussstein. Der Nordostturm hat einen gotischen Kern und wurde später barock erhöht. In der Ortsmitte steht außerdem die barocke Barbarakapelle. Peigarten lag ab 1141 wahrscheinlich im Sprengel der Pfarre Groß und gehört seit dem 13. oder 14. Jahrhundert zur Pfarre Pfaffendorf.
Quellen: Marktgemeinde Pernersdorf – Katastralgemeinde Peigarten
Fünf Ortschaften im Weinland
Zum Gemeindegebiet gehören Pernersdorf, Peigarten, Pfaffendorf, Karlsdorf und Ragelsdorf. Karlsdorf liegt innerhalb der Katastralgemeinde Pfaffendorf. Die dem heiligen Georg geweihte Pfarrkirche steht im Ort Pfaffendorf; in Ragelsdorf erinnert eine Grabkapelle an Magdalena von Ehrenfels. Die Gemeindeseite führt ein Bienenzüchtermuseum, eine Ziegelsammlung und bäuerliche Geräte als lokale Sammlungen an.
Quellen: Pernersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Pernersdorf – Marktgemeinde Pernersdorf
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
