DÜRNKRUT KENNENLERNEN
Dürnkrut: Schloss und Marchfeldschlacht
Dürnkrut ist eine Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf. Am Ostrand des Weinviertels reicht ihr Gebiet bis zur March; 2.232 Menschen lebten hier am 1. Jänner 2026, die Fläche beträgt 30,39 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehören Dürnkrut und Waidendorf.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · FFH-Gebiet March-Thaya-Auen: Dürnkrut
Am Rand der Marchauen
Die March bildet östlich der Ortslagen die Grenze zur Slowakei. Am Ufer erstreckt sich das Europaschutzgebiet March-Thaya-Auen. Die amtlichen Detailpläne 9 bis 11 zeigen, dass die geschützten Uferflächen in mehreren getrennten Abschnitten verlaufen. Die Auenlandschaft mit Wasserflächen und Gehölzen unterscheidet sich deutlich von den offenen Weinviertler Feldern westlich der Siedlungen.
Quellen: FFH-Gebiet March-Thaya-Auen: Dürnkrut · Soldaten schließen gebrochenen Damm an der March
Schloss und barocke Kirche
Über dem Ortszentrum erhebt sich Schloss Dürnkrut, ein mehrflügeliger Bau mit markantem Torturm. Im Inneren sind die Schlosskapelle und die Sala Terrena Teil des Besichtigungsangebots; das Schlossmuseum verbindet archäologische und paläontologische Sammlungen. Die Sonderausstellung „Vom Urelefanten zum Frühmenschen“ läuft von 1. Jänner bis 31. Dezember 2026. Das Museum ist mit Kinderwagen zugänglich. Die Pfarrkirche zum heiligen Jakobus dem Älteren steht erhöht im westlichen Ortsteil. Graf Jakob Hamilton ließ sie 1698 als einheitlichen Barockbau errichten; Langhaus und vorgestellter Turm prägen ihre Silhouette.
Quellen: Schlossmuseum Dürnkrut · Dürnkrut – Wikipedia, feste Artikelversion
Die Schlacht auf dem Marchfeld
Am 26. August 1278 trafen die Heere König Ottokars II. Přemysl und Rudolfs von Habsburg in einer Entscheidungsschlacht aufeinander. Ottokar hatte nach dem Tod des letzten Babenbergers die österreichischen Länder beherrscht; Rudolf beanspruchte sie als König des Heiligen Römischen Reiches. Rudolfs Sieg ebnete den Habsburgern den Weg zu einer dauerhaften Herrschaft in Österreich. Ottokar II. kam nach der Niederlage auf dem Schlachtfeld ums Leben. Der überlieferte Schauplatz liegt im Marchfeld zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen.
Waidendorf und die Flut von 2006
Waidendorf liegt südlich des Hauptortes und ist eine eigene Ortschaft und Katastralgemeinde. Der Ort wird 1250 erstmals urkundlich erwähnt. 1369 ging er an Otto von Zelking, 1385 an Heinrich von Pottendorf und 1423 in die Herrschaft Wolkersdorf über. Seit einer Abstimmung 1970 gehört Waidendorf zur Marktgemeinde Dürnkrut. Die dem heiligen Ulrich geweihte Pfarrkirche steht erhöht im Süden des Dorfes; 1783 wurde Waidendorf zur selbständigen Pfarre erhoben. Eine am 24. November 1878 eröffnete Schule dient heute als Kindergarten. Die örtliche Freiwillige Feuerwehr Waidendorf wurde 1886 gegründet. Bei den Choleraepidemien von 1842 und 1855 starben laut Ortschronik 60 Menschen, darunter elf Kinder. Die Viehzählung von 1934 registrierte in Waidendorf 93 Pferde, 417 Rinder, 480 Schweine und 230 Ziegen; damals lebten dort 823 Menschen. Im April 2006 traf ein Marchhochwasser die tiefer gelegene Ortslage Dürnkrut: In den frühen Morgenstunden brach bei Jedenspeigen ein Damm. Das Bundesheer unterstützte den Schutzwall und schloss die etwa 80 Meter lange Bruchstelle mit Panzersperren und Big Bags aus der Luft.
Quellen: Soldaten schließen gebrochenen Damm an der March · Dürnkrut – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
