DRÖSING KENNENLERNEN
Drösing: Markt, Bahn und Marchauen
Drösing liegt an der March im Bezirk Gänserndorf. Die Marktgemeinde zählt 1.100 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 29,51 Quadratkilometer. Zu ihrem Gemeindegebiet gehört auch Waltersdorf an der March; beide Orte sind durch Pfarr-, Bahn- und Flussgeschichte geprägt.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Marktgemeinde Drösing - Startseite
Vom alten Siedlungsplatz zum Markt
Drösing ist 1212 erstmals unter der Form „Drezzinge“ urkundlich erwähnt. 1293 erscheint der Ort bereits als Markt: Leuthold von Kuenring stellte damals einen Platz für die Verlegung der Kirche bereit. Die Gemeindechronik erklärt den Ortswechsel mit häufigen Überschwemmungen an der Zaya. Die Siedlung wurde etwa einen Kilometer westlich an den heutigen Platz verlegt; zunächst blieb die Kirche beim alten Standort. Waltersdorf an der March wird 1303 erstmals als „Walprehsdorf“ genannt. Ein Urbar von 1414 verzeichnet dort elf Ganzlehen, neun Halblehen, zwei Viertellehen und acht Hofstätten. Bei einem Kuruzzen-Einfall 1705 brannten laut Gemeindetafel Markt und Häuser nieder; Kirche und eine Kapelle blieben stehen.
Quellen: Marktgemeinde Drösing – Geschichte Drösing · Marktgemeinde Drösing – Zeittafel
Kirchen und Pfarrgeschichte
Die Pfarrkirche Drösing ist dem heiligen Laurentius geweiht. Eine Pfarre bestand laut Gemeindetafel bereits 1050; 1212 übertrug Herzog Leopold VI. das Patronat dem Zisterzienserstift Lilienfeld. 1730 erhielten Kirche und Friedhof eine Umfassungsmauer; Waltersdorf lieferte dafür 4.000 Ziegel. 1796 wurde die baufällige Kirche – mit Ausnahme des Turms – abgetragen und neu errichtet. Die Filialkirche Waltersdorf, dem heiligen Michael geweiht, wurde ab 1765 gebaut. Die Gemeinde verpflichtete sich, sie dauerhaft zu erhalten. 2000 wurde der Turm der Drösinger Pfarrkirche renoviert.
Quellen: Marktgemeinde Drösing – Zeittafel · Drösing – Wikipedia, feste Artikelversion
Bahn, Mühle und Raffinerie
Am 4. November 1839 hielt erstmals ein Zug in Drösing. Die Nordbahn verband den Ort mit Wien und dem nördlichen Marchgebiet; 1889 kam die Strecke nach Zistersdorf hinzu. Der Personenverkehr auf dieser Nebenbahn endete 2001. Eine Mühle am Zayabach ist 1586 in der Chronik belegt; das heutige Mühlengebäude stammt aus 1847. 1925 erzeugte eine eingebaute Turbine dort erstmals Strom für Drösing. Eine Petroleumraffinerie westlich des Bahnhofs nahm 1898 den Betrieb auf. Sie stellte unter anderem Kerosin, Wundbenzin und verschiedene Benzine her. Die Demontage der Anlage begann im Sommer 1937.
Quellen: Marktgemeinde Drösing – Zeittafel · Drösing – Wikipedia, feste Artikelversion
Auenlandschaft und Waltersdorf
Drösing liegt an der March und gehört zum Naturraum der March-Thaya-Auen. Das Dorf ist als Angerdorf angelegt, Waltersdorf als Straßendorf. Die Kopfweiden rund um Drösing prägen die Auenlandschaft; im Frühjahr wurden ihre Ruten traditionell als Flecht- und Brennmaterial geschnitten. Die zurückbleibenden Stämme bieten Graureihern Nistplätze. Die Auen sind als Natura-2000-Gebiet geschützt. Ein Zollhaus erinnert an die Maut für frühere Überfahrten über die March. Die Kamp-Thaya-March-Radroute führt am Ortskern vorbei und weiter in Richtung des Naturschutzgebiets „In den Sandbergen“. 1998 wurde in Waltersdorf ein Hochwasserschutz errichtet, der den Ort vor Marchhochwasser schützt.
Quellen: Regionalverband March-Thaya-Auen – Drösing · Land Niederösterreich – FFH-Gebiet March-Thaya-Auen · Marktgemeinde Drösing – Zeittafel · Marktgemeinde Drösing – Radwege
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Drösing – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
