EBENTHAL KENNENLERNEN
Ebenthal: Schloss, Schüttkasten und Weinrieden
Ebenthal ist eine Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf. Das Gemeindegebiet umfasst 18,14 Quadratkilometer; am 1. Jänner 2026 hatte es 901 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Ort liegt an den südöstlichen Ausläufern des Weinviertels, in hügeligem Gelände nahe dem Matzner Wald.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Chronik der Marktgemeinde Ebenthal
Vom Ministerialensitz zum Markt
Ebenthal wird im 12. Jahrhundert erstmals schriftlich greifbar. Im 13. und frühen 14. Jahrhundert nannten sich landesfürstliche Dienstherren nach dem Ort: Haug erscheint 1278, Hermann 1313, Friedrich 1320 und Dietrich 1333. Die Herrschaft ging später an die Herren von Zelking; das Patronat der Pfarre lag 1429 und noch 1666 bei der Kartause Mauerbach. 1773 erscheint Ebenthal als Markt, die urkundliche Bezeichnung Marktgemeinde ist 1880 belegt.
Quellen: Chronik der Marktgemeinde Ebenthal · Pfarre Ebenthal
Schloss Coburg und seine Ausstattung
Eine mittelalterliche Veste ist 1371 belegt; die erste bekannte Abbildung stammt aus dem Jahr 1672. Andreas Graf Koháry erwarb die Herrschaft 1732; der Schlossbau erhielt im 18. Jahrhundert seine spätbarocke Gestalt als zweigeschoßige Anlage um einen rechteckigen Hof. Im Inneren zählt der Festsaal zu den repräsentativen Räumen. In der Schlosskapelle im Südwesttrakt zeigt ein Fresko die Heilige Dreifaltigkeit und die Leidenswerkzeuge Christi. Über die Ehe der Koháry-Erbin Maria Antonia kam das Schloss 1830 an Sachsen-Coburg-Gotha. Der Bildhauer Viktor Tilgner schuf 1885 ein Denkmal für Prinz August, das auf dem Coburg’schen Besitz in Ebenthal steht.
Quellen: Schloss Coburg
Kirche und Schüttkasten
Die Pfarrkirche zum heiligen Koloman besitzt einen Wehrkirchencharakter; der Turm trägt fünf Glocken. Das Gotteshaus wurde 1347 durch die Kartause Mauerbach errichtet und später verändert. Auf dem Hochaltarbild ist der Kirchenpatron dargestellt. Eine Dreifaltigkeitssäule am Ortsplatz ließ Carl Michael Graf Sinzendorf 1714 nach einer Pestepidemie errichten. Ihre Figuren zeigen die Heiligen Sebastian, Rochus, Johannes Nepomuk und Florian; oben steht die Darstellung der Dreifaltigkeit. Der Schüttkasten entstand Mitte des 18. Jahrhunderts als Kornspeicher. Heute ist das Gebäude in den Volksschulkomplex integriert: Räume für Bücherei und kulturelle Arbeit liegen im Obergeschoß, während ein Veranstaltungssaal mit variabler Bühne den ehemaligen Speicherbau in den Ortsalltag einbindet.
Quellen: Chronik der Marktgemeinde Ebenthal · Schüttkasten Ebenthal
Weinbau an den bewaldeten Hängen
Rund um Ebenthal prägen Weingärten und der Matzner Wald die Hügellandschaft. Der örtliche Weinbauverein nennt Grüner Veltliner, Welschriesling und Zweigelt als verbreitete Sorten; daneben wachsen Weißburgunder, Traminer, Chardonnay und Rheinriesling auf den sanften Hängen. Die renovierte Kellergasse wurde 1991 mit dem ersten Kellerfest wieder eröffnet. Seit 2000 gehört der Weinbauverein gemeinsam mit der Gemeinde zu den Gründungsmitgliedern der Weinstraße Südliches Weinviertel. Das jährliche Kellerfest bei Fronleichnam macht die Kellerräume als Teil der lokalen Weinwirtschaft sichtbar. Auch die Arbeit im Keller wandelte sich: 1994 schaffte der Verein einen Kieselgurfilter an, ein Beispiel für die Modernisierung der Verarbeitung, während die Rebsorten weiter den Charakter der örtlichen Rieden bestimmen.
Quellen: Weinbauverein Ebenthal · Chronik der Marktgemeinde Ebenthal
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
