PRELLENKIRCHEN KENNENLERNEN
Prellenkirchen: Weinlagen, Grenzland und Windenergie
Die Marktgemeinde Prellenkirchen liegt im östlichen Niederösterreich nahe der slowakischen Grenze. Am 1. Jänner 2026 hatte sie 1.725 Einwohner und eine Fläche von 41,57 Quadratkilometern. Das Gemeindegebiet reicht von den Leithaauen bis zu den Hängen des Spitzerbergs.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Rund um Prellenkirchen
Leithaauen, Weinberge und Flugplatz
Die Leitha markiert die südwestliche Gemeindegrenze und fließt dort auf rund 140 Metern Seehöhe. Im Norden erheben sich Steinberg und Spitzerberg aus dem sanft hügeligen Gelände; der Spitzerberg erreicht 302 Meter. Landwirtschaft nutzt etwa 83 Prozent der Fläche, Wald rund sechs Prozent. Die warmen, trockenen Südhänge begünstigen Weinbau und Obstkulturen, während die Leithaauen feuchtere Lebensräume bilden. Windschutzstreifen gliedern die Felder und mindern Bodenerosion. An den sonnigen Südhängen des Spitzerbergs liegt die Prellenkirchner Kellergasse mit Steingewölbekellern aus dem 18. Jahrhundert. Einer davon beherbergt das Weinbaumuseum, das die Geschichte des Weinbaus von der Römerzeit bis ins 18. Jahrhundert zeigt; eine Weininformationsstelle erläutert die Charakteristik der regionalen Weine. Der Segelflugplatz Spitzerberg liegt in der Nachbargemeinde Hundsheim: Dort startete 1929 ein früher Segelflug, 1936 wurde das Segelfliegerheim mit Hangar eröffnet.
Quellen: Rund um Prellenkirchen · Wir fliegen seit 1929 · Weinbaumuseum Prellenkirchen – Marktgemeinde Prellenkirchen
Drei Ortschaften, vier Katastralgemeinden
Zur Marktgemeinde gehören die Ortschaften Prellenkirchen, Deutsch-Haslau und Schönabrunn. Neben den drei gleichnamigen Katastralgemeinden gehört auch Wangheim zum Gemeindegebiet. 1972 schlossen sich die drei zuvor selbständigen Gemeinden zusammen. Deutsch-Haslau wird 1074 erstmals ausdrücklich urkundlich genannt. Schönabrunn erscheint 1083 in einer Schenkungsurkunde als Tochterkirche der Pfarre Hainburg; auch Deutsch-Haslau wird darin als Tochterkirche genannt.
Quellen: Geschichte der Marktgemeinde Prellenkirchen · Rund um Prellenkirchen · Pfarre Prellenkirchen · Katastralgemeinden – Marktgemeinde Prellenkirchen
Wehrkirche, Markt und Grenzgeschichte
Die Pfarrkirche Prellenkirchen steht erhöht am östlichen Rand des Hauptortes. Nach schweren Schäden im Türkenkrieg von 1683 wurde sie weitgehend barock erneuert und 1744 geweiht. Friedhof und Bruchsteinmauer umgeben den Bau. Die Kirche in Deutsch-Haslau ist der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet. Die Ortschronik berichtet von weiteren Einfällen: 1605 brannten Truppen des siebenbürgischen Fürsten Bocskay Prellenkirchen nieder, bis 1620 folgten Angriffe aus Ungarn. Ein Wasserschloss gruppierte die frühen Häuser des Hauptorts um sich und bildete über Jahrhunderte dessen Zentrum. 1982 wurde Prellenkirchen zur Marktgemeinde erhoben; das Jubiläum fiel mit dem 850-jährigen Bestehen des Orts zusammen. Ähre, Weintraube und Turm prägen das Gemeindewappen.
Windkraft im Wandel
Windenergie ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Teil der Gemeindelandschaft. 2003 wurde ein regionales Windparkprojekt mit einem Windinfozentrum vorgestellt. Im Sommer 2024 begann die Erneuerung des bestehenden Parks: Acht ältere Anlagen mit zusammen 14,4 Megawatt wurden abgebaut und durch sieben Nordex-N163-Windräder mit insgesamt 47,6 Megawatt ersetzt. Bei der Projektvorstellung 2024 veranschlagte EVN die Jahresproduktion mit rund 119 Gigawattstunden, rechnerisch genug für etwa 34.000 Haushalte. Nach Angaben der Betreiberin EVN Naturkraft ging der erneuerte Windpark Ende 2025 in Betrieb; die Stromproduktion am Standort hat sich gegenüber den alten Anlagen mehr als vervierfacht.
Quellen: Größter Windpark Österreichs in Prellenkirchen · EVN: Erfolgreiche Inbetriebnahme des repowerten Windparks Prellenkirchen · Repowering Windpark Prellenkirchen – EVN
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Prellenkirchen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte der Marktgemeinde Prellenkirchen
- Rund um Prellenkirchen
- Größter Windpark Österreichs in Prellenkirchen
- Pfarre Prellenkirchen
- Wir fliegen seit 1929
- EVN: Erfolgreiche Inbetriebnahme des repowerten Windparks Prellenkirchen
- Repowering Windpark Prellenkirchen – EVN
- Weinbaumuseum Prellenkirchen – Marktgemeinde Prellenkirchen
- Katastralgemeinden – Marktgemeinde Prellenkirchen
Stand der Angaben: 08.10.2026
