RAUCHENWARTH KENNENLERNEN
Dreiecksanger und Bründlkapelle
Rauchenwarth liegt im Bezirk Bruck an der Leitha auf einer Schotterplatte südöstlich von Wien. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 803 Einwohnerinnen und Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 13,41 Quadratkilometer. Es ist zugleich die einzige Katastralgemeinde.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Rauchenwarth – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Angerdorf am Hochplateau
Die historische Dorfanlage ist als schmales Dreiecksangerdorf erkennbar. Am Nordende schließt der ehemalige Meierhof mit einer kurzen Häuserzeile den Anger ab. Knapp 90 Prozent der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt; etwa drei Prozent sind bewaldet. 2010 bestanden 32 landwirtschaftliche Betriebe, davon 19 im Haupterwerb und zwölf im Nebenerwerb. Im Nordwesten bildet die Budapester Straße B10 die Gemeindegrenze. Als Ortsname erscheinen in mittelalterlichen Urkunden die Formen Rovhenwart und Rauchenwart. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung wird um 1257 angesetzt.
Quelle und Bründlkirche
Westlich des Dorfes liegt die Wallfahrtskirche Maria Bründl, die über eine Kastanienallee erreichbar ist. Im Frühjahr 1652 trat dort eine Quelle zutage, deren Wasser zunächst als Viehtränke diente. Noch im selben Jahr wurde eine Kapelle errichtet, die später zerstört wurde. 1718/19 entstand an ihrer Stelle ein steinerner Kapellenbau. 1772 ließ Erzbischof Migazzi diesen zur heutigen Wallfahrtskirche erweitern; am 10. Juli legte er den Grundstein, noch im selben Jahr war der Bau vollendet. Der Zentralraum mit Flachkuppel, Chor und halbrunder Apsis verbindet barocke und klassizistische Elemente. Die Kirche gehört der Gemeinde und steht seit 2002 unter Denkmalschutz.
Quellen: Chronik und Festschrift / Ortsgeschichte Rauchenwarth · Pfarre Fischatal – Wallfahrtskirche Maria Bründl
Kirche und wechselnde Herrschaften
Eine kleine Kirche wird für Rauchenwarth 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Am 26. Jänner 1494 bestätigte der römisch-deutsche König Maximilian I. den Verkauf des Dorfes an das Wiener Stift St. Dorothea. Während des Krieges von 1683 wurde der Ort größtenteils zerstört; nach Angaben der Gemeindeseite wurden etwa 80 Prozent der Bevölkerung getötet oder verschleppt. Eine Besiedlungsaktion der Chorherren bewahrte das Dorf vor der Entvölkerung. 1782 kam die Herrschaft unter die Administration des Stifts Klosterneuburg; das Stift St. Dorothea wurde 1786 aufgehoben. Mit dem provisorischen Gemeindegesetz von 1849 wurde Rauchenwarth selbstständig. 1938 wurde Rauchenwarth als Teil des neu geschaffenen 23. Bezirks Schwechat nach Groß-Wien eingegliedert; 1954 erhielt es durch die Abtrennung von Wien die kommunale Selbstständigkeit zurück.
Quellen: Chronik und Festschrift / Ortsgeschichte Rauchenwarth · St. Dorothea in Wien – Dorotheum
Pfarrkirche und Kulturerbe
Die Pfarrkirche der heiligen Maria Magdalena steht im Ortszentrum. Der heutige Bau entstand zwischen 1695 und 1698 anstelle einer romanischen Kirche; von diesem Vorgänger blieb der spätromanische Turm erhalten. Der Turm besitzt schmale romanische Fensterschlitze. Das Langhaus ist ein dreijochiger Saalbau mit breiten Wandpfeilern; ein großer Rundbogen verbindet es mit dem Chor. Nach einem Erdbeben wurde die Kirche 1930 bis 1932 instand gesetzt. 1957 erhielt der Turm einen neuen Dachstuhl, zugleich wurde der Innenraum neu ausgemalt. 2006 kamen Volksaltar und Ambo hinzu.
Quellen: Rauchenwarth – 7 Kirchen im Pfarrverband Fischatal Nord
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Rauchenwarth – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Chronik und Festschrift / Ortsgeschichte Rauchenwarth
- Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Rauchenwarth
- Kirche & Religion – Gemeinde Rauchenwarth
- Fotogalerie – Gemeinde Rauchenwarth
- Rauchenwarth – 7 Kirchen im Pfarrverband Fischatal Nord
- St. Dorothea in Wien – Dorotheum
- Pfarre Fischatal – Wallfahrtskirche Maria Bründl
Stand der Angaben: 08.10.2026
