BAD DEUTSCH-ALTENBURG KENNENLERNEN
Bad Deutsch-Altenburg: Heilquelle und Römerstadt am Strom
Bad Deutsch-Altenburg liegt am rechten Donauufer im Bezirk Bruck an der Leitha. Die Marktgemeinde umfasst 12,58 Quadratkilometer und zählt 1.960 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Sie zählt zur Region Carnuntum-Marchfeld.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kurort Bad Deutsch Altenburg, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg · In der Arena der Gladiatoren: Die Amphitheater Carnuntums, Römerstadt Carnuntum · Ortsspaziergang Bad Deutsch-Altenburg, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg
Eine Quelle als Ausgangspunkt des Kurorts
Die Jod-Schwefelquelle bildet die Grundlage des Kurorts. Die Gemeinde nennt Anwendungen bei Beschwerden des Bewegungsapparats und der Haut; schon die Römer hätten das Heilwasser genutzt. Das Kurzentrum Ludwigstorff bietet dazu medizinische und physikalische Therapien. In der Antike war der nahe Pfaffenberg der Stadtberg von Carnuntum. Dort errichtete das pannonische Heer ein zentrales Provinzheiligtum für Jupiter Optimus Maximus und den Kaiserkult. Rettungsgrabungen der Universität Wien sicherten zwischen 1970 und 1985 die Ruinen und Fundstücke; Hunderte Inschriftfragmente kamen ans Licht. Der Tempelbezirk entstand in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts und umfasste Altäre, Kultstatuen und ein Kulttheater. Der Gipfel ist heute durch einen Steinbruch zerstört.
Quellen: Kurort Bad Deutsch Altenburg, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg · Das Heiligtum des Jupiter Optimus Maximus auf dem Pfaffenberg/Carnuntum, Österreichische Akademie der Wissenschaften · Carnuntum und der Pfaffenberg, Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt
Das Amphitheater der Militärstadt
Im Gemeindegebiet liegt das Amphitheater der römischen Militärstadt Carnuntum. Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. entstand zunächst ein Holzbau; in den 70er-Jahren wurde er in Stein ausgebaut und gegen Ende des 2. Jahrhunderts erweitert. Die ellipsenförmige Arena bot rund 8.000 Menschen Platz. Eine Inschrift am Osttor belegt den Ausbau durch die legio XV Apollinaris. An den Eingängen wurden zusätzliche Räume gefunden, darunter ein Tierzwinger und ein kleines Heiligtum der Diana Nemesis. Neben Gladiatorenkämpfen diente die Anlage wahrscheinlich auch Übungen der Soldaten und Reiter. Funde aus der antiken Siedlung zeigt das Museum Carnuntinum, das Friedrich Ohmann und August Kirstein entwarfen und Kaiser Franz Joseph 1904 eröffnete.
Quellen: Sehenswertes, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg · In der Arena der Gladiatoren: Die Amphitheater Carnuntums, Römerstadt Carnuntum · Die Sanierung des Amphitheaters der Militärstadt, Römerstadt Carnuntum · Museum Carnuntinum, Römerstadt Carnuntum
Romanische Kirche und Karner
Über dem Ort erhebt sich die Basilika Mariä Himmelfahrt, eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika mit frühgotischem Chor. Die Gemeinde datiert ihren ersten Bau auf 1050; 1058 gelangte die Kirche als Geschenk an die Kaiserinwitwe Agnes. Im frühen 13. Jahrhundert wurde sie unter Alban und Johann Dörr erweitert. Nach mehreren Brandbeschädigungen leitete Architekt Richard Jordan 1897 eine umfassende Renovierung ein, die 1911 abgeschlossen war. Südöstlich der Kirche steht der romanische Karner aus dem frühen 13. Jahrhundert. Das Rundgebäude gehörte zum Kirchen- und Friedhofsensemble; seit 1995 nutzt die Gemeinde es als Aufbahrungshalle. Heute gehört die Basilika zum Dekanat Hainburg in der Erzdiözese Wien.
Quellen: Basilika Mariä Himmelfahrt Bad Deutsch-Altenburg, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg
Erinnerung an den Todesmarsch
Am 29. März 1945 wurden ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter aus dem Lager Engerau über Wolfsthal und Hainburg nach Bad Deutsch-Altenburg getrieben. Am örtlichen Schiffsanleger beim heutigen Kurpark warteten sie auf den Weitertransport nach Mauthausen. Gefangene, die zu erschöpft waren, wurden auf dem Weg erschossen oder erschlagen. Am Friedhof bei der Pfarrkirche liegt ein Massengrab mit einem Gedenkstein für ermordete jüdische Zwangsarbeiter. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien ließ das Grab im Sommer 1945 anlegen. Auf der Inschrift stehen elf „unbekannte Israeliten“; wie viele Menschen dort tatsächlich bestattet wurden, ist nicht genau bekannt. Der Stein bezeichnet die Grabstätte als Kriegsgrab aus den Jahren 1939 bis 1945.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bad Deutsch-Altenburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kurort Bad Deutsch Altenburg, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg
- Ortsspaziergang Bad Deutsch-Altenburg, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg
- In der Arena der Gladiatoren: Die Amphitheater Carnuntums, Römerstadt Carnuntum
- Basilika Mariä Himmelfahrt Bad Deutsch-Altenburg, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg
- Die Sanierung des Amphitheaters der Militärstadt, Römerstadt Carnuntum
- Das Heiligtum des Jupiter Optimus Maximus auf dem Pfaffenberg/Carnuntum, Österreichische Akademie der Wissenschaften
- Gedenken und Mahnen in Niederösterreich: Bad Deutsch-Altenburg, Friedhof, Massengrab mit Gedenkstein für elf ermordete Juden, DÖW
- Sehenswertes, Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg
- Carnuntum und der Pfaffenberg, Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt
- Museum Carnuntinum, Römerstadt Carnuntum
Stand der Angaben: 08.10.2026
