HAINBURG A.D. DONAU KENNENLERNEN
Hainburg an der Donau: Tore, Mauern und Schlossberg
Hainburg an der Donau ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 7.055 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 24,98 Quadratkilometer. Stadtmauer, Wienertor und Schlossberg prägen das historische Zentrum.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Stadtgemeinde Hainburg – Chronik der Heimenburg
Eine mittelalterliche Stadtmauer
Die Stadtbefestigung umfasst drei Tore, 13 erhaltene Türme und rund 2,5 Kilometer Mauer. Sie entstand im Hochmittelalter, vor allem im 12. und 13. Jahrhundert, und blieb in späteren Jahrhunderten weitgehend in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Das Wienertor, das Ungartor und das Fischertor markieren verschiedene Zugänge; das Fischertor öffnet sich zur Donau. Das Wienertor erhielt seine monumentale Form in zwei Bauphasen des 13. Jahrhunderts. Der Mauerzug verbindet das Zentrum mit dem Schlossberg, auf dem die Heimenburg liegt.
Heimenburg auf dem Schlossberg
Die Geschichte der Burg reicht mindestens bis in die Mitte des 11. Jahrhunderts zurück. 1050 beauftragte Kaiser Heinrich III. ihre Wiederherstellung; Bischof Gebhard von Regensburg, Herzog Konrad von Bayern und Markgraf Adalbert von Österreich sollten sie ausführen. Unter den Babenbergern wurde die Burg landesfürstlicher Besitz. Im 13. Jahrhundert entstand jene mächtige Anlage, deren Reste heute den Schlossberg überragen. Sie diente den frühen Habsburgern als Stützpunkt in ihrer Ungarnpolitik und wurde ab der Mitte des 14. Jahrhunderts verpfändet. 1757 kaufte Graf Gabriel Bethlen die Herrschaft und ließ am Fuß des Berges ein neues Schloss im Rokokostil errichten; Graf Philipp Batthyany vollendete es. Das Schloss wurde 1945 beschädigt und 1966 gesprengt.
Quellen: Stadtgemeinde Hainburg – Chronik der Heimenburg · Stadtgemeinde Hainburg – Geschichte der Sanierung
Das Wienertor als Museum
Im Wienertor zeigt das Stadtmuseum Funde aus verschiedenen Epochen. Eine rund 7.000 Jahre alte Kinderbestattung mit Grabbeigaben steht neben Tonkrügen der Kupferzeit, bronzezeitlichen Hockergräbern und Funden von der keltischen Höhensiedlung am Braunsberg. Eine eigene Abteilung widmet sich der Tabakfabrik, die von 1723 bis 2011 bestand. Das Museum hat eine bewegte Geschichte: 1928 stellte Bruno Jahn eine erste Sammlung in einem Raum der Volksschule aus; 1936 übersiedelte das Stadtmuseum wegen des wachsenden Bestands in das Wienertor. Nach dem Krieg waren Teile der Sammlung verschollen oder in schlechtem Zustand. In den 1960er Jahren reaktivierten Freiwillige die Sammlung. Heute dokumentieren Ausstellungen auch die Pressburgerbahn, die frühere Kadettenschule und die Geschichte der Stadt im Mittelalter.
Quellen: Stadtmuseum Wienertor – Geschichte
Donauufer und Nationalpark
Im Winter 1984 wurde die Hainburger Au zum Symbol für den Schutz der Aulandschaft vor einem geplanten Kraftwerk; die Besetzung durch Kraftwerksgegner trug dazu bei, das Vorhaben zu stoppen. 1996 wurde auf dem Hainburger Schlossberg der Nationalpark Donau-Auen gegründet. Der Hainburger Anteil ist der kleinere Teil des Schutzgebiets. Hier verengt sich die Donau zwischen Braunsberg und Thebener Kogel und fließt danach langsamer in breiteren Stillwasserbereichen, den sogenannten Hainburger Kastln. Auf den karstigen Felsen des Braunsbergs entwickelten sich Trockenrasen mit seltenen Pflanzen wie Federgras und Hainburger Federnelke. Der trockene Hangwald unterscheidet sich deutlich von der feuchten Auvegetation am Fluss.
Quellen: Stadtgemeinde Hainburg – Hainburger Au · Nationalpark Donau-Auen – Hainburg
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hainburg an der Donau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Hainburg – Chronik der Heimenburg
- Stadtgemeinde Hainburg – Geschichte der Sanierung
- Stadtgemeinde Hainburg – Wienertormuseum
- Stadtgemeinde Hainburg – Hainburger Au
- Stadtmuseum Wienertor – Geschichte
- Nationalpark Donau-Auen – Hainburg
Stand der Angaben: 08.10.2026
