MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Au am Leithaberge

Ein Marktort mit keltischen Fundstätten und stillen Wegen am Leithagebirge

GEMEINDEKENNZIFFER30701
Luftaufnahme von Au am Leithaberge und den Feldern
Luftaufnahme von Au am Leithaberge und den Feldern · Foto: Svíčková · „Au am Leithaberge Luft“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
964
01.01.2026
Fläche
16,74 km²
Bevölkerungsdichte
57,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2451
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

AU AM LEITHABERGE KENNENLERNEN

Au am Leithaberge: Wege zwischen Dorfanger und Waldhang

Au am Leithaberge liegt am Hang des Leithagebirges an der burgenländischen Grenze im Bezirk Bruck an der Leitha. Die Marktgemeinde umfasst 16,74 Quadratkilometer und zählt 964 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026).

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Au am Leithaberge – Ortsgeschichte, Gedächtnis des Landes · Ortsbeschreibung, Marktgemeinde Au am Leithaberge

Am Hang des Leithagebirges

Das Ortsgebiet zieht sich vom Siedlungsraum in die Kulturlandschaft und hinauf zu den Wäldern des Leithagebirges. Die Gemeinde beschreibt Au als kleinbäuerlich geprägt: Höfe werden teils im Haupt-, teils im Nebenerwerb geführt, und Erzeugnisse gelangen über Ab-Hof-Verkauf direkt zu den Kundinnen und Kunden. Der Hauptplatz bildet den Mittelpunkt des Dorfes; von hier aus liegen Pfarrhof, Gemeindeamt und Volksschule nahe beieinander. Am Ortsrand wechseln die Wege in offene Feldfluren und bewaldete Hänge. Die Grenzlage zeigt sich auch in den Routen: Über Waldstraßen erreicht man den Hotter, also die Grenze zum Burgenland, und kann dort auf den markierten Weitwanderweg 02 wechseln.

Quellen: Ortsbeschreibung, Marktgemeinde Au am Leithaberge · STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026

Spuren aus keltischer Zeit

Archäologische Funde reichen in Au bis in die Jungsteinzeit zurück. Besonders anschaulich sind zwei Gräberfelder der Latènezeit: Auf der Kleinen Hutweide wurden 28 Bestattungen freigelegt, auf den Mühlbachäckern weitere 17. Die Universität Wien verzeichnet Keramikgefäße und Metallobjekte wie Fibeln, Armreifen und Waffen; ein Teil der Funde ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Zu den bekanntesten Grabbeigaben aus der Kleinen Hutweide zählen Werkzeuge aus dem Grab eines Schmieds, darunter Eisenmeißel und ein Hammerkopf. Die Nekropolen gelten als wichtige Zeugnisse der Ausbreitung der Latènekultur in Niederösterreich. Später ließen sich vermutlich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert bayrische Siedler am Gebirgsrand nieder.

Quellen: Au am Leithagebirge (Projekt Nr. 10), Studiensammlung des Instituts für Urgeschichte und Historische Archäologie, Universität Wien · Au am Leithaberge – Ortsgeschichte, Gedächtnis des Landes

Anger, Kirche und Marktzeichen

Eine Urkunde von 1250 nennt einen Zeugen namens Scheuhone von Owe; 1465 erscheint der Ort als Dorf „zu der Aw“. Nach dem osmanischen Einfall von 1529 wurden kroatische Flüchtlinge angesiedelt. Ihre Höfe lagen im südöstlichen Teil des Angers und bildeten eine bis heute erkennbare, dicht verschachtelte Hofgruppe, die Gradina genannt wird. Die Pfarrkirche hl. Nikolaus steht am nördlichen Anger. Ihr heutiger Bau entstand 1876 und 1877 nach Plänen Ludwig Wächtlers; dabei bezog man Mauerteile des mittelalterlichen Vorgängerbaus ein. Reste der Kirchhofmauer sind erhalten. Au war zunächst Tochterpfarre von Leitha-Brodersdorf und wurde im 14. Jahrhundert selbständig.

Quellen: Au am Leithaberge – Ortsgeschichte, Gedächtnis des Landes

Erinnerungsorte am Hauptplatz und im Wald

Thomas und Barbara Wesdin ließen 1829 auf dem Hauptplatz eine Dreifaltigkeitssäule errichten, aus Dank dafür, dass die Bewohner von der Cholera verschont blieben. Vier Reliefs am Sockel zeigen unter anderem den Barmherzigen Samariter und die Emmausjünger; auf den Ecken stehen Figuren der Heiligen Sebastian, Rochus, Nikolaus und Florian. Die Gemeinde ließ die verwitterten Skulpturen im Jahr 2000 sanieren. Die Florianikapelle in der Eiskellersiedlung wurde 1988 zum hundertjährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr errichtet. Im Zerrerwald führt ein Weg an der Hubertuskapelle vorbei. Weiter oben begleiten Wald- und Wiesenwege den Übergang zur Grenze; am Tronig stehen die „Hiatahütt’n“ und der Bildstock zum Guten Hirten.

Quellen: Dreifaltigkeitssäule (Hauptplatz), Marktgemeinde Au am Leithaberge · Florianikapelle (Eiskellersiedlung), Marktgemeinde Au am Leithaberge · Ortsbeschreibung, Marktgemeinde Au am Leithaberge

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Au am Leithaberge auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung922
31.10.2021 · Registerzählung950
01.01.2026 · Bevölkerungsstand964

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
520
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Au am Leithaberge

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.