MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Pfaffstätten

Ein Weinort mit Höhlen, alten Kellern und einer vielschichtigen Geschichte

GEMEINDEKENNZIFFER30625
Rathaus in Pfaffstätten
Rathaus in Pfaffstätten · Foto: Wikimedia Commons/KarlGruber (CC BY-SA 3.0) · „Pfaffstaetten Rathaus“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 522
01.01.2026
Fläche
7,81 km²
Bevölkerungsdichte
451,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2511
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

PFAFFSTÄTTEN KENNENLERNEN

Pfaffstätten: Weinberge zwischen Thermenlinie und Wienerwald

Pfaffstätten liegt an der Thermenlinie im Bezirk Baden. Die Marktgemeinde zählt 3.522 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 7,81 Quadratkilometern. Weinbau, die Hänge des Wienerwalds und der Ortsteil Einöde prägen Landschaft und Geschichte.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ortsgeschichte - Pfaffstätten - Zentrum - Politik & Verwaltung - Wissenswertes - Ortsgeschichte

Weingärten am Übergang zum Wienerwald

Das Gemeindegebiet reicht von der Ebene bis an die bewaldeten Abhänge des Wienerwalds. In Pfaffstätten liegen Weingärten und Siedlung im flacheren Teil, während Einöde bereits am Wienerwald liegt. Die Gemeinde beschreibt die Weingartenlandschaft als prägendes Landschaftsbild und nennt Maßnahmen, mit denen Weinbauern und Gemeinde seit den 1990er-Jahren Strukturen und Lebensräume in der Ebene stärken: Obstbäume werden gepflanzt, Böschungen entlang der Güterwege erst im Herbst gemäht. Diese Pflege soll Schmetterlingen und Wildbienen Nahrung und Lebensraum bieten. Auch Trockenrasen, Wiesen und Feuchtwiesenreste gehören zur örtlichen Vielfalt. Das Schutzgebiet Glaslauterriegel-Heferlberg-Fluxberg, die Iriswiese und die Höhlen der Einöde sind weitere ausgewiesene Naturbereiche. So reichen die Lebensräume von bewirtschafteten Weingärten bis in die Hanglagen.

Quellen: Weingartenlandschaft – Marktgemeinde Pfaffstätten

Weinbau, Klöster und ein ungewöhnliches Ausschankrecht

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Pfaffstätten fällt in die Jahre 1120 bis 1130. In einem Testament stiftete ein Ritter namens Bobpo einen Weingarten „zu phafenstetin“. Mehrere Klöster hielten einst Besitz oder Bergrechte in Pfaffstätten; heute besitzen laut Gemeinde noch Heiligenkreuz, Lilienfeld und Melk Weingärten. Ein besonderes Kapitel der Weinkultur ist das „Leutgeben“: Das Recht, eigenen Wein auszuschenken, lässt sich in Pfaffstätten bis zur Erhebung der Pfarre in den 1530er-Jahren zurückverfolgen. Bis in die frühen 1960er-Jahre gab es in vielen Häusern eigene Leitgebzimmer, für die Wohnräume vorübergehend hergerichtet wurden. Das ehemalige Wirtshaus im Rathaus trägt heute zur Erinnerung daran den Namen Leutgebhaus.

Quellen: Ortsgeschichte – Marktgemeinde Pfaffstätten · Erlebnis Pfaffstätten: Wein und Leutgebhaus

Romanischer Chor und Spuren des Jahres 1683

Die Pfarrkirche ist den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Ihr romanischer Chor stammt aus dem späten 12. Jahrhundert; Hallenschiff und Turm kamen wahrscheinlich bei der Pfarrerhebung in den 1530er-Jahren hinzu. An der Außenmauer ist ein Grabstein aus dem Jahr 1575 eingelassen. Beim Angriff von 1683 wurde die Kirche in Brand gesetzt. Der Turm erhielt danach statt eines Pultdachs seine heutige Zwiebelhaube. Auch der Weinbauhof und zwei große Pressen des Stiftes Heiligenkreuz gingen damals in Flammen auf. Die Gemeindechronik hält fest, dass die Kirche erst nach einem 1686 aufgenommenen Kredit wiederhergestellt werden konnte; zurückgezahlt war er 1767. An der Rathausfassade ist noch eine Kugel des damals zerstörten Prangers zu sehen.

Quellen: Pfarrkirche Pfaffstätten – Marktgemeinde Pfaffstätten · Ortsgeschichte – Marktgemeinde Pfaffstätten

Einöde: Höhlen und archäologische Funde

Am Südhang des Pfaffstättner Kogels liegen Einöd- und Elfenhöhle auf rund 370 Metern Seehöhe. Beide wurden 1925 für Besucher erschlossen und 1949 zum Naturdenkmal erklärt. Die Einödhöhle dient heute auch als Winterquartier für Fledermäuse. Am Fuß des Hühnerbergs wurde 1909 eine jungsteinzeitliche Wohngrube entdeckt. Die Namen der Höhlen haben sich im Lauf der Zeit verschoben: Die früher sogenannte Große Einödhöhle existiert nicht mehr, während der Name Einödhöhle später auf die Fledermaushöhle überging. Die Höhlen dienten in Kriegszeiten als Zuflucht und wurden früher zur Sandgewinnung genutzt. Ein Bronzekessel aus der Hallstattzeit, gefunden am Eingang der Einöde, befindet sich heute im Rollettmuseum in Baden.

Quellen: Höhlen in Pfaffstätten – Marktgemeinde Pfaffstätten · Ortsgeschichte – Marktgemeinde Pfaffstätten

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Pfaffstätten auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 457
31.10.2021 · Registerzählung3 540
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 522

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 219
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Pfaffstätten

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.