YBBSITZ KENNENLERNEN
Ybbsitz: Hammerschläge im Tal der Kleinen Ybbs
Ybbsitz liegt im Bezirk Amstetten im Tal der Kleinen Ybbs und gehört zur niederösterreichischen Eisenstraße. Am 1. Jänner 2026 lebten 3.349 Menschen in der Marktgemeinde mit 104,19 Quadratkilometern Fläche. Wasserläufe, Waldreichtum und Schmiedehandwerk haben den Ort über Jahrhunderte geprägt.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ybbsitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Gedächtnis des Landes: Ybbsitz
Schwarze Ois, Kleine Ybbs und Prochenberg
Der Oberlauf der Kleinen Ybbs heißt bis zum Ort Schwarze Ois. Im Ortsgebiet mündet der von Süden kommende Prollingbach in den Fluss. Südöstlich erhebt sich der Prochenberg als Hausberg, während bewaldete Hänge einen großen Teil des weitläufigen Gemeindegebiets bedecken. Mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets ist bewaldet; der Hauptort liegt auf 414 Metern Seehöhe. Die acht Katastralgemeinden heißen Haselgraben, Maisberg, Prochenberg, Prolling, Schwarzenberg, Schwarzois, Waldamt und Ybbsitz. Tal, Bachläufe und Wälder lieferten zugleich jene natürlichen Kräfte und Rohstoffe, die das örtliche Schmiedehandwerk begünstigten.
Quellen: Ybbsitz – Wikipedia, feste Artikelversion · STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Pfarrgeschichte Ybbsitz
Vom Hammerwerk zum Schmiedezentrum
Ab etwa 1400 gewann das Schmiedehandwerk an Bedeutung: Die Nähe zum steirischen Erzberg, die Wasserkraft von Prollingbach und Ois sowie der Holzreichtum der Wälder kamen den Werkstätten zugute. 1437 durften die Schmiede Eisen aus landesfürstlichen Lagern in Eisenerz beziehen. 1494 erhielt die Zunft eine eigene Ordnung. Im Jahr 1640 arbeiteten 72 privilegierte Meister in 14 spezialisierten Handwerken und exportierten ihre Erzeugnisse bis nach Nord- und Osteuropa, Venedig und in den Vorderen Orient. Die drei Kilometer lange Schmiedemeile verbindet heute acht Stationen vom FeRRUM bis zum Einöd-Hammer. Dazu zählen der Fahrngruber-Hammer, eine Hackenschmiede aus dem 16. Jahrhundert, das Hammerwerk Eybl und eine 25 Meter lange Erlebnisbrücke über den Prollingbach-Wasserfall. 2010 wurde „Schmieden in Ybbsitz“ als immaterielles Kulturerbe Österreichs aufgenommen.
Quellen: Gedächtnis des Landes: Ybbsitz · Schmiedemeile Ybbsitz – Ybbstaler Alpen · Schmieden in Ybbsitz – Schmiedezentrum Ybbsitz
Seitenstettner Kirche und Markt
Erzbischof Wichmann von Magdeburg schenkte 1184/85 das Waldgebiet um Ybbsitz dem Stift Seitenstetten; eine Kirche bestand hier bereits 1186. 1292 ist Dietrich als erster namentlich bekannter Pfarrer überliefert. Der heutige Altarchor wurde 1419 geweiht, und um diese Zeit entstanden wohl die unteren Turmgeschosse. Ab etwa 1460 errichtete man die dreischiffige spätgotische Hallenkirche, die um 1520 vollendet war. Kaiser Friedrich III. verlieh Ybbsitz 1480 das Marktrecht; drei Jahre später kam ein großer Jahrmarkt hinzu. 1511 wurde der Ort zum eigenen Landgericht. Ein osmanischer Streifzug legte 1532 Kirche, Pfarrhof und 80 Häuser in Schutt und Asche. Der Marmorhochaltar kam 1784 aus der aufgehobenen Kartause Gaming in die Pfarrkirche.
Quellen: Pfarrgeschichte Ybbsitz · Gedächtnis des Landes: Ybbsitz
Maria Seesal: Wallfahrt aus einem Traum
Maria Seesal liegt in der Katastralgemeinde Schwarzois im Ybbsitzer Gemeindegebiet. Die Wallfahrt begann 1863 mit einem Traum der Notschullehrerin Helene Wochner. Ein Marienbild, zunächst an einem Holzkreuz befestigt, gab den Anstoß: Auf eine hölzerne Kapelle folgte 1872 eine steinerne Ursprungskapelle. Der Urenkel Helene Wochners, Peter Lehner, ließ später die heutige Kirche errichten; sie wurde 1905 eingeweiht. Ihre Gestaltung verbindet Elemente der Neorenaissance und des Jugendstils. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1790 und stand zuvor in einer Seitenkapelle der Wallfahrtsbasilika Sonntagberg. Das Gnadenbild zeigt Maria mit Krone und Mondsichel. 2023 wurde der Innenraum neu ausgemalt: Stuckrahmen fassen Wolkenbilder, dazu kommen Darstellungen der Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi und Himmelfahrt Mariens.
Quellen: Wallfahrtskirche Maria Seesal – Pfarre Ybbsitz · Ybbsitz – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Ybbsitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gedächtnis des Landes: Ybbsitz
- Pfarrgeschichte Ybbsitz
- Wallfahrtskirche Maria Seesal – Pfarre Ybbsitz
- Schmieden in Ybbsitz – Schmiedezentrum Ybbsitz
- Schmiedemeile Ybbsitz – Ybbstaler Alpen
Stand der Angaben: 08.10.2026
