WINKLARN KENNENLERNEN
Winklarn am Ybbsfeld: frühe Spuren und ein dunkles Kapitel
Winklarn liegt im Bezirk Amstetten im Mostviertel, unmittelbar südöstlich der Bezirksstadt. Am 1. Jänner 2026 lebten 1.868 Menschen in der Gemeinde, deren Gebiet rund 12,56 Quadratkilometer umfasst. Das Ybbstal und die beiden Gemeindeteile Winklarn und Haag Dorf erzählen von weit auseinanderliegenden Zeiten.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ortsgeschichte – Gemeinde Winklarn
Zwischen Ybbs und Espachwald
Die Ybbs durchzieht den nördlichen Teil der Gemeinde auf etwa 270 Metern Seehöhe. Nach Süden steigt das Gelände im Espachwald bis auf rund 330 Meter an. Winklarn liegt nahe Amstetten; Fußwege führen von dort durch die Hart in den Ort. Auch das kommunale Radwegenetz verläuft über Hart, Steinfeldstraße und Sportanlage nach Winklarn. Die politische Gemeinde umfasst die Katastralgemeinden Winklarn und Haag Dorf. Bis zur Vereinigung am 1. Jänner 1972 waren sie eigenständige Gemeinden.
Quellen: Winklarn (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Ortsgeschichte – Gemeinde Winklarn · Zu Fuß unterwegs – Gemeinde Winklarn · Radfahren – Gemeinde Winklarn
Grabhügel aus Bronzezeit und Römerzeit
Zwischen Winklarn und Hart wurden 19 Grabhügel aus der mittleren Bronzezeit gefunden und teilweise untersucht. Zu den Grabbeigaben zählten Bronzenadeln, Armreifen, Gefäße, Schaftlochäxte, Dolchklingen und Pfeilspitzen. Ein Teil der Funde ging durch Raub verloren. In Arthofen und Holzing kamen sieben römische Hügelgräber sowie Körpergräber ohne Waffen ans Licht, die als Bestattungen ziviler Personen gedeutet werden. Im Jahr 837 übertrug König Ludwig der Deutsche dem Erzbistum Salzburg einen großen Besitzraum an der Ybbs, der in der Urkunde Ipusa genannt wird. Der Name Winklarn selbst erscheint 1234: Papst Gregor IX. bestätigte das Patronatsrecht des Klosters Erla über die „Capella Winchelaren“.
Quellen: Ortsgeschichte – Gemeinde Winklarn
Eine alte Pfarre im heutigen Ortskern
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Rupert geweiht und zählt zu den älteren Kirchen des Mostviertels. Die Gemeinde datiert eine Kapelle aus festem Baumaterial auf das Jahr 1234; sie bildet die Grundlage des heutigen Gebäudes. Im 14. Jahrhundert entstand ein gotischer Neubau, im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert. In den Turm sind römische Reliefs mit Weinranken eingelassen. Der Hochaltar stammt aus dem 19. Jahrhundert und zeigt den heiligen Rupert; weitere Altäre sind Maria, der heiligen Barbara und dem heiligen Antonius gewidmet. Die Orgel mit neun Registern stammt aus dem Jahr 1840. Winklarn wurde 1782 eine eigenständige Pfarre. Seit 1975 wird sie wieder von einem Priester des Salesianerordens betreut.
Quellen: Sehenswertes – Gemeinde Winklarn · Winklarn (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Haag Dorf zwischen Herrschaft und NS-Zwangsarbeit
Zur Gemeinde gehört Haag Dorf. Während der NS-Zeit wurden dort ungarische Jüdinnen und Juden zur Zwangsarbeit in der Landwirtschaft bei Landwirt Mayer eingesetzt. Unter den Verschleppten waren Männer, Frauen und Kinder. Die genaue Lage der Unterbringungsstätte blieb ungeklärt. Haag Dorf war bis ins 14. Jahrhundert mit den Rittern von Schafferfeld verbunden und gehörte zum Ulmerfelder Herrschaftsgebiet des Bistums Freising. Als die Ritter von Schafferfeld ausstarben, wurden ihre Lehen an Bauern weitergegeben. 1848 wurden die Grundherrschaften aufgehoben und die Verwaltung an Bezirksbehörden und Ortsgemeinden übertragen.
Quellen: Katalog der NS-Opferlager in Österreich – Bundesdenkmalamt · Ortsgeschichte – Gemeinde Winklarn
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Winklarn (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Ortsgeschichte – Gemeinde Winklarn
- Sehenswertes – Gemeinde Winklarn
- Zu Fuß unterwegs – Gemeinde Winklarn
- Radfahren – Gemeinde Winklarn
- Katalog der NS-Opferlager in Österreich – Bundesdenkmalamt
Stand der Angaben: 08.10.2026
