SONNTAGBERG KENNENLERNEN
Sonntagberg: Wallfahrtskirche über dem Ybbstal
Sonntagberg ist durch seine Wallfahrtsbasilika weithin sichtbar. Die Marktgemeinde umfasst zugleich mehrere Orte im Ybbstal, deren Geschichte von Kloster, Eisenverarbeitung und Industrie geprägt wurde.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Sonntagberg – Wikipedia, feste Artikelversion
Gemeinde mit mehreren Zentren
Die Marktgemeinde zählt 3.644 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 18,42 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet liegt im Mostviertel und ist zu 29,11 Prozent bewaldet. Acht Ortschaften verteilen sich auf die Katastralgemeinden Böhlerwerk und Sonntagberg: Baichberg, Böhlerwerk, Bruckbach, Gleiß, Hilm, Rosenau am Sonntagberg, Rotte Wühr und Sonntagberg. Der Hauptort ist Rosenau am Sonntagberg; die Basilika steht dagegen auf dem 704 Meter hohen Sonntagberg.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Sonntagberg – Wikipedia, feste Artikelversion
Wallfahrtskirche auf der Höhe
Abt Benedikt I. von Seitenstetten ließ 1440 neben einem als wundertätig verehrten Zeichenstein eine Salvator-Kapelle errichten. Um 1448 kam eine Dreifaltigkeitskapelle hinzu, 1490 entstand eine spätgotische Kirche. Das heutige barocke Gotteshaus wurde 1706 bis 1732 nach Plänen von Jakob Prandtauer und Joseph Munggenast erbaut. Die Ausstattung entstand in mehreren Schritten: Daniel Gran schuf Fresken zwischen 1738 und 1743, Jakob Schletterer fertigte Altarplastiken, und Melchior Hefele gestaltete Hochaltar und Kanzel 1755 beziehungsweise 1757. Die Orgel von Franz Xaver Christoph kam 1774 bis 1776 hinzu. 1964 verlieh Papst Paul VI. der Kirche den Titel Basilica minor. Die Wallfahrt ist der Heiligsten Dreifaltigkeit gewidmet. 1529 erreichten osmanische Reitertrupps den Sonntagberg; die Brunnenkapelle erinnert daran. Das Gnadenbild wurde 1614 auf einer Kupfertafel geschaffen. 1651 entstand eine Dreifaltigkeitsbruderschaft, und Fraisensteine aus gebranntem Ton wurden im 18. und 19. Jahrhundert an Pilger ausgegeben.
Gleiß und industrielle Geschichte
Die Gemeinde erhielt ihre heutige Gestalt durch den Zusammenschluss von Sonntagberg und Böhlerwerk im Jahr 1942. Die Brüder Böhler kauften 1872 die Bruckbachermühle; daraus entwickelte sich ein bedeutender Metallstandort. Im Zweiten Weltkrieg bestanden Zwangsarbeitslager in Gleiß, Hilm und Böhlerwerk. In Gleiß waren von Juli bis November 1944 ungarische Jüdinnen und Juden zur Zwangsarbeit im Primanitbauplattenwerk eingesetzt. Die Ruine der Burg Gleiß und die Klosterkirche Gleiß erinnern an ältere Siedlungs- und Religionsgeschichte. Im Ortsteil Gleiß besteht außerdem eine Wallfahrtsverbindung zur Basilika, die auf der Höhe oberhalb des Ybbstals liegt.
Wege und Vereine
Drei Haltepunkte an der Rudolfsbahn verbinden die Orte Rosenau, Sonntagberg und Böhlerwerk mit dem Schienennetz. Für Wandernde führen der Eisenwurzenweg 08 und der Voralpenweg 04A durch das Gebiet. Die Gemeinde führt zusätzlich einen Panoramahöhenweg an, der über den Höhenrücken in Nachbargemeinden weiterführt. Die B121 erschließt die Talorte. Neben der Basilika befinden sich in der Gemeinde Kirchen in Böhlerwerk und Gleiß; in Sonntagberg gibt es außerdem eine private militärhistorische Sammlung. Zwei Fußballvereine, KSV Böhlerwerk und ATUS Rosenau, bestanden bis zur Gründung des FC Sonntagberg 2014. Die übrigen Sektionen der älteren Vereine blieben aktiv.
Quellen: Sonntagberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Sonntagberg – Radwanderwege in der Gemeinde
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
