ST. PANTALEON-ERLA KENNENLERNEN
St. Pantaleon-Erla: Zwischen Donau und Enns
St. Pantaleon-Erla liegt im Enns-Donau-Winkel an der westlichen Grenze Niederösterreichs. Römische Fundplätze, die Klostergeschichte Erlas und die jüngere Vereinigung zweier Gemeinden prägen den Ort.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Pantaleon-Erla – Wikipedia, feste Artikelversion
Landschaft am Strom
Die Gemeinde zählt 2.712 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 28,38 Quadratkilometer. Im Norden bildet die Donau die Gemeindegrenze; das Gebiet liegt östlich der Mündung des Ennskanals. Rund 28,9 Prozent der Fläche sind bewaldet. Zwei Katastralgemeinden und gleichnamige Ortschaften, Erla und St. Pantaleon, gliedern das Gebiet. Zu Erla gehören unter anderem Breitfeld, Klein-Erla und Weingarten; zur Ortschaft St. Pantaleon zählen Albing, Pyburg, Stein und Wagram.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Pantaleon-Erla – Wikipedia, feste Artikelversion
Römische Fundorte
Das Gebiet gehörte in der Antike zur Provinz Noricum. In Albing liegen Überreste eines römischen Legionslagers aus dem späten 2. Jahrhundert. Im Ortsteil Stein wurden 2017 Mauerzüge eines Kohortenkastells aus dem 1. Jahrhundert entdeckt. In Ziegelfeld kam in den 1960er-Jahren ein römischer Ziegelbrennofen zutage; schon früher waren entlang der Erla antike Ziegel gefunden worden. Der Flurname Ziegelfeld erinnert an diese Funde. Der heutige Ortsname St. Pantaleon ist vom Kirchenpatron abgeleitet; für den Ort ist 1423 die Form „Sant Pentlian“ belegt. Erla wird 1090/1104 als „de Herlaha“ genannt, ursprünglich wohl ein Gewässername mit Bezug zu Erlen am Ufer.
Quellen: St. Pantaleon-Erla – Wikipedia, feste Artikelversion
Kloster Erla und Kirche
Das Frauenkloster wurde um 1121 bis 1140 gegründet und 1583 aufgehoben; seine Güter fielen dem Königinkloster in Wien zu, das 1782 geschlossen wurde. Die heutige Pfarrkirche geht auf die Klosterkirche zurück, wurde im 15. Jahrhundert von Äbtissinnen neu errichtet und 1862 neugotisch verändert. Ein weiteres historisches Gebäude ist Schloss Erla, das aus der Klosteranlage hervorging. In Klein-Erla gründete die Schlossbesitzerin Paula von Coudenhove 1903 eine Haushaltungsschule; 1951 erhielt sie das Öffentlichkeitsrecht, 1973/74 folgten Internat und Neubauten, 1990 ein weiterer Schulbau. In St. Pantaleon steht eine Pfarrkirche mit einer Krypta aus dem 12. Jahrhundert. Der westliche Teil der Erlauer Pfarrkirche ist in das ehemalige Kloster eingebunden; gemeinsam mit Schloss Erla bildet diese Kirche einen baulich verbundenen Komplex.
Quellen: St. Pantaleon-Erla – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde St. Pantaleon-Erla – Gemeindeinformationen · Gedächtnis des Landes – Erla · Gedächtnis des Landes – Erla
Vereinigung und Gegenwart
Nach der Aufhebung der Grundherrschaften entstanden 1850 die politischen Gemeinden Erla und St. Pantaleon. Sie vereinigten sich am 1. Jänner 1971 freiwillig zur Gemeinde St. Pantaleon-Erla. In den 1970er-Jahren wurde bei Stein ein Kernkraftwerk geplant. Das Vorhaben sollte an der Enns-Mündung entstehen, blieb aber in der Planungsphase. Eine Bürgerinitiative und zahlreiche Einwohner wandten sich gegen das Projekt. Der Musikverein Erla wurde 1896 gegründet und gestaltet Konzerte sowie musikalische Ausrückungen. Bei der Volksabstimmung 1978 stimmten rund 90 Prozent der Teilnehmenden in der Gemeinde gegen die Inbetriebnahme von Zwentendorf. Das einst für das Kraftwerk vorgesehene Areal wurde 2006 wieder als Grünland verkauft.
Quellen: St. Pantaleon-Erla – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde St. Pantaleon-Erla – Musikverein Erla
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
