ALLHARTSBERG KENNENLERNEN
Allhartsberg: spätgotische Kirche am Ybbsfeld
Allhartsberg liegt am rechten Ufer der Ybbs im Mostviertel, am Fuß des Sonntagbergs. Die Marktgemeinde zählt am 1. Jänner 2026 2.213 Einwohner und umfasst 21,33 Quadratkilometer. Ihr Ortsbild wird von der hoch gelegenen Pfarrkirche geprägt.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Unsere Kirchen – Pfarre Allhartsberg · Allhartsberg – Gedächtnis des Landes
Ein Name in einer Schenkungsurkunde
Die Ansiedlung ist 1116 als Adelhartesperge urkundlich greifbar. Bischof Ulrich von Passau übergab damals dem Stift Seitenstetten die Pfarre Aschbach samt Tochterkirchen; Allhartsberg war darunter. Der Ortsname erscheint damit in einem kirchlichen Rechtszusammenhang, während eine eigene Pfarre erst 1310 ausdrücklich genannt wird. Die Pfarrseite vermutet, dass die Kirche zunächst als Filiale von Aschbach bestand und noch vor 1300 zur Pfarre erhoben wurde. Das Benediktinerstift Seitenstetten blieb über Jahrhunderte eng mit der Seelsorge verbunden. Am Sonntagberg wurde ab 1440 eine Kapelle errichtet; 1448 übertrug der Passauer Bischof die Betreuung des Wallfahrtsorts an die Pfarre Allhartsberg.
Quellen: Unsere Kirchen – Pfarre Allhartsberg · Allhartsberg – Gedächtnis des Landes · Allhartsberg – Wikipedia, feste Artikelversion
Die Kirche der heiligen Katharina
Die Pfarrkirche steht erhöht im Ortskern und zeigt einen spätgotischen Baukörper mit dreischiffiger Halle, Netzrippengewölben und einem nördlichen Turm. Der Chor entstand um 1420; das Langhaus wird auf 1503 datiert. Maßwerkfenster und Strebepfeiler gliedern die Außenwände. Der Hochaltar gelangte 1677 aus der Wallfahrtskirche auf dem Sonntagberg nach Allhartsberg. Sein Altarblatt schildert das Martyrium der heiligen Katharina. Seitenaltäre und Glasgemälde kamen um 1908 hinzu; die Kreuzwegstationen werden dem späten 19. Jahrhundert zugerechnet. Die spätgotische Westempore besitzt eine Blendmaßwerkbrüstung mit kleinen Wappenschildern. Das Langhaus hat drei Joche, der Chor zwei.
Quellen: Unsere Kirchen – Pfarre Allhartsberg
Wallmersdorf und die Sebastianskirche
In Wallmersdorf steht die Filialkirche zum heiligen Sebastian. Der Bau wurde 1478 errichtet; das heutige Langhaus kam im frühen 16. Jahrhundert hinzu. Der spätgotische Bau besteht aus Langhaus und eingezogenem Chor mit Fünfachtelschluss. Über dem Westgiebel sitzt ein sechseckiger Dachreiter mit Zeltdach. Das dreijochige Langhaus besitzt ein Stichkappentonnengewölbe mit steinernen, stuckierten und hölzernen Netzrippenauflagen; im zweijochigen Chor ruht das Netzrippengewölbe auf Konsolen. Das Gemälde des neugotischen Hochaltars zeigt den heiligen Sebastian und wird dem Künstler A. Stern zugeschrieben. Zwei neue Glocken aus der Innsbrucker Gießerei Grassmayr kamen 2016 hinzu; ihre Weihe fand am Hochfest Peter und Paul statt.
Quellen: Unsere Kirchen – Pfarre Allhartsberg
Kröllendorf und die Wege durch die Hügel
Das Gemeindegebiet umfasst die Katastralgemeinden Allhartsberg und Kröllendorf und liegt in den Naturräumen Oberes Ybbsfeld sowie Hügelland zwischen Erlauf und Ybbs. Der Hauptort mit Kirche, Gemeindeamt und Schulen befindet sich auf etwa 395 Metern Seehöhe. Seit 2020 wird die Gemeinde amtlich als eine Ortschaft geführt. Ein mehr als 20 Kilometer langer Rundwanderweg führt durch das Gemeindegebiet; auch der Ostarrichi-Königshufenweg verläuft durch Allhartsberg. Im Ort Kröllendorf steht ein Schloss, dessen Herrschaftssitz bereits 1033 erwähnt wurde. Der Bau hat einen Kern aus dem 16. Jahrhundert und erhielt Mitte des 18. Jahrhunderts barocke Formen. Von 1655 bis 1878 gehörte das Gut den Freiherren von Stiebar. Ein Park und Reste ehemaliger Befestigungsmauern umgeben die Anlage.
Quellen: Allhartsberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Allhartsberg – Gedächtnis des Landes · Schloss Kröllendorf – Wikipedia
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
