ST. GEORGEN AM REITH KENNENLERNEN
St. Georgen am Reith: Ybbstal und Eisenstraße
St. Georgen am Reith liegt im Oberen Ybbstal zwischen den bewaldeten Hängen der Ybbstaler Alpen. Eine markante Rohrbrücke quert hier den Fluss und ist Teil eines Wasserkraftsystems, dessen Leitungen durch die Berge zum Kraftwerk Opponitz führen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Über die Gemeinde
Zwischen Berg und Ybbs
Die Gemeinde zählt 528 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 40,08 Quadratkilometer. Der Hauptort liegt auf rund 500 Metern Seehöhe. Wälder bedecken 78 Prozent des Gemeindegebiets. Vier Ortschaften entsprechen den Katastralgemeinden Hochau, Kogelsbach, Königsbergau und St. Georgen am Reith. Im Bergkranz liegen der Friesling mit 1.339 Metern, das Bauernboden-Alpl mit 1.401 Metern, das Ahorneck mit 1.000 Metern und der Königsberg mit 1.452 Metern. Die Ybbs begleitet das Tal; die Bundesstraße B31 führt in Richtung Göstling und Hollenstein. Aus den Nachbargemeinden Opponitz und Ybbsitz erreicht man den Ort über die Krippstraße.
Quellen: St. Georgen am Reith – Wikipedia, feste Artikelversion · Über die Gemeinde
Die Rohrbrücke über dem Fluss
Die etwa 40 Meter weit gespannte Dükerbrücke quert die Ybbs und trägt eine Leitung, die Wasser aus der Wehranlage in der Nachbargemeinde Göstling zum Kraftwerk Opponitz führt. Dazu durchströmt es zunächst den Königsberg- und anschließend den Frieslingstollen. Die Brücke entstand 1922 bis 1924 im Zuge des Kraftwerksbaus. Damit gehört St. Georgen am Reith zu einer technischen Kette zwischen Göstling und Opponitz, obwohl sich weder Wehr noch Krafthaus im Gemeindegebiet befinden. Eine Gemeindechronik beschreibt die nachts beleuchtete Konstruktion als weithin sichtbaren Orientierungspunkt im Tal.
Quellen: Über die Gemeinde · St. Georgen am Reith – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirche, Fuhrwerke und Eisen
Die Ortsbezeichnung ist 1185 in einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg belegt. Der Name verweist auf den heiligen Georg; „Reith“ wird mit einer Straßenbiegung oder mit Rodung in Verbindung gebracht. Bereits 1267 ist ein Betkirchlein erwähnt. Die spätgotische Pfarrkirche entstand im 16. Jahrhundert; eine eigenständige Pfarre wurde St. Georgen 1717. Im Mittelalter prägte der Erzabbau am steirischen Erzberg die Region. Fuhrwerke transportierten Erz und andere Waren nach Norden, und entlang der Täler arbeiteten Eisenhämmer. Eine Taverne nahe der Kirche bot den Fuhrleuten Unterkunft. Das Mesnerhaus von 1689 wird heute als Volksschule und Kindergarten genutzt. Ein Passauer Urbar nennt 1324 zahlreiche Bauernhöfe der Gemeinde bereits mit Hofnamen, von denen einige bis heute bestehen.
Quellen: Über die Gemeinde · St. Georgen am Reith – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde St. Georgen am Reith – Ortsgeschichte
Bahntrasse und Wege im Tal
Die Ybbstalbahn hielt in St. Georgen am Reith; ihr Betrieb endete 2010. Die Straße Waidhofen–Ofenloch–Opponitz wurde 1854 gebaut und veränderte die Erreichbarkeit des Tals; zuvor führte der Weg nach Waidhofen über Reith, Kripp und Ybbsitz. Neben Landwirtschaft und Forstwirtschaft bestehen Gewerbebetriebe, darunter eine Bäckerei, Tischlerei, Kfz- und Landmaschinenwerkstätte sowie Steinbruchunternehmen mit Betonmischwerk. Der Zerrenhammer verarbeitete Eisen zu Stabform weiter; ein Streckhammer erzeugte Fertigwaren, ein Pfannhammer hohle Waren wie Pfannen. Englische Konkurrenzverfahren in der Stahlherstellung ließen die Hammerwerke Mitte des 19. Jahrhunderts allmählich verschwinden. Das frühere Jagdschloss liegt im Ort, befindet sich jedoch in Privatbesitz. Bei der Volkszählung 1923 lebten 1.017 Menschen in St. Georgen am Reith; die außergewöhnlich hohe Zahl fällt in die Bauzeit der Wasserleitung für das Kraftwerk, während 1934 nur noch 676 Einwohner gezählt wurden.
Quellen: St. Georgen am Reith – Wikipedia, feste Artikelversion · Über die Gemeinde · Gemeinde St. Georgen am Reith – Ortsgeschichte
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
