GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Opponitz

Ein Talort zwischen historischem Kraftwerk und stillgelegter Bahntrasse

GEMEINDEKENNZIFFER30524
Gemeindeamt in Opponitz, das ehemalige Herrenhaus des Grüblhammers.
Gemeindeamt in Opponitz, das ehemalige Herrenhaus des Grüblhammers. · Foto: Herby (Vienna) · „Opponitz Gemeindeamt“ · Wikimedia Commons · CC BY 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
868
01.01.2026
Fläche
39,66 km²
Bevölkerungsdichte
21,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3342
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

OPPONITZ KENNENLERNEN

Opponitz: Wasserkraft, Ybbs und Eisenwurzen

Opponitz liegt im oberen Ybbstal, wo die Ybbs durch die niederösterreichische Eisenwurzen zieht. Das Gemeindegebiet verbindet eine lange Geschichte des Flusses mit moderner Energiegewinnung und Wegen, die heute Radfahrende statt Züge nutzen.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Land Niederösterreich – Opponitz

Landschaft am Fluss

Die Gemeinde umfasst 39,66 Quadratkilometer und zählt 868 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Der Hauptort liegt auf 422 Metern Seehöhe. Wälder prägen das Gebiet: 72,7 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Opponitz-Formation bezeichnet geschichtete Gesteine der oberen Trias in den Nördlichen Kalkalpen. Vier Katastralgemeinden – Ofenberg, Opponitz, Schwarzenbach und Thann – gliedern das Gebiet. Die amtlichen Ortschaften heißen Graben, Gstadt, Hauslehen, Ofenberg, Schwarzenbach, Strubb und Thann. Das Alpl ist mit 1.405 Metern der höchste Punkt der Gemeinde; in Ofenloch ist ein Abschnitt der freifließenden Ybbs als Naturdenkmal ausgewiesen.

Quellen: Opponitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Land Niederösterreich – Opponitz · Gedächtnis des Landes – Opponitz

Ein Ortsname am Wasser

Ein Passauer Urbar nennt Opponitz 1256 als „Opotnitz“. Der Ortsname wird mit slawischen Wurzeln verbunden; die überlieferte Form „sobot nica“ wird als „Geräusch des Wassers“ gedeutet. Bis 1848 gehörte Opponitz zur Herrschaft Gleiß; eine mittelalterliche Burg ist nicht erhalten und ihr Standort bislang nicht sicher bestimmt. Im Altertum gehörte das Gebiet zur römischen Provinz Noricum. Der heutige Hauptort hieß früher Hauslehen; der Ortsname Opponitz setzte sich für das Dorf und später für die Gemeinde durch. Die Pfarrkirche ist der heiligen Kunigunde geweiht. Nach Angaben der Diözese gehörte das Gebiet im 11. Jahrhundert zur Pfarre Aschbach; 1267 wird eine Filialkirche von Hollenstein erwähnt. Ein baufälliger Vorgängerbau wich ab 1852 einem Neubau, der nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht wurde.

Quellen: Opponitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Pfarre Opponitz – Pfarrkirche · Gedächtnis des Landes – Opponitz

Strom für Wien aus der Ybbs

Im Ortsteil Schwarzenbach wurde von 1922 bis 1924 das Kraftwerk Opponitz errichtet. Die Gemeinde Wien forcierte 1921 den Ausbau der Wasserkraft und gründete dafür die Wasserkraftwerke AG. Es wurde in eine 110-Kilovolt-Fernleitung nach Wien eingebunden. Wien Energie bezeichnet es als ihr ältestes Wasserkraftwerk. Die Anlage nutzt das Gefälle der Ybbs zwischen Göstling und Opponitz; die Betreiberangaben nennen mehr als 120 Meter Höhenunterschied. Das historische Krafthaus steht unter Denkmalschutz. Nach rund sieben Jahrzehnten im ursprünglichen Zustand wurde die Technik in den 1990er-Jahren erneuert. Die Verbindung von Flusskraft, Leitung und städtischem Strombedarf machte Opponitz zu einem frühen Standort großräumiger Wasserkraftversorgung.

Quellen: Wien Energie – Wasserkraftwerke Opponitz und Gaming · Wien Energie – Umwelterklärung Wasserkraftanlagen

Auf der früheren Bahntrasse

Die schmalspurige Ybbstalbahn verband den Ort mit dem Tal; der Abschnitt Waidhofen an der Ybbs–Lunz am See wurde eingestellt. Auf einem Teil der Trasse verläuft seit 2017 der Ybbstalradweg durch das Gemeindegebiet. In Opponitz steht auch das ehemalige Herrenhaus des Grüblhammers, das heute als Gemeindeamt dient. Das Sichelmuseum zeigt im einstigen Hammerwerk eine originalgetreu eingerichtete, funktionsfähige Anlage zur Sichelerzeugung; es wurde 1988 eröffnet. Die Ybbs wird zudem zum Fliegenfischen genutzt, wofür Opponitz als Fischerdorf bekannt ist. Kindergarten und Volksschule sind weitere Einrichtungen im Gemeindegebiet.

Quellen: Opponitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Land Niederösterreich – Opponitz

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Opponitz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung999
31.10.2021 · Registerzählung890
01.01.2026 · Bevölkerungsstand868

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
304
NUTS-3-Region
Mostviertel-Eisenwurzen (AT121)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Opponitz

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.