ARDAGGER KENNENLERNEN
Ardagger: Stiftskirche über der Donau
Die Marktgemeinde Ardagger liegt zwischen Donau und Mostviertler Hügelland. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 3.563 Einwohner auf 47,15 Quadratkilometern. Das frühere Kollegiatstift und die Uferlandschaft geben dem Gemeindegebiet markante Bezugspunkte.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Start · Geschichte der Pfarre Ardagger Stift
Das Kollegiatstift und sein Margaretenfenster
Kaiser Heinrich III. stiftete 1049 auf Anregung seiner Gemahlin Agnes von Poitou ein Kollegiatstift zu Ehren der heiligen Margareta. Die Kirche wurde 1063 geweiht. Der heutige Bau bewahrt eine Krypta und einen mittelalterlichen Kreuzgang; besonders bekannt ist das Margaretenfenster, das um 1238 entstanden sein soll und Szenen aus dem Leben der Heiligen zeigt. Kaiser Joseph II. hob die Institution in der josephinischen Zeit auf; die ehemalige Stiftskirche wurde zur Pfarrkirche. Zwölf Chorherren bildeten das Kapitel und verrichteten neben dem Chorgebet auch seelsorgliche Aufgaben in den umliegenden Pfarren.
Quellen: Geschichte der Pfarre Ardagger Stift · Ardagger Markt – Gedächtnis des Landes · Ardagger – Wikipedia, feste Artikelversion
Markt am Strom
Der heutige Ort Ardagger Markt wird 823 in einer Urkunde Ludwigs des Frommen genannt. Der Name wird mit dem Ausdruck ad artagrum, „bebaubarer Acker“, verbunden. 1256 erhielt der Ort das Recht, einen Wochenmarkt abzuhalten; 1567 kam eine eigene Gerichtsbarkeit hinzu, später führte der Markt ein eigenes Siegel. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht, dem Schutzpatron der Schiffer. Sie war zunächst ein Vikariat des Stifts und wurde 1356 zur Pfarre erhoben. Ihr Standort nahe der Donau erinnert an die Bedeutung der Schifffahrt für die Siedlung. Ardagger Markt besitzt außerdem einen Hafen und eine Anlegestelle für Donauschiffe; die Uferlage verbindet den Ortskern mit den Auen.
Quellen: Ardagger Markt – Gedächtnis des Landes · Start · Ardagger – Wikipedia, feste Artikelversion
Vier Gemeinden werden eine
Die heutige Gemeinde umfasst Ardagger Markt, Ardagger Stift, Kollmitzberg und Stephanshart. Diese vier Orte waren bis zur Gemeindereform eigenständige politische Gemeinden. Die Gemeinden Ardagger Markt und Ardagger Stift wurden 1970 verbunden; mit 1. Jänner 1971 kamen Kollmitzberg und Stephanshart hinzu. 1972 erhielt die Gesamtgemeinde ihren heutigen Namen. In Kollmitzberg steht eine Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Ehren der heiligen Ottilia. Ihr Westturm geht auf eine Bauphase um 1300 zurück und besitzt bis zu zwei Meter dicke Mauern. Nach einer Wallfahrtsblüte im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche ihre heutige Grundform. In Stephanshart ist die Pfarrkirche dem heiligen Stephan geweiht. Die Bewohner von Moos errichteten 2004 gemeinschaftlich eine Pflanzenkläranlage.
Quellen: Ardagger – Wikipedia, feste Artikelversion · Start · Pfarr- und Wallfahrtskirche Kollmitzberg – Pfarre
Donauübergang und Hochwasserschutz
Die flachen Donauauen bei Ardagger stehen in starkem Kontrast zum Hügelland des Mostviertels. Überflutungen gehörten lange zu den Risiken der Uferorte; für Ardagger Markt wurde deshalb ein befahrbarer Hochwasserschutzdamm gebaut, der 1979 fertiggestellt war. Bei Tiefenbach überspannt die Ing.-Leopold-Helbich-Brücke die Donau und führt von der Katastralgemeinde Kollmitzberg nach Grein in Oberösterreich. Das Gemeindegebiet liegt damit am Eingang zum Strudengau, wo der Fluss zwischen bewaldeten Hängen enger wird. Der Name „Tor zum Strudengau“ beschreibt diese Lage am Übergang von den weiten Auen in die schluchtartige Flusslandschaft.
Quellen: Ardagger – Wikipedia, feste Artikelversion · Start
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
