STALL KENNENLERNEN
Stall im oberen Mölltal
Die Gemeinde Stall zählt 1.483 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026), umfasst 96,40 Quadratkilometer und liegt im Bezirk Spittal an der Drau. Die Ortschaften liegen im oberen Mölltal; die Pfarrkirche, das Gemeindewappen und ein Dichter aus Untersteinwand erzählen von konkreten Kapiteln ihrer Geschichte.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Stall (Gemeinde) – Wikipedia, feste Artikelversion
Talboden und Siedlungsbild
Im oberen Mölltal liegen größere Siedlungen auf sonnseitigen Schwemmkegeln. Im Norden rahmt die Goldberggruppe mit dem Sadnig, im Süden die Kreuzeckgruppe mit dem Hochkreuz das Gemeindegebiet. Stall ist in die Katastralgemeinden Stall, Gößnitz und Sonnberg gegliedert und umfasst 15 Ortschaften. Das Gelände reicht von 747 Metern im Talbereich bis auf 2.749 Meter am Striedenkopf. Rund 90 Kilometer Güter- und Wanderwege führen von den Ortschaften über Almen und Hütten bis in die Hochgebirgsregion. Zu den kommunalen Wanderzielen zählen Fürstalpe, Goldberghütte, Feldsee und der Sadnig.
Quellen: Stall (Gemeinde) – Wikipedia, feste Artikelversion · Wandern – Gemeinde Stall
Kirche, Gericht und frühe Verwaltung
Eine Kirche in Stall wird 957 urkundlich genannt; die Pfarre entwickelte sich im Mittelalter zu einem kirchlichen Zentrum des oberen Mölltals. Nach der Übertragung an das Erzbistum Salzburg 1149 blieb sie bis 1803 in dessen Besitz. Stall war außerdem Sitz eines Urbaramtes und eines 1318 erstmals erwähnten Gerichts. Die heutige Pfarrkirche trägt das Patrozinium des heiligen Georg. Ein Brand zerstörte den Bau am 31. August 1825; am 21. August 1831 wurde er neu geweiht. Statuen aus dem 16. und 17. Jahrhundert konnten aus den Trümmern geborgen werden.
Quellen: Stall (Gemeinde) – Wikipedia, feste Artikelversion · Unsere Gemeinde – Gemeinde Stall
Ortsname, Bergbau und Wappen
Eine Sage verbindet den Namen Stall mit einem Erdrutsch, nach dem vom Ort Wildegg nur ein Stallgebäude übrig geblieben sei. Sprachgeschichtlich wird er eher mit dem hochmittelalterlichen Ausdruck „curtis stabularia“ erklärt, einem herrschaftlichen Gutshof. Das 1977 verliehene Gemeindewappen zeigt auf grünem Grund eine goldene Ähre mit 15 Körnern und darüber einen goldenen Mölltaler Stall. Der Stall verweist auf die Namenssage, die Ähre auf die Landwirtschaft und die Körner auf die 15 Ortschaften. Die goldenen Wappenfiguren erinnern nach der Gemeindeerklärung außerdem an drei Jahrhunderte Goldbergbau im Ort.
Quellen: Stall (Gemeinde) – Wikipedia, feste Artikelversion · Unsere Gemeinde – Gemeinde Stall
Ein Dichter aus Untersteinwand
In Untersteinwand wurde am 22. März 1828 Johann Kleinfercher geboren, der später unter dem Namen Fercher von Steinwand schrieb. Er wuchs in armen Verhältnissen auf und besuchte zunächst die Pfarrschule in Stall, ehe er in Klagenfurt das Gymnasium und in Graz die Universität absolvierte. Danach lebte er mehr als fünf Jahrzehnte in Wien. Die Gemeinde beschreibt sein Werk als von deutscher Klassik und Romantik geprägt, mit besonderer Stärke in lyrischer und epischer Gestaltung. Im Sommer 1901 kehrte er zum letzten Mal in seine Mölltaler Heimat zurück; am 7. März 1902 starb er in Wien. Die Gemeinde erinnert an ihn mit einer Gedenktafel in Untersteinwand.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
