STEINFELD KENNENLERNEN
Steinfeld zwischen Bergbau und Drautalbahn
Steinfeld ist eine Marktgemeinde im Oberen Drautal am Fuß der Kreuzeckgruppe. Sie zählt 1.958 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 81,37 Quadratkilometer. Bergbau, die Drautalbahn und die Freskenkirche von Gerlamoos haben den Ort geprägt; im historischen Zentrum erinnern Gewerkenhäuser an die Zeit, als Erzgewinnung Wohlstand brachte.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Steinfeld (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion
Drautal und fünf Katastralgemeinden
Der Ortskern liegt auf etwa 617 Metern Seehöhe am Fuß der Kreuzeckgruppe. Fünf Katastralgemeinden – Fellbach, Gerlamoos, Radlach, Rottenstein und Steinfeld – umfassen zwölf Ortschaften. Die Kreuzeckgruppe erhebt sich nördlich des Drautals; durch den Talraum verlaufen Drautalstraße B100 und Drautalbahn mit dem Bahnhof Steinfeld im Drautal. Das mittelalterliche Steinfeld war hingegen gegenüber den Verkehrsknoten Greifenburg und Sachsenburg im Nachteil.
Quellen: Steinfeld (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Vom Waschgold zur Eisenverarbeitung
Der Name Steinfeld und die Pfarrkirche in Radlach sind 1267/68 im herzoglichen Urbar erstmals schriftlich belegt. Das Verzeichnis machte zugleich sichtbar, dass die landwirtschaftlichen Böden des heutigen Gemeindegebiets nur begrenzt nutzbar waren. Ab dem 15. Jahrhundert gewann daher der Bergbau an Gewicht: Zunächst wurde Waschgold gewonnen, später kamen Edelmetalle und Eisenverarbeitung hinzu. Mit den Gewerken siedelten sich wohlhabende Unternehmer an. Zu den erhaltenen Gewerkenbauten zählen Singerhof mit seiner Ringmauer und Schloss Neustein aus dem 16. Jahrhundert; auch das Verweserhaus der Familie Porcia steht an der Hauptstraße. Rückschläge ab etwa 1600 ließen den Bergbau schrumpfen; während des Ersten Weltkriegs kam er endgültig zum Erliegen.
Quellen: Steinfeld (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Örtliches Entwicklungskonzept 2026 – Marktgemeinde Steinfeld
Kirchen und Fresken im Gemeindegebiet
Die Pfarrkirche Steinfeld-Radlach ist dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht; die Kirche in Radlach trägt das Patrozinium des heiligen Martin. Die kleine romanische Filialkirche Gerlamoos steht am nordseitigen Berghang, östlich des Orts Steinfeld. Thomas von Villachs um 1480 entstandener Freskenzyklus gliedert die Nordwand in drei rund 1,40 Meter hohe Streifen. Im obersten Bildstreifen erzählen elf Szenen die Legende des heiligen Georg, darunter den Drachenkampf. Die Fresken wurden durch Alois Brandstetters Roman „Hier kocht der Wirt“ auch literarisch bekannt. Schloss Raggnitz liegt südwestlich von Lind am Talboden und gehört politisch zur Gemeinde Steinfeld; es wurde 1254 erstmals erwähnt. Daneben stehen Schloss Neustein und die Burgruine Rottenstein.
Quellen: Steinfeld (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Gerlamoos – Katholische Kirche Kärnten
Eisenbahn, Fabrik und Marktstatus
Die heutige Gemeinde entstand 1850. Das Marktrecht war bereits 1680 gewährt worden, die offizielle Erhebung zur Marktgemeinde folgte jedoch erst 1930. Einen neuen wirtschaftlichen Impuls brachte der Bau der Drautalbahn im späten 19. Jahrhundert. Holzverarbeitende Betriebe ließen sich nieder; die Möbelfabrik AVE bestand von 1932 bis 1986 und beschäftigte in ihrer Hochphase bis zu 270 Menschen. Auch ein gemeinschaftliches Energieprojekt gehörte zur Ortsgeschichte: Eine Genossenschaft aus Steinfeld und vier weiteren Gemeinden errichtete 1924 das Kraftwerk am Grabach. Ein Bergsturz zerstörte es 1935; schon 1936 wurde ein Nachfolgebau errichtet.
Quellen: Steinfeld (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
