GRAFENSTEIN KENNENLERNEN
Grafenstein: Zwischen Flussauen und Schlossmauern
Grafenstein liegt im Klagenfurter Becken, rund zwölf Kilometer östlich der Landeshauptstadt. Die Marktgemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land zählt am 1. Jänner 2026 insgesamt 3.064 Einwohner und umfasst 50,13 Quadratkilometer. Auen an Gurk und Drau, Kirchen, Schlösser und ein seltenes Handwerk geben dem weitläufigen Gemeindegebiet sein Profil.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Über die Gemeinde – Marktgemeinde Grafenstein
Vom „Grauindorf“ zur Marktgemeinde
Eine Urkunde vom 20. November 890 nennt „Grauindorf“ und hält die Bestätigung des Besitzes durch König Arnulf fest. Die Pfarrkirche St. Stefan wurde 1116 geweiht; 1158 erscheint die Burg Grafenstein in den Schriftquellen. Das Siegel Rudolfs von Grafenstein ist 1239 belegt und lieferte später die Grundlage für das Gemeindewappen. Die Ortsgemeinde entstand 1850. Bei der Reform von 1973 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Mieger hinzu. Seit 1990 darf Grafenstein die Bezeichnung Marktgemeinde führen. Der rote und gelbe Farbton der Gemeindeflagge leitet sich vom Wappen ab.
Quellen: Über die Gemeinde – Marktgemeinde Grafenstein · Grafenstein (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirchen zwischen Romanik und Gegenwart
St. Stefan steht neben dem Schloss und bewahrt einen mittelalterlichen Kern. Im 18. Jahrhundert kamen seitliche Anbauten hinzu; im Inneren schmücken Rokokostuckaturen das Tonnengewölbe, dazu treten Deckenmalereien im Chor, im Schiff und in der Seitenkapelle. In Dolina steht die Wallfahrts- und Autobahnkirche Maria im Walde. Der Überlieferung nach führte eine Marienerscheinung im Jahr 1849 zunächst zum Bau einer hölzernen Kapelle; die heutige Kirche wurde 1999 und 2000 durch Ferdinand Certov und Robert Morianz neu gestaltet. Wandmalerei von Johannes Zechner sowie zwei Glasfenster des Grafensteiner Künstlers Giselbert Hoke prägen den Bau.
Quellen: Über die Gemeinde – Marktgemeinde Grafenstein · Grafenstein (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion
Schlösser und Wege an der Drau
Das Schloss der Fürsten Orsini-Rosenberg entstand 1638 unter Johann Andreas von Rosenberg; eine Inschrift im Hof erinnert an den Bau. Georg Nikolaus Rosenberg ließ es 1660 erweitern, später erhielt die Fassade barocke Gliederung. Schloss Saager war ab 1372 Sitz der Metnitzer und blieb bis 1811 in deren Besitz. In Lind liegt Schloss Riedenegg, in Pakein ein weiteres Schloss. Schloss Rain war zunächst ein landtäfliches Gut und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Gustav Ritter von Metnitz zum Schloss umgebaut. 1889 erwarb Felix Ritter von Gutmannsthal-Benvenuti das Anwesen; seit 1928 ist es im Besitz der Familie Czernin. Die Gurk- und Drauauen prägen die Landschaft am Rand der Siedlungen.
Handwerk, Kunst und Landschaft
Die Grafensteiner Platte ist eine handgeschlagene Bodenfliese aus der örtlichen Ziegelei. Nachdem die Familie Orsini-Rosenberg den Betrieb aufgegeben hatte, übernahm Alois Falkinger das Handwerk; heute führt Sarah Falkinger die letzte Handziegelei Österreichs in der Gemeinde weiter. Auch zeitgenössische Kunst ist im Alltag präsent: Jan Milan Krkoška gestaltete den Brunnen „Jakob ringt mit dem Engel“ am Kirchplatz, Karl Brandstätter den „Guten Wächter“ beim Gemeindeamt. Am Kreisverkehr befindet sich zudem „Hindin“ von Tomas Hoke. Wer außerhalb des Ortskerns unterwegs ist, findet entlang der Flüsse Augebiete. Zu den Freizeitmöglichkeiten zählen Wandern, Radfahren, Modellfliegen, Tontaubenschießen, Tennis und Fischen an Gurk und Drau.
Quellen: Über die Gemeinde – Marktgemeinde Grafenstein · Grafenstein (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
