GITSCHTAL KENNENLERNEN
Gitschtal mit evangelischer Geschichte
Das Gitschtal zweigt bei Hermagor nach Norden ab und liegt zwischen den Gailtaler Alpen und dem Weissenseegebiet. Weißbriach bildet den zentralen Ort der Gemeinde; die Landschaft steigt vom Talboden zu Almen und Bergkämmen an. Bergbaugeschichte und evangelische Tradition prägen die Ortsgeschichte. Zum 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.230 Einwohner; ihre Fläche beträgt 56,50 km².
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gitschtal – Wikipedia, feste Artikelversion
Vom Gösseringbach ins Bergland
Weißbriach liegt auf etwa 817 Metern Seehöhe, Jadersdorf tiefer bei rund 695 Metern. Durch das Tal fließen der Gösseringbach und mehrere kleinere Gewässer. Zum Gewässernetz gehören unter anderem Schwarzenbach, Mösernbach, Kirchenrauthbach und Weißenbach im Gitschtal. Die Siedlungen liegen entlang des Talbodens und an den Zuflüssen; darüber steigen bewaldete Hänge zu Almen und Bergkämmen. Das Gitschtal ist ein Seitental des Gailtals. Das Weissenseegebiet liegt nordöstlich davon und gehört zu einer anderen Gemeinde. Beide Räume sind landschaftlich benachbart, aber räumlich klar getrennt.
Quellen: Gitschtal – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Gitschtal: Über die Gemeinde
Evangelische Gemeinde seit 1782
Nach dem Toleranzpatent Josephs II. meldeten sich 1781 in Weißbriach rund 95 Prozent der Bevölkerung als evangelisch. 1782 wurde die evangelische Pfarrgemeinde A.B. Weißbriach eingerichtet, mit der Tochtergemeinde Weißensee im benachbarten Gemeindegebiet. Das erste steingemauerte evangelische Bethaus Kärntens entstand 1782 auf dem heutigen evangelischen Friedhof. Nach der Gleichberechtigung der Konfessionen 1861 beschlossen die Gemeinden, Kirchen zu errichten. Die Kirche in Weißbriach wurde 1886 eingeweiht, die in Weißensee 1903. Der evangelische Pfarrsaal in Weißbriach kam 1975 hinzu. Für die Einrichtung einer eigenen Pfarrstelle wurden über hundert Familien und mehr als 500 Gemeindeglieder gezählt.
Quellen: Gemeinde Gitschtal: Religion
Katholische Pfarre und Talgeschichte
Die Kirche St. Johann in Weißbriach ist ein mittelalterlicher Sakralbau; ihre Baugeschichte lässt sich anhand der urkundlichen Erwähnungen und späterer Umbauten nachzeichnen. 1331 wird der Ort erstmals in einem Urbar von Hermagor genannt; die Filialkirche bestand damals offenbar schon. Paolo Santonino berichtet von der Weihe zweier Altäre am 26. Oktober 1485. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche renoviert; eine heute noch im Turm hängende Glocke stammt möglicherweise aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Seit dem späten 19. Jahrhundert ist der Innenraum neugotisch gestaltet. Bei Arbeiten wurde eine alte Reliquienkapsel im Altar wiederentdeckt. Santonino nannte das Gitschtal in seinem Reisetagebuch auch „kleines Gailtal“.
Quellen: Gemeinde Gitschtal: Religion
Kirchen in St. Lorenzen und Jadersdorf
In St. Lorenzen im Gitschtal stand spätestens 1331 eine Kirche. 1756 wurde dort eine Missionsstation eingerichtet; das 1770 errichtete Missionshaus diente bis 1959 als Pfarrhof. Die Kirche wurde 1866 bis 1869 größtenteils neu gebaut, eine Orgel kam 1877 hinzu. In Jadersdorf wurde 1854 die Kapelle Maria Steinwurf geweiht. In Lassendorf entstand zwischen 1880 und 1883 die Kapelle Mater dolorosa, der Schmerzensmutter. Diese Orte zeigen, wie sich die katholische Seelsorge neben der evangelischen Tradition auf mehrere Siedlungen im Gitschtal verteilte.
Quellen: Gemeinde Gitschtal: Religion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
