PODERSDORF AM SEE KENNENLERNEN
Podersdorf am See – Wind, Wasser und weite Horizonte
Podersdorf liegt als Marktgemeinde am schilffreien Ostufer des Neusiedler Sees. Auf rund 40 Quadratkilometern leben 2.254 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Windmühle, Strand und Lackenlandschaft erzählen hier von einem Ort, dessen Alltag und Geschichte eng mit Wind und Wasser verbunden sind.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Podersdorf am See – Wikipedia, feste Artikelversion
Am offenen Seeufer
Podersdorf liegt als einziger Ort am schilffreien Ostufer des Neusiedler Sees. Dadurch bleibt die Wasserfläche vom Ort aus sichtbar; am gegenüberliegenden Ufer zeichnen sich die Höhen des Leithagebirges ab. Östlich des Ufers öffnet sich die Ebene des Seewinkels, Teil der kleinen ungarischen Tiefebene. Die Gemeinde hat Anteil am Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel, dessen Lacken, Feuchtwiesen und Niedermoorflächen eigene Lebensräume bilden. Oberer und Unterer Stinkersee sowie das Gebiet der Hölle gehören zu den bekannten Landschaftsräumen der Umgebung. Das Seeufer und die weiter östlich gelegenen Feuchtgebiete unterscheiden sich deutlich: Hier der offene Zugang zum Wasser, dort eine kleinteilige Landschaft aus salzhaltigen Gewässern und Wiesen.
Quellen: Podersdorf am See – Wikipedia, feste Artikelversion
Mühle aus Stein und Holz
Die Windmühle entstand um 1800; 1849 wurde sie aus Stein und Ziegeln neu errichtet und kam in den Besitz der Familie Lentsch. Mit zwei Mahlwerken war sie bis 1926 in Betrieb. Die früher mit Segeltuch bespannten Flügel trieben beide Mahlgänge an. Bei gutem Wind und geeignetem Mahlgut konnte sie bis zu 300 Kilogramm Schrot pro Stunde herstellen. 1975 kam sie unter Denkmalschutz, von 1975 bis 1980 wurde sie gemeinsam von Bundesdenkmalamt, Land und Gemeinde restauriert. Seit 2001 kümmert sich ein Verein um Erhaltung und Besucherbetrieb. Das Bauwerk zeigt die technische Anpassung an eine Landschaft ohne geeignete Wasserläufe für Wassermühlen; sein drehbarer Dachkegel richtet die Flügel nach dem Wind aus.
Kirche und Leuchtturm
1217 schenkte König Andreas II. Podersdorf dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz. Die Pfarrgeschichte führt die Betreuung durch Zisterziensermönche auf diese Schenkung zurück. Die Pfarre datiert den heutigen spätbarocken Kirchenbau auf 1796 und nennt Pläne des Wiener Architekten Pilgram; die ältere Kirche war 1529 und 1683 zerstört worden. Die Kirche ist der heiligen Katharina geweiht. Am westlichen Ortsrand ragt der etwa zwölf Meter hohe Leuchtturm auf. Er entstand 1998 beim Umbau des Strandbads und diente als Orientierungspunkt und zur Übermittlung von Sturmwarnungen an Wassersportler.
Quellen: Pfarrkirche – Pfarre Podersdorf am See · Podersdorf am See – Wikipedia, feste Artikelversion
Wein, Radrouten und Uferleben
1950 wurde ein Landesteg mit einer Badeanlage aus zehn Kabinen errichtet; zwei Jahre später kamen eine Parkanlage und ein erweiterter Strand hinzu. In den 1920er-Jahren hatte die Windmühle zeitweise eine neue Funktion: 1928 wurde sie als Jugendherberge genutzt. Heute erschließen Radwege den Seewinkel und verbinden Podersdorf unter anderem mit Illmitz und Frauenkirchen. In den Weingärten prägt das pannonische Klima die landwirtschaftliche Nutzung; im November kommen Betriebe und Gäste beim Martiniloben zusammen. Der Hiataeinzug erinnert dabei an die Weingartenhüter, die früher mit langen Peitschen die Stare aus den Reben vertrieben. Diese örtliche Tradition gehört zum Jahreslauf des Weinbaus.
Quellen: Podersdorf am See – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
