STADTGEMEINDE · BURGENLAND

Frauenkirchen

Barocke Basilika, jüdische Geschichte und regionales Zentrum im Seewinkel.

GEMEINDEKENNZIFFER10705
Basilika Mariä Geburt mit Mariensäule in Frauenkirchen
Basilika Mariä Geburt mit Mariensäule in Frauenkirchen · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Basilika Frauenkirchen“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 960
01.01.2026
Fläche
31,95 km²
Bevölkerungsdichte
92,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7132
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

FRAUENKIRCHEN KENNENLERNEN

Frauenkirchen: Wallfahrt und Weite

Frauenkirchen liegt im Zentrum des Seewinkels und ist zugleich Stadt, Wallfahrtsort und regionaler Versorgungsplatz. Die Stadtgemeinde umfasst 31,95 Quadratkilometer und hat 2.960 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Über den flachen Heideboden hinweg sind die Doppeltürme der Basilika weithin sichtbar. Rund um Kirche und Kloster entwickelte sich ein Handelszentrum; heute prägen außerdem Schulen, Landwirtschaft und die St. Martins Therme das Leben im Seewinkel.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Willkommen in der Stadt mitten im Seewinkel - Frauenkirchen

Maria auf der Heide

Die Wallfahrt nach Frauenkirchen ist seit dem Mittelalter belegt. 1324 erscheint der Ort als „Zenmaria“; elf Jahre später wird die Kirche bereits als vielbesuchtes Heiligtum erwähnt. Das Marienbild, eine syrisch-koptische Ikone, wird heute in der Basilika verehrt. Nach Zerstörungen im 16. und 17. Jahrhundert ließ Fürst Paul I. Esterházy ab 1695 die heutige Kirche errichten. Baumeister Francesco Martinelli, Stuckateur Pietro Antonio Conti und Maler Luca Antonio Colombo gestalteten den Barockbau, der 1702 geweiht wurde. Seit 1990 trägt er den Rang einer Basilika. Die Doppelturmfassade prägt das Äußere; im Innenraum fallen die acht Seitenaltäre und die ausgemalten Gewölbe auf. An den Marienfeiertagen am 15. August und 8. September ziehen bis heute Pilger aus dem pannonischen Raum nach Frauenkirchen.

Quellen: Kultur und Geschichte – Frauenkirchen · Die Basilika erleben – Frauenkirchen

Ein Ort mit mehreren Erinnerungen

Jungsteinzeitliche und römische Funde verweisen auf eine lange Besiedlung; zwei römische Gutshöfe lagen auf dem heutigen Gemeindegebiet. Die Kirche wurde 1529 zerstört, die Siedlung später unter Esterházy neu aufgebaut. 1668 erhielt Frauenkirchen das Marktrecht und entwickelte sich im Umfeld von Basilika und Kloster zu einem regionalen Handelszentrum. 1678 fanden aus Mönchhof vertriebene Jüdinnen und Juden hier Zuflucht. Die Gemeinde wuchs zu einer der bedeutenden jüdischen Gemeinden des Burgenlands; 1876 lebten 864 jüdische Menschen in Frauenkirchen. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurden jüdische Bewohner verfolgt und vertrieben, die Synagoge wurde 1939 abgetragen. Der jüdische Friedhof mit 1.320 Gräbern blieb erhalten und wurde 1994 instand gesetzt. Am Standort der ehemaligen Synagoge erinnert heute der Garten der Erinnerung an die zerstörte Gemeinde.

Quellen: Kultur und Geschichte – Frauenkirchen · Jüdischer Friedhof – Frauenkirchen

Stadtleben und Versorgung

Frauenkirchen wurde 1982 zur Stadt erhoben. Die Stadtchronik hält den Ausbau zentraler Einrichtungen fest: In den 1990er-Jahren entstanden unter anderem Fußgängerzone und Pflegeheim, 2004 wurde die Handelsakademie eröffnet. Die Stadt liegt an der Neusiedler Seebahn; die Bahnverbindung erschließt Neusiedl am See und Wien. Landwirtschaft bleibt Teil der lokalen Wirtschaft: Weinbau gehört ebenso dazu wie Gemüseanbau. Der Seewinkler Boden und das pannonische Klima begünstigen vielfältige Kulturen. Die zentrale Lage erklärt, warum sich hier historische Wallfahrt, tägliche Versorgung und regionale Dienstleistungen überlagern.

Quellen: Stadtchronik - Frauenkirchen · Frauenkirchen – Wikipedia, feste Artikelversion

Kreuzweg und Wege in den Seewinkel

Der Kalvarienberg südlich der Basilika ist ein weiteres Wahrzeichen Frauenkirchens. Der Kreuzweg führt hinauf zu einer Kreuzigungsgruppe; Basilika und Kloster bleiben dabei als Orientierung im Ortszentrum sichtbar. Am südlichen Ortsrand liegt der jüdische Friedhof an der St.-Andräer-Straße. Der Friedhof bewahrt die Erinnerung an die jüdische Gemeinde und ihre gewaltsame Zerstörung. Von der Stadt führen Wege weiter in die Thermenlandschaft, zu Weinbauorten und in die Vogelgebiete des Seewinkels.

Quellen: Die Basilika erleben – Frauenkirchen · Jüdischer Friedhof – Frauenkirchen

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Frauenkirchen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 836
31.10.2021 · Registerzählung2 859
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 960

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 364
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

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