NEUSIEDL AM SEE KENNENLERNEN
Neusiedl am See, Stadt zwischen Tabor und Seeufer
Neusiedl am See ist Bezirksvorort und Stadt am Nordufer des Sees. Die Gemeinde umfasst 57,03 Quadratkilometer und zählt 8.867 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Stadt liegt zwischen den Ausläufern des Leithagebirges und der Parndorfer Platte; Weingärten und die Erhebungen Kalvarienberg und Taborberg prägen ihr Umland. Ein Teil des Gemeindegebiets gehört zu den Zitzmannsdorfer Wiesen im Nationalparkgebiet. Hier liegt die Stadt zwischen städtischen Funktionen – Schulen, Verwaltung und Handel – und den offenen Landschaften des Sees und der Ebene. Das Strandbad und der Segelhafen machen den See im Sommer sichtbar zum Teil des Stadtlebens.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Neusiedl am See – Wikipedia, feste Artikelversion
Marktrecht und Stadterhebung
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1209 unter dem Namen „Sumbotheil“. Nach einer Zerstörung im 13. Jahrhundert wurde der Ort neu besiedelt und erscheint später als „Niusidel“. 1517 erhielt Neusiedl das Marktrecht; Stadtrecht folgte 1926. Die Lage am See und an wichtigen Verkehrswegen machte den Ort zu einem Handels- und Versorgungszentrum. Kriege hinterließen wiederholt Spuren: Neusiedl wurde 1683 während der Zweiten Türkenbelagerung und 1708 im Kuruzzenkrieg verwüstet.
Jüdisches Leben und NS-Verfolgung
Auch die Geschichte des jüdischen Lebens gehört zum Stadtbild. Vor der Vertreibung 1938 lebten rund dreißig Jüdinnen und Juden hier; während des NS-Regimes wurden zudem ungarische Juden zur Zwangsarbeit in einer Ziegelfabrik eingesetzt.
Tabor und steinerne Denkmäler
Auf dem Taborberg steht die Ruine, die als heimliches Wahrzeichen Neusiedls gilt. Die Mauerkonstruktion stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die frühere Funktion ist ungeklärt; möglich sind eine königliche Wohnburg oder ein Wehrturm. Von der erhöhten Lage reicht der Blick über die Stadt und zum See. Das Areal wurde später mit Bäumen bepflanzt; daraus entstand der Karolinenpark. Im Zentrum erinnern steinerne Denkmäler an weitere Abschnitte der Geschichte. Die Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz wurde 1713/14 vom Steinmetz Elias Hügel aus Kaiserstein geschaffen und zeigt neben der Trinität mehrere Pestheilige. Die Christussäule stammt aus dem Jahr 1609. Die Pfarrkirche hat einen gotischen Kern, der später barockisiert wurde; im Inneren befindet sich eine Fischerkanzel aus dem 18. Jahrhundert.
Quellen: Denkmäler in Neusiedl · Ruine Tabor
Strandbad, Verkehr und Stadtleben
Das Leben am See ist in Neusiedl eng mit Sport und Mobilität verbunden. Das Strandbad bündelt Bade- und Segelangebote, und der Hafen bildet einen Ausgangspunkt für Segler. Radwege rund um den Neusiedler See führen durch das Stadtgebiet; zugleich ist Neusiedl ein Verkehrsknoten mit Bahnverbindungen und Anschlüssen an A4, B50 und B51. Die Stadt ist außerdem Standort von Schulen und Bezirkseinrichtungen. Dieser Mix unterscheidet sie von kleineren Seeorten: Der Tourismus nutzt den See, während Verwaltung, Bildung und Handel den Alltag der gesamten Region mitprägen. Am Rand der bebauten Stadt beginnt die offene Landschaft der Zitzmannsdorfer Wiesen. Bis 1939 verband eine eigene, nicht elektrifizierte Straßenbahn die Stadt mit dem See; die Linie war von 1928 an in Betrieb.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
