APETLON KENNENLERNEN
Apetlon: Leben an den Lacken
Apetlon liegt im Osten des Neusiedler Sees in einer Landschaft, die sich unter weitem Himmel entfaltet: flache Ebenen, Wiesen, Weingärten und kleine salzhaltige Lacken prägen den Seewinkel. Die Marktgemeinde umfasst 82,22 Quadratkilometer und hat 1.728 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Mit der Langen Lacke und zahlreichen weiteren Feuchtgebieten reicht der Nationalpark bis an den Ort heran. Landwirtschaft und Naturbeobachtung begegnen einander hier auf engem Raum.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · MEIN APETLON – Gemeinde Apetlon
Lange Lacke und Pusztalandschaft
Die weite, fast baumlose Ebene ist das charakteristische Gesicht Apetlons. In den Niederungen liegen Lacken, deren Wasserstand je nach Niederschlag und Jahreszeit stark schwankt. Der Darscho ist eine davon; um die flachen Salzgewässer gedeihen besondere Salzpflanzen. Die Lange Lacke ist ein bedeutender Rast- und Lebensraum für Vögel. Geschützte Flächen rund um die Lange Lacke gehören zum Nationalpark Neusiedler See–Seewinkel. Der grenzüberschreitende Naturraum gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe Fertő/Neusiedler See. Schon vor der Nationalparkgründung wurde die Vogelwelt an der Langen Lacke wissenschaftlich beobachtet. Im Frühjahr ziehen ornithologisch Interessierte in die Region, um die Vogelarten der Lacken und Pusztagebiete zu beobachten.
Quellen: MEIN APETLON – Gemeinde Apetlon · Apetlon – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Dorf, das dem Wasser auswich
Die erste urkundliche Erwähnung Apetlons datiert die Gemeinde auf 1318, damals unter der Form „Nytézfelde“. Nach der örtlichen Überlieferung lag diese frühe Ansiedlung westlich des heutigen Orts, näher am See. Als der Wasserspiegel stieg, siedelten die Bewohner weiter östlich. Um 1410 soll das heutige Dorf an seinem jetzigen Platz angelegt worden sein. Am 1. Oktober 1991 wurde Apetlon zur Marktgemeinde erhoben. Diese jüngere Auszeichnung steht neben einer wesentlich längeren Geschichte, deren Ortsverlagerung zugleich von den natürlichen Bedingungen der flachen Seelandschaft erzählt.
Quellen: Geschichte – Gemeinde Apetlon · Apetlon – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Dorf mit eigener Mundart
Apetlon ist eine einzelne Ortschaft und zugleich die gleichnamige Katastralgemeinde. Zur Gemeinde gehören neben dem Dorf die Reihersiedlung, das Feriendorf Vogelparadies und mehrere Meierhöfe. Diese Streuung verbindet einen klaren Ortskern mit Höfen und Wohnbereichen in der offenen Landschaft. Die Gemeinde beschreibt die Apetloner Mundart als ausgeprägt und auf das Altbayrische zurückgehend. Auch Brauchtum und saisonale Feste spielen im lokalen Jahreslauf eine Rolle; Markttage werden an mehreren Samstagen im Jahr veranstaltet. Die Wege durch Apetlon führen dabei nicht nur zu den Lacken, sondern auch durch eine Weinbauregion, deren Erzeugnisse vom pannonischen Klima profitieren. Ein Radwegenetz erschließt das flache Gelände und macht den Wechsel zwischen Dorf, Feldern und Naturräumen gut erfahrbar.
Quellen: MEIN APETLON – Gemeinde Apetlon · Apetlon – Wikipedia, feste Artikelversion
Natur erleben mit Abstand
Die Bewahrungszone Apetlon–Lange Lacke besteht vor allem aus Lacken und Hutweiden nordöstlich des Dorfes. Neben der Langen Lacke gehören Wörthen-, Neubruch- und Fuchslochlacke dazu. Kiebitz und Rotschenkel brüten auf den Hutweiden; im Schilf leben Rohrweihe und Blässhuhn. Ab Mitte Oktober sammeln sich je nach Wasserstand tausende Gänse an der Langen Lacke, darunter Blässgänse aus Nordeuropa. Rinderbeweidung hält die Vegetation für Bodenbrüter kurz. Salz-Wermut und Kampferkraut gehören zu den botanischen Besonderheiten; auf rund 80 Hektar betreibt die Nationalparkverwaltung biologischen Landbau.
Quellen: Teilgebiete Österreich – Nationalpark Neusiedler See–Seewinkel
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
