STADTGEMEINDE · BURGENLAND

Mattersburg

Eisenbahn, jüdisches Erbe und regionale Mitte im Wulkatal

GEMEINDEKENNZIFFER10606
Fernblick vom Heuberg auf Mattersburg
Fernblick vom Heuberg auf Mattersburg · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Mattersburg - Fernansicht“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
7 563
01.01.2026
Fläche
28,20 km²
Bevölkerungsdichte
268,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7210
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MATTERSBURG KENNENLERNEN

Mattersburg: Viaduktstadt mit vielschichtiger Geschichte

Mattersburg liegt im Wulkatal und ist das städtische Zentrum des Bezirks. Das Eisenbahnviadukt spannt sich über den Talraum und erinnert an den Ausbau der Bahnverbindung im 19. Jahrhundert. Die Stadt besteht aus den Katastralgemeinden Mattersburg und Walbersdorf. Ihr heutiges Zentrum bewahrt neben der katholischen Pfarrkirche und dem jüdischen Friedhof auch Erinnerungsorte an das jüdische Gemeindeleben, das durch die Vertreibung von 1938 gewaltsam zerstört wurde.

Quellen: Stadtgemeinde Mattersburg | Daheim in der viertgrößten Stadt des Burgenlandes

Stadt im Wulkatal

Die Bahnlinie Wiener Neustadt–Sopron prägte Mattersburgs Entwicklung als Verkehrsknoten. Das 1847 fertiggestellte Eisenbahnviadukt überspannt das Wulkatal und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Die Trasse verband den Ort mit regionalen Märkten und Arbeitsplätzen und machte die Stadt auch für umliegende Gemeinden erreichbar. Das Stadtgebiet umfasst neben dem historischen Zentrum die Katastralgemeinde Walbersdorf. Mattersburg erhielt 1926 das Stadtrecht und entwickelte sich zum Verwaltungs-, Handels- und Bildungszentrum des Bezirks. Die Wulka und die Bahn bilden zwei landschaftliche und technische Linien, an denen die Stadt gewachsen ist.

Quellen: Stadtgemeinde Mattersburg | Daheim in der viertgrößten Stadt des Burgenlandes · Sehenswürdigkeiten und Denkmäler – Stadtgemeinde Mattersburg

Jüdische Gemeinde und Bruch von 1938

Jüdische Familien ließen sich im 16. Jahrhundert in Mattersdorf nieder. 1671 mussten sie die Stadt auf Befehl Kaiser Leopolds I. verlassen; auf Einladung Pauls I. Esterházy kehrten sie ab 1678 zurück. Mattersdorf gehörte zu den jüdischen Siebengemeinden des Burgenlands. Die Gemeinde wurde 1902/03 mit der Marktgemeinde zusammengelegt. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich vertrieb und enteignete das NS-Regime 1938 die jüdischen Einwohner. Die Synagoge wurde 1940 zerstört, viele Grabsteine des Friedhofs zum Straßenbau verwendet. 2017 wurde am Standort der Synagoge eine Gedenkstätte eröffnet. Die Geschichte jüdischen Lebens und seine gewaltsame Auslöschung sind im heutigen Stadtbild an mehreren Orten präsent.

Quellen: Historisches über die Stadtgemeinde Mattersburg · Stadtgemeinde Mattersburg | Sehenswürdigkeiten und Denkmäler

Friedhof und religiöse Bauwerke

Der jüdische Friedhof liegt an der Bahnstraße und diente der Gemeinde bereits im 16. Jahrhundert als Begräbnisplatz. Er wurde 1719 und 1769 erweitert und bis 1938 belegt. Die Stadtgemeinde pflegt ihn gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. In der Innenstadt steht die katholische Pfarrkirche hl. Martin, deren mittelalterlicher Ursprung im heutigen Bau sichtbar ist. Die barocke Rinnsalkapelle gehört zu den kleineren Sakralbauten der Stadt. In Walbersdorf ergänzen das evangelische Bethaus und der Glockenturm das religiöse Ortsbild: Das Schulgebäude von 1901 war von Anfang an auch als Betsaal geplant; der gegenüberliegende Turm stammt etwa aus dem Jahr 1800. Diese Orte zeigen, wie mehrere religiöse Traditionen Mattersburg und seinen Ortsteil geprägt haben.

Quellen: Jüdischer Friedhof – Stadtgemeinde Mattersburg · Sehenswürdigkeiten und Denkmäler – Stadtgemeinde Mattersburg · Stadtgemeinde Mattersburg | Sehenswürdigkeiten und Denkmäler

Stadtwege und lokale Erinnerung

Die Stadt hat mehrere Kulturwanderwege angelegt, die Stationen der Innenstadt miteinander verbinden. Dazu zählen das Viadukt, der jüdische Friedhof und die Gedenkstätte am ehemaligen Synagogenstandort. Auf dem Hauptplatz und in den angrenzenden Straßen stehen außerdem historische Säulen, Kapellen und Bürgerhäuser. Walbersdorf bewahrt mit seinem Bethaus und dem Glockenturm eine eigene Ortsmitte innerhalb der Stadtgemeinde.

Quellen: Stadtgemeinde Mattersburg | Daheim in der viertgrößten Stadt des Burgenlandes · Stadtgemeinde Mattersburg | Sehenswürdigkeiten und Denkmäler

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Mattersburg auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung7 075
31.10.2021 · Registerzählung7 572
01.01.2026 · Bevölkerungsstand7 563

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
2 561
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Mattersburg

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.