SIGLESS KENNENLERNEN
Sigleß zwischen Bachlauf und Rosalienland
Sigleß liegt in der Ebene zwischen Rosalien- und Leithagebirge; der Edlesbach durchzieht das Gemeindegebiet. Mit 1.161 Einwohnerinnen und Einwohnern auf rund 10,16 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026) verbindet der Ort eine überschaubare Siedlung mit einer langen Siedlungsgeschichte. Funde aus der Jungsteinzeit, aus der Römerzeit und aus dem Frühmittelalter erzählen von einer Landschaft, die immer wieder als Lebens- und Verkehrsraum genutzt wurde.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Sigleß – Wikipedia, feste Artikelversion
Ebene zwischen zwei Gebirgszügen
Das Gemeindegebiet öffnet sich in der flacheren Zone zwischen Rosalien- und Leithagebirge. Der Edlesbach gibt dieser Landschaft eine erkennbare Linie; Ackerflächen, Siedlungsraum und Gehölze liegen nah beieinander. Die Gemeinde zählt zum Naturpark Rosalia-Kogelberg. Wer durch den Ort und in sein Umland geht, erlebt daher keinen dramatischen Höhenwechsel, sondern den Übergang von der offenen Ebene zu den bewaldeten Hängen der Rosalia. Diese Lage prägte über lange Zeit Landwirtschaft, Wege und die Beziehungen zu den umliegenden Orten.
Spuren aus vielen Jahrhunderten
Archäologische Funde belegen eine Besiedlung bereits in der Jungsteinzeit. In römischer Zeit führte eine Verbindung zwischen Scarbantia, dem heutigen Sopron, und Aquae bei Baden in der Nähe vorbei. Im Jahr 2008 kamen bei Ausgrabungen Urnengräber aus dem ersten Jahrhundert nach Christus zutage; weitere Untersuchungen erbrachten auch spätawarische und frühkarolingische Funde. Im Kloaschitzwald liegen Hügelgräber aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die sichtbare Ortsgeschichte reicht damit weit über die erste urkundliche Erwähnung hinaus und verbindet Sigleß mit verschiedenen Kulturen und Epochen. Die Ausgrabungen im Kloaschitzwald begannen 2007. Dabei wurden neben den Hügelgräbern auch Fundamente eines römischen Grabbaues entdeckt. Das Waldgebiet bündelt damit Funde aus unterschiedlichen Zeiten und macht sichtbar, wie verschiedene Bestattungsformen ein und denselben Landschaftsraum prägten.
Von Sykels zur Gemeinde im Burgenland
1325 erscheint der Ort in einer Urkunde als „Sykels“. Im 14. Jahrhundert kam Sigleß zur Grafschaft Forchtenstein; später gehörte diese Herrschaft den Esterházy. Nach den Türkenkriegen wurden kroatische Siedler in der Gegend angesiedelt, und die Gemeinde hatte lange eine deutsch- und kroatischsprachige Bevölkerung. Bis 1921 gehörte das Gebiet zu Ungarn und wurde im Zuge der Magyarisierung amtlich Siklós genannt. Seit dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich ist Sigleß Teil des jüngsten österreichischen Bundeslandes. Gemeinde und Pfarrgeschichte zeigen zugleich, wie eng benachbarte Orte früher verbunden waren.
Allerheiligenkirche und kleine Zeichen am Weg
Die Pfarrkirche ist Allerheiligen geweiht. Die Diözese Eisenstadt nennt 1808 als Errichtungsjahr der Pfarre und 1733 als Jahr der Kirchenbenediktion. Vor der Kirche steht die Marienkapelle aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; in ihr befindet sich eine Pietà auf steinerner Mensa. Am nördlichen Ortsausgang erinnert das Weiße Kreuz mit der Darstellung des heiligen Sebastian an die örtliche Bildstocktradition. Am Rand von Biotopflächen liegt der Siebenweidenkreis mit einem grundwassergespeisten Tümpel und Sitzgelegenheiten. Die Gemeinde Sigleß und das benachbarte Krensdorf waren 1971 zur Großgemeinde zusammengelegt worden; nach einem Votum der Bevölkerung wurden sie 1998 wieder getrennt.
Quellen: Pfarre Sigleß – Diözese Eisenstadt · Kunstbauten – Gemeinde Sigleß · Sigleß – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
