GEMEINDE · BURGENLAND

Marz

Archäologie, alte Kirchenorte und pannonische Dorfstruktur

GEMEINDEKENNZIFFER10605
Panoramablick auf Marz und die Hügellandschaft
Panoramablick auf Marz und die Hügellandschaft · Foto: Steindy · „Marz - Panorama (01)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 049
01.01.2026
Fläche
17,40 km²
Bevölkerungsdichte
117,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7221
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MARZ KENNENLERNEN

Marz: Von der Stephanspfarre ins Rosaliagebiet

Marz liegt im Tal des Marzerbaches, am Übergang zu den bewaldeten Höhen der Rosalia. Die Gemeindechronik erzählt von einer sehr alten Pfarrgeschichte, einer Propstei und der Nähe zu Ödenburg. Am erhöhten Kirchenplatz stehen Bauphasen aus mehreren Jahrhunderten nebeneinander: eine mittelalterliche Wehrmauer, gotische Bauteile und der spätbarocke Hochaltar der Pfarrkirche Krönung Mariae.

Quellen: Marz – Wikipedia, feste Artikelversion

Bach, Kogel und archäologische Spuren

Das Gemeindegebiet liegt im Hügelland des östlichen Mattersburger Bezirks. Der Marzerbach sammelt Wasser aus den Seitentälern; Felder und kleinere Wälder wechseln an den Hängen. Auf der Leberweide südlich des Orts lag ein hallstattzeitliches Hügelgräberfeld, das 1891 und 1892 ausgegraben wurde. Ein großes Tongefäß mit zwei plastisch geformten Händen befindet sich heute im Naturhistorischen Museum Wien. Aus römischer Zeit stammen die Reste einer Villa rustica auf den Schlattenbruckäckern sowie Münzen, Tonscherben und Gräber nahe dem Bahnhof. Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, dass das Gebiet auch weit früher genutzt wurde. Das Hügelgräberfeld und der Gutshof belegen die Nutzung zweier markanter Teilräume im heutigen Gemeindegebiet.

Quellen: Ortsgeschichte – Gemeinde Marz

Frühe Pfarr- und Ortsgeschichte

Die Gemeindechronik berichtet, der heilige Willibald habe 741 die erste Kirche in Marz errichtet; diese frühe Datierung gehört zur örtlichen Überlieferung. Für 1017 nennt sie Marz als Stephanspfarre für zehn Gemeinden, 1080 die Gründung der Propstei St. Peter durch Augustiner-Chorherren. Das Kloster wurde 1241/42 zerstört und 1260 wieder gegründet. Urkundlich erscheint der Ort 1202 als Mouruhc, Nachbar von Mattersburg. Im 14. Jahrhundert kam Marz zur Grafschaft Mattersdorf, später Forchtenstein. Die Gemeinde war lange in mehrere Grundherrschaften geteilt, die jeweils eigene Richter bestellten. Nähe zu Ödenburg verband das Dorf mit Handel und Familiengeschichten; 1456 wurde in der damaligen St.-Willibalds-Kirche ein Frieden geschlossen.

Quellen: Ortsgeschichte – Gemeinde Marz

Pfarrkirche Krönung Mariae

Die Pfarrkirche steht auf einer Anhöhe oberhalb des A.-Salzer-Platzes. Eine mittelalterliche Wehrmauer umschließt den Kirchhof. Die heutige Kirche enthält einen ursprünglich gotischen Bau; Fresken aus dem späten 14. Jahrhundert wurden 1959 wiederentdeckt. Nach der Zerstörung von 1683 ließ der Baumeister Zacharias Gundian die Kirche 1691 unter Einbeziehung älterer Mauern wiederaufbauen. Ihr Patrozinium änderte sich mehrfach: Auf eine frühere Willibald-Tradition folgten der Titel der Heiligsten Dreifaltigkeit und, erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Mariae Krönung. Der spätbarocke Hochaltar und die Kanzel Gundians gehören zur reichen Ausstattung. Die Gemeinde führt die Kirche heute als katholische Pfarrkirche Krönung Mariae.

Quellen: Katholische Pfarrkirche Krönung Mariae – Gemeinde Marz · Ortsgeschichte – Gemeinde Marz

Heroldmühle und Gemeindeleben

Die Heroldmühle wurde 1772 errichtet. 1984 baute man sie zu einem Gnadenhof des Wiener Tierschutzvereins aus, der als Tierrettungszentrale und Tierauffangstelle für das Nord- und Südburgenland diente. Damit erhielt ein älterer Mühlenstandort eine neue soziale Aufgabe. Das historische Freihaus, einst Schule, beherbergt heute das Gemeindeamt. Streckhöfe und pannonische Häuserzeilen prägen Teile des Ortskerns. Der Naturpark Rosalia-Kogelberg und Wege am Marzerbach führen in die bewaldete Umgebung.

Quellen: Ortsgeschichte – Gemeinde Marz · Marz

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Marz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 969
31.10.2021 · Registerzählung2 117
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 049

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
916
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Marz

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.