MARZ KENNENLERNEN
Marz: Von der Stephanspfarre ins Rosaliagebiet
Marz liegt im Tal des Marzerbaches, am Übergang zu den bewaldeten Höhen der Rosalia. Die Gemeindechronik erzählt von einer sehr alten Pfarrgeschichte, einer Propstei und der Nähe zu Ödenburg. Am erhöhten Kirchenplatz stehen Bauphasen aus mehreren Jahrhunderten nebeneinander: eine mittelalterliche Wehrmauer, gotische Bauteile und der spätbarocke Hochaltar der Pfarrkirche Krönung Mariae.
Quellen: Marz – Wikipedia, feste Artikelversion
Bach, Kogel und archäologische Spuren
Das Gemeindegebiet liegt im Hügelland des östlichen Mattersburger Bezirks. Der Marzerbach sammelt Wasser aus den Seitentälern; Felder und kleinere Wälder wechseln an den Hängen. Auf der Leberweide südlich des Orts lag ein hallstattzeitliches Hügelgräberfeld, das 1891 und 1892 ausgegraben wurde. Ein großes Tongefäß mit zwei plastisch geformten Händen befindet sich heute im Naturhistorischen Museum Wien. Aus römischer Zeit stammen die Reste einer Villa rustica auf den Schlattenbruckäckern sowie Münzen, Tonscherben und Gräber nahe dem Bahnhof. Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, dass das Gebiet auch weit früher genutzt wurde. Das Hügelgräberfeld und der Gutshof belegen die Nutzung zweier markanter Teilräume im heutigen Gemeindegebiet.
Quellen: Ortsgeschichte – Gemeinde Marz
Frühe Pfarr- und Ortsgeschichte
Die Gemeindechronik berichtet, der heilige Willibald habe 741 die erste Kirche in Marz errichtet; diese frühe Datierung gehört zur örtlichen Überlieferung. Für 1017 nennt sie Marz als Stephanspfarre für zehn Gemeinden, 1080 die Gründung der Propstei St. Peter durch Augustiner-Chorherren. Das Kloster wurde 1241/42 zerstört und 1260 wieder gegründet. Urkundlich erscheint der Ort 1202 als Mouruhc, Nachbar von Mattersburg. Im 14. Jahrhundert kam Marz zur Grafschaft Mattersdorf, später Forchtenstein. Die Gemeinde war lange in mehrere Grundherrschaften geteilt, die jeweils eigene Richter bestellten. Nähe zu Ödenburg verband das Dorf mit Handel und Familiengeschichten; 1456 wurde in der damaligen St.-Willibalds-Kirche ein Frieden geschlossen.
Quellen: Ortsgeschichte – Gemeinde Marz
Pfarrkirche Krönung Mariae
Die Pfarrkirche steht auf einer Anhöhe oberhalb des A.-Salzer-Platzes. Eine mittelalterliche Wehrmauer umschließt den Kirchhof. Die heutige Kirche enthält einen ursprünglich gotischen Bau; Fresken aus dem späten 14. Jahrhundert wurden 1959 wiederentdeckt. Nach der Zerstörung von 1683 ließ der Baumeister Zacharias Gundian die Kirche 1691 unter Einbeziehung älterer Mauern wiederaufbauen. Ihr Patrozinium änderte sich mehrfach: Auf eine frühere Willibald-Tradition folgten der Titel der Heiligsten Dreifaltigkeit und, erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Mariae Krönung. Der spätbarocke Hochaltar und die Kanzel Gundians gehören zur reichen Ausstattung. Die Gemeinde führt die Kirche heute als katholische Pfarrkirche Krönung Mariae.
Quellen: Katholische Pfarrkirche Krönung Mariae – Gemeinde Marz · Ortsgeschichte – Gemeinde Marz
Heroldmühle und Gemeindeleben
Die Heroldmühle wurde 1772 errichtet. 1984 baute man sie zu einem Gnadenhof des Wiener Tierschutzvereins aus, der als Tierrettungszentrale und Tierauffangstelle für das Nord- und Südburgenland diente. Damit erhielt ein älterer Mühlenstandort eine neue soziale Aufgabe. Das historische Freihaus, einst Schule, beherbergt heute das Gemeindeamt. Streckhöfe und pannonische Häuserzeilen prägen Teile des Ortskerns. Der Naturpark Rosalia-Kogelberg und Wege am Marzerbach führen in die bewaldete Umgebung.
Quellen: Ortsgeschichte – Gemeinde Marz · Marz
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
