MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Pöttsching

Eine Gemeinde mit keltischen Gräbern, einem historischen Ortszentrum und Skulpturen im offenen Kulturland.

GEMEINDEKENNZIFFER10609
Pfarrkirche und Bäume in Pöttsching
Pfarrkirche und Bäume in Pöttsching · Foto: Steindy · „Poettsching - Pfarrkirche (02)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 036
01.01.2026
Fläche
24,64 km²
Bevölkerungsdichte
123,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7033
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

PÖTTSCHING KENNENLERNEN

Pöttsching: Fundlandschaft, Meierhof und Bildhauerei

Pöttsching ist eine Marktgemeinde nordwestlich von Mattersburg am Rand des Rosaliengebirges. Zum Jahresbeginn 2026 lebten hier laut Statistik Austria 3.036 Menschen auf 24,64 Quadratkilometern. Das Gemeindegebiet umfasst neben dem Hauptort weitere Siedlungen und eine unbewohnte Exklave. Seine Besonderheiten liegen in der langen archäologischen Überlieferung, dem Meierhof im Zentrum und einer ungewöhnlichen Verbindung von Bildhauerei und Landschaft.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Pöttsching – Wikipedia, feste Artikelversion

Ein Hauptort und mehrere Siedlungen

Die Katastralgemeinde Pöttsching umfasst die gleichnamige Ortschaft mit dem Hauptort sowie Hohen-Siedlung, Keltenberg, Pöttschinger See, Römersee und Scheibenwaldsiedlung. Südlich von Bad Sauerbrunn liegt außerdem die unbewohnte Katastralgemeinde Pöttsching-Rosalia, räumlich vom übrigen Gemeindegebiet getrennt. Die Gemeinde wird in einer Schenkungsurkunde von 1223 erstmals als „Beseneu“ genannt. Ihre Lage zwischen Mattersburg und dem Rosaliengebirge verbindet Siedlungsräume mit einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung, die sich besonders westlich und südlich des Zentrums öffnet. Bereits 1299 erhielten die Pöttschinger die bischöfliche Erlaubnis, eine Kirche zu bauen; Abgaben waren weiterhin an die Mutterpfarre Kleinfrauenhaid zu leisten.

Quellen: Pöttsching – Wikipedia, feste Artikelversion · Geschichte – Marktgemeinde Pöttsching

Ein Gräberfeld aus keltischer Zeit

Archäologische Befunde reichen in Pöttsching bis in die Jungsteinzeit. Besonders aussagekräftig ist das latènezeitliche Gräberfeld beim Römersee: Bei Rettungsgrabungen des Landesmuseums wurden zwischen 1978 und 1980 insgesamt 42 Körperbestattungen freigelegt. Schmuck und Trinkgefäße, darunter gestempelte Keramik, geben Einblick in Bestattungsbräuche und handwerkliche Beziehungen der damaligen Bevölkerung. Die zeitliche Abfolge der Gräber ließ sich über mehrere Generationen verfolgen. Heute erinnert der Name Römersee an eine viel ältere Fundlandschaft; die genannten Gräber gehören jedoch in die keltische Eisenzeit und sind nicht römisch.

Quellen: Pöttsching – Wikipedia, feste Artikelversion

Der Meierhof als Ortsmitte

Der heutige Meierhof geht auf einen im Mittelalter entstandenen Edelhof zurück. Urkundlich erwähnt ist er 1372 als Lehen der Grafen von Mattersdorf-Forchtenstein; ab 1626 gehörte er der Familie Esterházy. Ein herrschaftlicher Meierhof umfasste Wohnräume für das Personal, Ställe, einen Hofstadel und Speicher für Getreide. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal von der USIA verwaltet; 1968 kaufte die Gemeinde es von den Esterházy. Heute finden hier Ausstellungen, Konzerte, Märkte und Feste statt. Die frühere Gutshofanlage blieb so Teil des Ortszentrums und wurde zu einem öffentlich genutzten Kultur- und Veranstaltungsort.

Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Pöttsching · Meierhof – Marktgemeinde Pöttsching

Skulpturen im Feld und Atelierhaus

Der Bildhauer Karl Prantl wurde 1923 in Pöttsching geboren. Sein Interesse am Arbeiten im Freien führte ihn mit Friedrich Czagan und Heinrich Deutsch 1959 zur Gründung des ersten Symposions Europäischer Bildhauer in St. Margarethen. Ab 1986 stellte Prantl Arbeiten auf einem Feld in der Feldgasse auf; 1990 kam dort das Atelierhaus nach Plänen von Ernst Hiesmayr hinzu. Zwischen Meierhof und Kirche liegt der „Stein der Begegnung“, ein polierter Block aus Osttiroler Serpentinit, den Prantl der Gemeinde als Leihgabe überließ. Neben dem Sozialzentrum stehen Arbeiten von Bildhauern, die zuvor am Symposion in St. Margarethen teilgenommen hatten.

Quellen: Skulpturen – Marktgemeinde Pöttsching · Geschichte – Marktgemeinde Pöttsching

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Pöttsching auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 904
31.10.2021 · Registerzählung2 985
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 036

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 518
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Pöttsching

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.