ZELKING-MATZLEINSDORF KENNENLERNEN
Zelking-Matzleinsdorf: Zwischen Burgberg und Donau
Zelking-Matzleinsdorf liegt im Bezirk Melk zwischen dem Hiesberg und der Donau. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.217 Einwohner und umfasste 21,20 Quadratkilometer. Der Melkfluss verläuft durch das Gemeindegebiet.
Zwischen Melkfluss und Hiesberg
Die fünf Katastralgemeinden heißen Bergern-Maierhöfen, Freiningau, Mannersdorf, Matzleinsdorf und Zelking; sie umfassen elf Ortschaften. Freiningau ist der Pfarre Melk zugeordnet, Bergern, Maierhöfen und Matzleinsdorf gehören zur Stiftspfarre Matzleinsdorf, Mannersdorf und Zelking zur Diözesanpfarre Zelking. Die Pfarren arbeiten im Pfarrverband Melk–St. Koloman.
Matzleinsdorf und seine Pfarrkirche
Funde belegen eine römerzeitliche Besiedlung der Gegend. Der Ortsname Matzleinsdorf ist seit 1117 belegt. Die älteste Glocke der Pfarrkirche wurde 1466 gegossen; ihre Inschrift nennt Bartholomäus und Maria, sie wiegt rund 150 Kilogramm und misst 70,5 Zentimeter. 1683 wurde der Ort im Türkenjahr zerstört. 1693 wurde die Filiale dem Stift Melk inkorporiert. Im 18. Jahrhundert brannte der Ort fünfmal, zum Teil vollständig, und wurde wiederaufgebaut. Seit 1784 bildet Matzleinsdorf eine eigene Pfarre. Eine weitere Glocke von 1788 war ein Geschenk des Müllermeisters Ferdinand Schilcher und wiegt 840 Kilogramm. Zwei 1962 gegossene Glocken ergänzen das Geläut; eine wiegt 198, die andere 531 Kilogramm. Die Glocke aus dem früheren Schloss Zelking wird heute als Zügenglöckchen verwendet. Im September 2007 wurde die neue Orgel geweiht; sie stammt von Orgelbaumeister Johann Pieringer aus Haag.
Die Burg am Hiesberg
Am Hang des Hiesbergs liegt die Ruine Zelking, deren Bau die Gemeindeseite in die Anfänge des 12. Jahrhunderts setzt. Ein Werner von Zelking erscheint 1100 erstmals in einer Urkunde. Die Herren von Zelking besaßen Burg und Ort zunächst als Regensburger Lehen, später als freies Eigen; 1634 starb das Geschlecht aus. Die Anlage wurde vom 12. bis zum 17. Jahrhundert erweitert. Im Inneren lassen sich sechs Stockwerke am Kaminzug ablesen; die unteren Mauern sind bis zu drei Meter dick. Das Renaissance-Ausbauwerk ließ ältere Festungsteile im schlossartigen Wohntrakt verschwinden. Von der Anlage blieben Stein- und Ziegelmauerwerk, Schartenfenster sowie ein mächtiges Rundbogentor. Im März 1981 stürzte ein Teil der geneigten Südmauer ab. Der große Granitbogen am Eingang liegt teilweise unter Schutt.
Kirchenhügel, Kellergasse und Zusammenschluss
Im Ort Zelking steht die dem heiligen Erhard geweihte Pfarrkirche auf einer Anhöhe; ältere Häuser gruppieren sich um den Kirchenhügel. Ein westlicher Hohlweg im Melker Sand führt in eine Kellergasse. Bei Matzleinsdorf liegen der Weiße Stein und die Wehranlage am Müllnerkogel; die Gemeinde bezeichnet den Weißen Stein als früheren Grenzstein zwischen Bayern und dem Wendenland. Weitere Erdwerke liegen beim Burgstall und bei der Hausberganlage in Arb. Die Pfarre Zelking wurde 1346 von Alber II. von Zelking und seiner Frau Minzla gestiftet. Zelking und Matzleinsdorf wurden erst 1970 zu einer Gemeinde vereint. Die Kirche erhielt 2019 bis 2022 eine Generalsanierung; ein neuer Zubau erweitert zugleich das Kirchenschiff.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Zelking-Matzleinsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichtliche Entwicklung und Ruine Zelking – Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf
- Pfarren – Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf
- Die Gemeinde im Überblick – Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf
- Ruine Zelking – Burgenkunde.at
Stand der Angaben: 08.10.2026
