BAD FISCHAU-BRUNN KENNENLERNEN
Bad Fischau-Brunn: Thermalwasser am Rand des Steinfeldes
Bad Fischau-Brunn ist Marktgemeinde im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich. Sie zählt 3.562 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 20,59 Quadratkilometer.
Zwei Orte an der Thermenlinie
Bad Fischau-Brunn liegt am Westrand des Steinfeldes, wo das Wiener Becken an die Thermenlinie stößt. Die Marktgemeinde umfasst die zwei Ortschaften Bad Fischau und Brunn an der Schneebergbahn. Gut ein Drittel der Fläche ist bewaldet. Der Ortsname Brunn an der Schneebergbahn hält die Bahnverbindung sichtbar; im anderen Ortsteil prägen die Thermalquellen das öffentliche Bild. Wald, offenes Steinfeld und Siedlungsraum liegen hier eng beieinander. Diese Lage erklärt, warum sich Wege in die Landschaft, Badebesuche und das Leben in den beiden Ortsteilen in einem kleinen Gemeindegebiet von 20,59 Quadratkilometern verbinden.
Dienstleistungen, Produktion und Pendeln
2024 wurden in Bad Fischau-Brunn 379 Arbeitsstätten gezählt; 83,6 Prozent gehörten zum Dienstleistungsbereich. An den Standorten bestanden 1.498 Beschäftigungsverhältnisse, davon 75,4 Prozent im Dienstleistungs- und 22,4 Prozent im Produktionssektor. Zugleich pendelten 78,4 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Die Arbeitsstättenzählung erfasst den Standort der Arbeit, die Pendlerquote dagegen den Wohnort. Ein anschaulicher Dienstleistungsbetrieb ist das kommunale Thermalbad: Es betreibt Badebecken und Sauna und bietet auch Gastronomie. Dadurch verbinden sich dort Freizeitangebot und Arbeitsplätze an einem historischen Standort. Die Zahlen allein sagen nichts über die Beschäftigtenzahl dieses einzelnen Betriebs.
Das Thermalbad und seine Geschichte
Das Fischauer Thermalbad hat eine längere Geschichte als die heutige Gemeindeform. Laut Betreiber entstand 1771 ein Badehaus für Gäste aus der Umgebung; im späten 19. Jahrhundert wurde die Anlage erweitert. 1992 erwarb die Marktgemeinde das Bad und führt es seit 2012 selbst. Heute fließt Quellwasser durch zwei Becken, deren historische Kabinen und Wandelgänge das Erscheinungsbild mitprägen. Eine Felsengrotte mit Wasserfall und ein eigener Kinderbereich ergänzen den Badebereich. Besucherinnen und Besucher können damit an einem Ort sowohl die alte Badearchitektur als auch die heutige Nutzung erleben.
Zwei Orte mit gemeinsamer Geschichte
Fischau und Brunn haben eigene Ortsgeschichten. Der Markt Fischau ist im 12. Jahrhundert belegt; die heutige Marktgemeinde entstand 1969 durch die Zusammenlegung mit Brunn an der Schneebergbahn. Im Gemeindegebiet finden sich noch ältere Spuren: archäologische Funde weisen auf Besiedlung in der Stein- und Bronzezeit hin, und bei Brunn wurde ein keltisches Gräberfeld entdeckt. Solche Funde geben dem Raum eine lange Vorgeschichte, während die heutige Gemeindeform vergleichsweise jung ist. Die beiden Ortsteile teilen inzwischen Verwaltung und Infrastruktur, behalten aber in Namen und Lage ihren eigenen Charakter.
Wandern und Kultur im Schloss
Am Südhang der Thermenlinie beginnen Wege in die Landschaft am Rand der Vorberge der Hohen Wand. Nach einem Badebesuch oder einer Wanderung bieten Heurige und Gasthäuser Einkehrmöglichkeiten. Im Schloss Fischau organisiert der Verein Forum im Schloss Fischau Kunst- und Kulturveranstaltungen. Für Gäste ergeben sich damit unterschiedliche Ziele im selben Gemeindegebiet: Thermalbad, Wald- und Spazierwege sowie ein Kulturort im Schloss. Die Gemeinde nennt rund 45 Kilometer Entfernung zu Wien; Bad Fischau-Brunn ist damit auch von der Hauptstadt aus ein Ausflugsziel.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
