BRIXLEGG KENNENLERNEN
Brixlegg: Kupfer im Kreislauf des Inntals
Am Eingang des Alpbachtals liegt Brixlegg dort, wo sich Verkehr, Gewerbe und die Wege in die Seitentäler des Unterinntals begegnen. Die Marktgemeinde im Bezirk Kufstein zählt 3.124 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 9,12 Quadratkilometer.
Talboden und Seitental
Der dicht bebaute Talboden liegt am Inn, während sich das Gemeindegebiet auf die Hänge jenseits des Zimmermoosbachs erstreckt. Mehrn und Zimmermoos gehören ebenso zur Gemeinde wie der Hauptort; die Ortsteile verbinden den Inntalraum mit den höher gelegenen Siedlungen. Die Bahn und die Inntalautobahn führen durch das Unterinntal, und der Bahnhof macht Brixlegg auch ohne Auto erreichbar. Von hier öffnet sich nach Süden das Alpbachtal, während Rattenberg und Kramsach die benachbarten Orte am Inn sind. Diese Lage prägt den Alltag: Wohnen, Einkaufen und Arbeiten konzentrieren sich im Tal, Ausflüge beginnen wenige Kilometer weiter in den Bergen.
Kupfer aus wiederverwertetem Material
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Brixlegg 343 Arbeitsstätten und 2.130 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort; 35,6 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf den sekundären Sektor. Eine konkrete industrielle Tätigkeit ist die Kupferverarbeitung bei den Montanwerken Brixlegg. Das Werk schmilzt kupferhaltige Schrotte und industrielle Rückstände ein und raffiniert das Metall zu Kathodenkupfer. Bei der Elektrolyse werden auch Edelmetalle zurückgewonnen. Nach Angaben des Betriebs entsteht das Kupfer seit 1977 ausschließlich aus Sekundärmaterial. Die Gießerei verarbeitet einen Teil weiter. Neben dieser Industrie gehören Handel und Dienstleistungen zum wirtschaftlichen Alltag des Marktorts.
Ein Ort mit Hüttenvergangenheit
Brixlegg ist seit dem frühen Mittelalter schriftlich bezeugt. Seine industrielle Geschichte ist eng mit dem Erzbergbau und der Verhüttung im Tiroler Unterinntal verbunden: Die landesfürstliche Schmelzhütte entwickelte sich zu einem bedeutenden Betrieb, aus dessen langer Tradition die heutigen Montanwerke hervorgingen. Im Zweiten Weltkrieg trafen Bombenangriffe den Ort und die Eisenbahnbrücke; die Brücke wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Von älteren Wohn- und Herrschaftsbauten blieben unter anderem die Ansitze Grasegg und Lanegg erhalten. Im Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum lässt sich die technische Seite dieser Geschichte nachvollziehen: Modelle und Exponate erklären, wie Erz gewonnen, geschmolzen und verarbeitet wurde.
Alltag und Wege vor Ort
Im Zentrum liegen Pfarrkirche, Geschäfte und kommunale Einrichtungen nahe beieinander. Die Pfarrkirche zum heiligen Josef geht auf einen Bau aus dem frühen 16. Jahrhundert zurück; an ihrer Stelle war bereits im frühen Mittelalter eine Kirche bezeugt. Heute nennt die Gemeinde Schulen, Bücherei, Jugendtreff und Freischwimmbad als Einrichtungen für unterschiedliche Altersgruppen. Ein Sozial- und Gesundheitssprengel ist ebenfalls vor Ort tätig. Für alltägliche Wege gibt es neben dem Bahnhof ein Dorftaxi und ein Radroutennetz. Musik-, Sport- und Jugendvereine tragen zum Ortsleben bei. Das Freischwimmbad schafft in den warmen Monaten einen öffentlich zugänglichen Treffpunkt; vom Ortskern führen Wege zu den höher gelegenen Siedlungen in Zimmermoos. In Mehrn steht außerdem eine eigene Filialkirche.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Brixlegg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Brixlegg Gemeinde - Startseite
- Brixlegg Gemeinde - Startseite - Unser Brixlegg - Wissenswertes - Chronik
- Statistik Austria, Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Montanwerke Brixlegg, Upcycling
- Marktgemeinde Brixlegg, Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum
- Marktgemeinde Brixlegg, Kirchen und Kapellen
Stand der Angaben: 15.10.2026
