WEISSENBACH AN DER TRIESTING KENNENLERNEN
Weissenbach an der Triesting: Tal, Industrie und Sommerfrische
Die Marktgemeinde Weissenbach an der Triesting liegt im Bezirk Baden in Niederösterreich. Laut Gemeindeverzeichnis lebten hier am 1. Jänner 2026 1.673 Menschen; die Fläche beträgt 15,93 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet umfasst vier Katastralgemeinden im oberen Triestingtal.
Vier Katastralgemeinden im Tal
Zum Gemeindegebiet gehören die Katastralgemeinden Weissenbach, Neuhaus, Schwarzensee und Gadenweith. Der Hauptort liegt auf 357 Metern Seehöhe, Neuhaus auf 423 Metern. Die Ortsgeschichte reicht in mehreren Teilen des Gemeindegebiets weit zurück: Schwarzensee ist mit einer Ägidiuskapelle 1146 belegt, Neuhaus 1251 im Zusammenhang mit seiner Burg. Zur Katastralgemeinde Gadenweith gehört auch Kienberg.
Herz-Jesu-Kirche und Stifter
Im westlichen Bereich des alten Ortskerns erhebt sich die Herz-Jesu-Kirche in leicht erhöhter Lage. Adolph Freiherr von Pittel stiftete den Bau, der 1892/93 nach Plänen Ludwig Schönes im neugotischen Stil errichtet wurde. Erst 1946 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Eine Treppenanlage führt zum Eingang; an ihrem Fuß stehen zwei Sandsteinlöwen aus dem 18. Jahrhundert. Über dem Zugang zur Sakristei erinnert Pittels Wappen an den Stifter. Der Fassadenturm trägt ein Spitzbogenportal, eine Fensterrosette und einen gegliederten Spitzhelm. Unterschiedlich glasierte Dachziegel formen ein Rautenmuster, das der Gemeinde zufolge auch am Turm sichtbar ist.
Neuhaus zwischen Burg und Kurort
Die Burg Neuhaus entstand im 13. Jahrhundert am südlichen Rand des Wienerwalds. Ihre Lage machte sie wiederholt zum Ziel von Angriffen; 1683 wurde sie zerstört und unter Kaiser Karl VI. erneuert. In der Burg richtete man eine der frühen Manufakturen Niederösterreichs ein: eine Spiegelfabrik. Nach dem Ende der Spiegelfabrik wandelte sich Neuhaus zum Kur- und Sommerfrischeort; Hotels und Villen entstanden. Die beiden Weltkriege beendeten diese Blütezeit und beschädigten Burg und Kirche teilweise, die später wiederaufgebaut wurden.
Industrie und Sommerfrische im Regionalmuseum
Die Triesting brachte Mühlen und Schmieden hervor; später nutzten Industriebetriebe die Wasserkraft. Adolph von Pittel begann 1870 mit der Herstellung von Romanzement und Betonwaren und gründete im selben Jahr mit Viktor Brausewetter eine Baufirma. Pittel setzte sich auch für eine Bahnverbindung durch das Tal ein. 1874 erhielt die Südwestbahn die Konzession; die neue Verbindung erleichterte sowohl den Warentransport als auch die Anreise aus Wien. Mit dem Bahnanschluss kamen Sommerfrischegäste, Quartiere, Gasthöfe und Villen. Das 1987 gegründete Triestingtaler Regional- und Heimatmuseum stellt die Entwicklung des ganzen Tals dar und sammelt Objekte aus Gewerbe, Industrie und Alltagsleben. Zu den Sammlungsstücken zählen eine eingerichtete Dorfschmiede, eine Dentistenpraxis aus der Zeit um 1900 sowie Mineralien und Fossilien. Das Museum bietet einen Überblick über die Heimatgeschichte von zwölf Gemeinden im Triestingtal. Im Gemeindegebiet liegt auch der Peilstein: Die Gemeindeseite nennt ihn 716 Meter hoch und beschreibt seine steilen Kalkwände als Klettergebiet mit mehr als 800 Routen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Weissenbach an der Triesting – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Zahlen & Fakten, Marktgemeinde Weissenbach an der Triesting
- Pfarrkirche Weissenbach, Marktgemeinde Weissenbach
- Triestingtaler Regional- und Heimatmuseum, Museumsträgerseite
- Burg Neuhaus: Burg und Ort Neuhaus im Wienerwald
- Gemeindezeitung Ausgabe 199, Gemeinde Weissenbach an der Triesting
- Alpinschule Peilstein und Peilsteinhaus, Marktgemeinde Weissenbach
Stand der Angaben: 08.10.2026
