WEILER KENNENLERNEN
Weiler: Vorderlandgemeinde mit vielfältiger Arbeitswelt
Weiler liegt am Ostrand des Vorarlberger Rheintals am Fuß der Ausläufer des Freschenstocks. Die Gemeinde im Bezirk Feldkirch hat 2.275 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und ist 3,08 Quadratkilometer groß. Ihre Siedlung ist mit den Nachbarorten Klaus und Röthis eng verwachsen; zugleich prägen Bäche, Hanglagen und historische Bauwerke das Ortsbild.
Am Rand des Rheintals
Weiler gehört zum Vorarlberger Vorderland. Der westliche Gemeindeteil liegt im Rheintal, nach Osten steigt das Gelände zum Ratzbach und den Ausläufern des Freschenstocks an. Die Bebauung geht an mehreren Stellen in jene von Klaus und Röthis über. Das Ortszentrum liegt auf rund 486 Metern Seehöhe; das Gemeindegebiet reicht von etwa 445 bis 749 Meter. Am Westrand berührt die A14 die Gemeinde, während die Walgaustraße L50 durch den Siedlungsbereich verläuft. Rund ein Drittel der Gemeindefläche ist Wald, ein weiteres Drittel wird landwirtschaftlich genutzt. Auf kurzen Wegen wechseln sich damit Wohngebiet, Talboden und Hanglandschaft ab.
Handwerk, Dienste und Textilentwicklung
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Weiler 209 Arbeitsstätten und 775 Beschäftigte am Arbeitsort aus; 86,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die örtliche Arbeit reicht von Kunststoffverarbeitung und Gerüsttechnik bis zu Beratung, Handel und Reinigung. Allsport entwickelt und näht Sport- und Outdoorbekleidung; Entwurf und textile Verarbeitung sind damit am Standort verbunden. Ein Fachhändler am Treiet verkauft Farben, Werkzeuge und Maschinen, eine Metzgerei mit Sparmarkt versorgt Kundschaft im Ort. Die Betriebe zeigen, dass Weiler neben seiner Wohnfunktion eigene Arbeitsplätze in Handwerk, technischen Diensten und alltäglicher Versorgung bietet.
Alt-Montfort und die mittelalterliche Landschaft
Die erste urkundliche Erwähnung von Weiler bezieht sich auf die Burg Alt-Montfort und stammt aus dem Jahr 1206. Die Burg wurde auf einem schon früher besiedelten Hügel errichtet und in den Appenzellerkriegen 1405 niedergebrannt. Reste der Anlage liegen im Gemeindegebiet nahe der Grenze zu Fraxern. Die Geschichte des Orts reicht über diese Burg hinaus: Weiler war lange eine romanische Sprachinsel innerhalb des alemannischen Sprachraums und wurde 1808 als Gemeinde selbständig. Die heutige Siedlungslandschaft ist deutlich jünger und mit den Nachbarorten zusammengewachsen.
Kirche und Ratzbachschlucht
Die Pfarrkirche zum Heiligsten Herzen Jesu wurde 1875/76 nach Plänen Friedrich von Schmidts errichtet. Eine andere Landschaftsform zeigt die Kesselschlucht, ein tief eingeschnittenes Tobel des Ratzbachs mit Wasserfall. Die Gemeinde führt sie als öffentlich nutzbare Erholungsanlage. Oberhalb des Dorfs liegt das Hanenberg-Schlössle, ein um 1600 errichteter Ansitz, der nach einem Brand 1850 zum Landsitz umgebaut wurde. Kirche, Schlucht und Ansitz liegen in verschiedenen Teilen des kleinen Gemeindegebiets. Wer sich vom Talboden hangaufwärts bewegt, sieht so neben dem geschlossenen Siedlungsraum auch ältere Bauten und das wassergeprägte Gelände. Die Pfarrkirche wird weiterhin für Gottesdienste der örtlichen Pfarre genutzt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 15.10.2026
