FRAXERN KENNENLERNEN
Fraxern – Kirschen am Sonnenhang
Fraxern liegt auf einem sonnigen Hang über dem Rheintal. Die Gemeinde im Bezirk Feldkirch zählt 789 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 8,87 Quadratkilometer.
Sonnenterrasse über dem Rheintal
Fraxern liegt auf einer nach Süden offenen Hangterrasse der Kugelgruppe. Das kompakte Dorfzentrum befindet sich auf rund 817 Metern Seehöhe; die Gemeinde reicht weiter hinauf in bewaldete und alpine Bereiche. Von der Pfarrkirche öffnet sich der Blick über das obere Rheintal. Diese Lage prägt auch das Klima und die traditionelle Nutzung der Hänge. Der nordöstliche Teil des Gemeindegebiets berührt das Naturschutzgebiet Hohe Kugel–Hoher Freschen–Mellental. Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet, und gut ein Viertel entfällt auf Alpen. So liegen Obstgärten am Dorf und alpine Weideflächen innerhalb derselben kleinen Gemeinde. Auch die Hohe Kugel gehört zum Fraxner Gemeindegebiet.
Kirschenanbau als sichtbare Kultur
Fraxerns Wirtschaftsalltag ist kleinräumig, und die Arbeitsstättenzählung 2024 weist 49 Arbeitsstätten sowie 86 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. 77,9 Prozent der erfassten Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf den Dienstleistungssektor; 11,6 Prozent auf den primären Sektor. Eine örtlich erkennbare Tätigkeit bleibt der Kirschanbau: Kirschbäume prägen die Kulturlandschaft, und die Gemeinde führt Produzenten der „Fraxner Kriase“ mit Produkten aus der Ernte und prämierten Edelbränden an. Die Gemeindeplanung nennt den Erhalt der Kirschkultur und die gemeinsame Vermarktung ausdrücklich als Ziel. Landwirtschaftliche Erzeugung und Verarbeitung sind damit in Fraxern eng an ein lokales Landschaftsbild gebunden.
Schrittweise selbstständig
Die erste bekannte Nennung Fraxerns stammt aus dem Jahr 1127. Über Jahrhunderte gehörte der Ort zur Großgemeinde Sulz und zu benachbarten Gemeinden im Vorderland. Die Bewohner setzten sich schrittweise für eigene Nutzungsrechte ein: 1574 verteidigten sie die Kirschbäume und die gemeinschaftlich genutzte Almende, 1615 wurde die Trennung durch eine genaue Grenzmarkierung besiegelt. Die Kirschbäume wurden so nicht nur zu einem landwirtschaftlichen Gut, sondern auch zu einem Zeichen gemeinschaftlicher Eigenständigkeit. Drei große Dorfbrände – 1525, 1760 und 1934 – zerstörten jeweils zahlreiche Häuser; nach dem Brand von 1934 mussten 32 Gebäude und ein Stall neu aufgebaut werden. Der heutige Ortskern trägt deshalb Spuren mehrerer Wiederaufbauphasen.
Kirche, Kapelle und gemeinsamer Treffpunkt
Die Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere entstand zwischen 1900 und 1911 anstelle eines älteren Kirchenbaus. Im Inneren sind Glasfenster von Leonhard Schnitzer und gotisch gestaltete Altäre zu sehen. Die Lage der Kirche macht sie zugleich zu einem Aussichtspunkt über das Rheintal. Am Straßenweg nach Weiler steht außerdem die moderne Familienkapelle, die 2010 errichtet wurde und einen Platz zum Verweilen und Spielen umfasst. Im Alltag bündeln sich viele Kontakte im Ortszentrum: Gemeindeamt, Pfarre und Vereine tragen Veranstaltungen und gemeinschaftliche Angebote. Die Gemeinde stellt auch eine Produzentenübersicht für Fraxner Kirschen bereit. Das verbindet die landwirtschaftliche Tradition mit heutigen lokalen Initiativen, ohne dass der Ort seinen Charakter als ruhige Berggemeinde verliert.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Fraxern – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte | Fraxern
- Fraxner Kriase - Produzenten | Fraxern
- Pfarrkirche Heiliger Jakobus der Ältere
- Räumliches Entwicklungskonzept Gemeinde Fraxern
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria
- Wander- und Spazierwege – Fraxern
Stand der Angaben: 15.10.2026
